Ohne Familie keine Karriere

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"Meine Karriere würde es ohne Familie nicht geben"

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Beaver Creek, 30. November: Ski-Österreich hat die Hoffnung auf einen Stockerlplatz in der Abfahrt aufgegeben. Die rot-weiß-roten Asse sind allesamt im Ziel, doch dann kommt mit Startnummer 42 Florian Scheiber.

Der 25-jährige Tiroler lässt den Führenden Christof Innerhofer noch einmal mächtig zittern. Als Scheiber im Ziel abschwingt, leuchtet auf der Anzeigentafel groß die "4" neben seinem Namen.

Erstmals in seiner Karriere darf sich der Ötztaler über einen Top-10-Platz im alpinen Ski-Weltcup freuen - der Jubel dementsprechend groß. Eine Woche zuvor schrammte er als Elfter in Lake Louise noch knapp an eben jenem vorbei.

Für Insider kommen diese Erfolge keineswegs überraschend.

2005 holte Scheiber bei der Junioren-WM Silber im Riesentorlauf und Bronze in der Kombination. Nachdem der Tiroler 2008/09 den Gesamtsieg im Europacup feiern durfte und 2009/10 im Super-G von Lake Louise als 28. erstmals Weltcup-Punkte sammelte, warf ihn eine Knieverletzung weit zurück.

Für die harte Arbeit belohnt

Nach einem Sturz im Super-G der Wengen-Kombination musste der Ötztaler im Jänner 2010 unters Messer. Doch der 25-Jährige kämpfte sich über den B-Kader zurück und dominierte im Vorjahr den Europacup nach Belieben.

Neben dem Gesamt-Sieg streifte Scheiber auch die Wertung im Super-G ein, zum "Drüberstreuen" holte der Salomon-Fahrer in der Endabrechnung der Abfahrt Platz zwei.

Mit uns blickt der Newcomer auf seine bisherige Karriere, sein Leben abseits der Skipisten und in die Zukunft.

 

Frage: Wie würdest du die vergangene Saison beschreiben?

Florian Scheiber: Es war eine fantastische Saison für mich. Mein Ziel war, einen Platz im Super-G- oder Abfahrts-Weltcup zu ergattern. Ich habe nicht daran gedacht, die Gesamt-Wertung zu gewinnen, aber nach den ersten Speed-Rennen habe ich realisiert, dass ich die Gesamt-Wertung wie 2009 gewinnen kann.

Frage: Was hat dir nach deinen Verletzungen geholfen, den Europacup so zu dominieren? Welche Rolle hat das Salomon-Team bei deinen Erfolgen gespielt?

Scheiber: Nach meinen Verletzungen habe ich sehr hart trainiert und mein Selbstvertrauen wieder gefunden. Die vergangene Saison war ich mit meinem Techniker sehr zufrieden und wir haben gut zusammen gearbeitet.

Frage: Was sind deine Ziele für diese Saison, in der du deinen Platz im Weltcup hast?

Scheiber: Mein Ziel ist gesund zu bleiben und ich hoffe, ein paar Top-15-Plätze einfahren zu können.

Frage: Was hast du neben dem Skifahren für Hobbies?

Scheiber: Ich liebe es, mit Freunden in der Natur zu sein und radfahren oder wandern zu gehen. Um zu entspannen, spiele ich Poker.

Frage: Was sind deine Karriere- und andere Highlights in deinem Leben?

Scheiber: Ich bin in Sölden aufgewachsen. Um Skifahrer zu werden, war das der beste Platz. Im Skiklub konnten wir das ganze Jahr trainieren. Mit 14 bin ich zum Skiklub Stams gewechselt. Mit 18 wurde ich Teil der Nachwuchs-Nationalmannschaft und meine Karriere hat ihren Lauf genommen.

Frage: Wo ist dein Zuhause, wenn du nicht auf Reisen bist?

Scheiber: Mein Zuhause ist in Sölden, aber während des Sommertrainings bleibe ich in Innsbruck. Innsbruck ist perfekt, um für den Winter fit zu werden.

Frage: Welche Rolle spielte deine Familie in deiner Karriere?

Scheiber: Meine Karriere gibt es, weil mich meine Familie in jedem Schritt unterstützt hat.

Frage: Wenn du kein Skifahrer wärst, was würdest du beruflich machen?

Scheiber: Diese Frage ist schwer zu beantworten, aber ich glaube, ich würde einen Job wollen, bei dem ich draußen arbeiten kann.

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