Pokel-Wutrede nach Blamage

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Järvenpää besser als Daum

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Pokel-Wutrede nach Caps-Niederlage

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Blamage für die Capitals: Die Wiener müssen sich in der 41. Runde Innsbruck zuhause mit 1:5 klar geschlagen geben. Es ist die erste Niederlage gegen die Tiroler seit der EBEL-Rückkehr des HCI.

Der KAC verliert bei Fehervar mit 2:3 nach Verlängerung und benötigt für die Playoff-Teilnahme ab sofort Schützenhilfe.

Die Graz99ers machen wichtige Punkte im Kampf um die Pick-Round: Sie bezwingen Dornbirn im eigenen "Bunker" 2:1. Schlusslicht Ljubljana verliert gegen Znojmo mit 2:5. Leader Salzburg gewinnt beim HC Bozen mit 4:2. 

Bereits am Donnerstag trennen sich der VSV und Linz 5:2.

LAOLA1 hat alle Daten und Fakten und kennt die wichtigsten Szenen und Brennpunkte der Spiele:

Vienna Capitals - HC Innsbruck 1:5 (1:3,0:0,0:2)

Tore: Nödl (14.) bzw. Ulmer (11., 59.), Kaspitz (15.), Mössmer (20.), Höller (45.)

Wien, 4.850; Strafminuten: 10 bzw. 10.


Alles hat ein Ende: Innsbruck war bislang ein angenehmer Gegner für die Capitals: Seit der Rückkehr der "Haie" in die EBEL zur Saison 2012/13 konnten diese keinen einzigen Punktgewinn gegen die Hauptstädter verzeichnen, auch mehr als drei Tore wollten nie gelingen. Erst das nun ausgefochtene zwölfte Duell sollte die eindrucksvolle Wende in beiderlei Hinsicht bringen. Für Tom Pokel ist es ebenfalls ein neues Gefühl, gegen den Nachzügler zu verlieren: In der Vorsaison blieb er mit Bozen im Head-to-Head makellos.

Wie du mir, so ich dir: Besonderen Anteil am Erfolg hatte die dritte Innsbrucker Linie rund um Roland Kaspitz, Patrick Mössmer und Alexander Höller. Die beiden Erstgenannten sorgten mit den Toren zum 2:1 (Mössmer auf Kaspitz) und 3:1 (Kaspitz auf Mössmer) für die kalte Caps-Dusche, mit dem 4:1 (Kaspitz auf Höller) war alles klar.

Auch Kleinvieh macht Mist: Natürlich sollte Doppeltorschütze Jeff Ulmer nicht unerwähnt bleiben, ebenfalls interessant ist aber dessen Assistgeber zum Endstand: Marcus Olsson verzeichnete wie bereits im letzten Duell einen Scorerpunkt gegen seinen Ex-Verein, jeweils den letzten der Partie. Ähnlich bedeutungslos für den Ausgang des Spiels, vermutlich trotzdem schmackhafter als sein 3:7-Ehrentreffer am Vorweihnachtstag.

Fernweh: Angesichts der diesjährigen Heimstatistik der Vienna Capitals war fast klar, dass man gegen Innsbruck nur in der Albert-Schultz-Halle verlieren kann. In dieser Form der Tabelle liegt man gerade einmal auf Rang acht. Der Umkehrschluss ist fast logisch: In fremden Hallen ist man die erfolgreichste Mannschaft. Zwei Heimspiele bleiben noch Zeit, diese Bilanz zu verschönern.

Habe fertig: Tom Pokel war mit der Vorstellung seiner Cracks natürlich nicht zufrieden. Was folgen sollte, war aber eine Brandrede vom Feinsten:

  • "Das war einfach peinlich. Wir spielen ohne Herz, Stolz oder Leidenschaft."
  • "Wir haben uns von einem Gegner, der wahrscheinlich nicht einmal ins Playoff kommt, vorführen lassen."
  • "Kickert gibt im Training alles, dann spielt er einmal und unsere Spieler lassen ihn im Stich. Das hat er sich nicht verdient."
  • "Unsere Stammspieler sollten Vorbilder für unsere Jungen sein. Sind sie nicht. Wir versuchen junge Spieler einzubauen. Aber was sollen sie von so etwas halten?"
  • "Die Legionäre verdienen viel zu viel Geld."
  • "Die Zuschauer sollten heute das Geld zurückbekommen."
  • "Ich mache mir wirklich Sorgen für die Playoffs, wenn das so weitergeht."

Wir sagen nur: Autsch!

Graz99ers - Dornbirner EC 2:1 (1:0,1:0,0:1)

Tore: Ganahl (7.), Moderer (39.) bzw. Aquino (53.).

Graz, 2.420; Strafminuten: 8 bzw. 8.
 

Angst vor dem Verkauf: Manchmal sind Tore mehr als nur Tore. Beide Grazer Torschützen gegen Dornbirn, Manuel Ganahl und Kevin Moderer, sind laut letzten Medienberichten sehr begehrt. Wenn man ihre Statistiken betrachtet wundern die Gerüchte kaum jemanden: fünf der letzten sechs Grazer-Treffer gehen auf das Konto von Ganahl (3) und Moderer (2). Da kommen erfolgreiche Torabschlüsse für den jetzigen Arbeitgeber gerade recht. Sozusagen als kleiner Treuebeweis für die Fans im Bunker. Ob’s hilft und einen möglichen Wechsel verhindert, werden wir sehen. Laut "Kleine Zeitung" sollen beide ein Angebot für eine Vertragsverlängerung bekommen haben.

Heimische Cracks trumpfen auf: Graz wird aufgrund seiner doch recht eigenwilligen Transferpolitik gern als Tauschbörse der heimischen Liga bezeichnet. Vor allem auf dem Legionärssektor sind die Steirer aktiver als so mancher Tabellennachbar aus der EBEL. Trotzdem ist es erstaunlich, dass vor allem die österreichischen Cracks in der Murstadt scoren. Von den letzten zehn Treffern wurden sechs von österreichischen Spielern erzielt. Fakten die im Vergleich so manchen Traditionsklub alt aussehen lassen.  

Gegen die "alte Liebe": Mit Zdenek Blatny, Ryan Kinasewich, Robert Lembacher und Andy Sertich kehrten gleich vier ehemalige 99ers in den Bunker zurück. Wie es sich für Heimkehrer gehört, benahmen sich die vier Cracks ordentlich und blieben, zum Glück für Graz, eher farblos und blass. Keiner der Ex-Steirer konnte Akzente setzen oder seinen ehemaligen Klub ins Schwitzen bringen. Überhaupt blieben die Strafbänke beider Teams fast unangetastet. Nur insgesamt 16 Strafminuten sind für einen Kampf ums Playoff-Ticket wenig.

Sabourin is back: Nach einer kurzen Nachdenkpause bekam Stammkeeper Danny Sabourin gegen Dornbirn seinen Platz als Einserkeeper zurück. Zu Recht! Der 34-jährige Keeper der 99ers überzeugte auf ganzer Linie und verhinderte ein Aufbäumen der Vorarlberger Gäste. Im letzten Spiel gegen Red Bull Salzburg wurde der Kanadier von Coach Todd Bjorkstrand noch auf die Bank geschickt. Bei einer möglichen Qualifikation fürs Playoff, wird das wohl nicht mehr passieren.

Fehervar AV19 - KAC 3:2 n.V. (2:0,0:1,0:1-1:0)

Tore: Banham (6.), Boivin (17./PP), Kovacs (63.) bzw. Pither (29.), Hundertpfund (59./PP)

Szekesfehervar, 3.174; Strafminuten: 14 bzw. 8


Es geht auch ohne ihn: Der Abgang von Topscorer Jeff LoVecchio (21 Tore, 14 Assits) traf die "Teufel" aus Fehervar hart. Doch die Ungarn scheinen den Transfer gut weggesteckt zu haben. Nach dem 3:1 bei den Black Wings am Sonntag, gewann Fehervar auch das zweite Spiel ohne den US-Amerikaner.

In erster Linie: "Die größte Gefahr geht beim EC-KAC vom Duo Thomas Koch und Jamie Lundmark aus. Wann auch immer die beiden auf dem Eis stehen, müssen wir besonders aufpassen", stellte Fehervar-Coach Rob Pallin seine Mannschaft auf die aus seiner Sicht besten KACler ein. Mit Ausnahme der 59. Minute hielten sich seine Akteure auch daran, auch wenn die KAC-Einserlinie ein starkes Spiel machte. Ebenso wie der Parade-Sturm der "Teufel" um Sarauer, Koger und Banham, mit der Tuokkola alle Hände voll zu tun hatte.

Verschlafen: Der KAC und Fehervar lieferten sich zwei Drittel lang ein Duell auf Augenhöhe mit Torszenen auf beiden Seiten. Nur im Anfangsdrittel waren die Klagenfurter irgendwie nicht auf dem Eis. Die Gastgeber überrollten die Rotjacken förmlich, die mit dem 0:2 zur ersten Intermission noch gut bedient waren.

HC Bozen - RB Salzburg 2:4 (1:3,1:1,0:0)

Tore: Pance (12.), De Simone (22./PP) bzw. Welser (4.), Cijan (5.), Hughes (18./PP), Komarek (26.)

Bozen, 3.202; Strafminuten: 14 bzw. 24.


Langschläfer: Keinen guten Start erwischte Bozen-Keeper Jaroslav Hübl. Dem Salzburger Doppelschlag zur schnellen Führung durch Welser und Cijan gingen Rebounds zuvor. Auch der dritte Gegentreffer, noch im ersten Drittel, wäre vermeidbar gewesen, Hughes profitiert ebenfalls von einem Abpraller. Immerhin ließ sich Hübl danach nicht mehr allzuviel zu Schulden kommen.

Erinnerungen werden wach: In dieser Spielzeit mag es der erste Auswärtserfolg bei Duellen zwischen Meister und Vizemeister gewesen sein, in der Finalserie 2013/14 gingen aber gleich kuriose fünf Begegnungen an das jeweilige Auswärtsteam.

Lang, lang ist's her: Mit den zwei Zählern aus dem Südtirol-Gastauftritt sichern sich die Bullen den ersten Platz nach dem Grunddurchgang. Angesichts der Tatsache, dass sie zu den beständigeren Teams der Liga gehören, überraschend: Das gelang zuletzt beim ersten Titel des vierfachen EBEL-Champs im Jahr 2007. Na, wenn das mal für die Salzburger Fans kein Grund zur Vorfreude auf die Playoffs ist?

Olimpija Ljubljana - HC Znojmo 2:5 (1:1,1:3,0:1)

Tore: Degon (16.), Hadzic (37.) bzw. Podesva (7./PP), Sedivy (22./PP, 32.), Cip (35./SH), Seda (47./PS)

Ljubljana, 450; Strafminuten: 8 bzw. 10.


Da war es nur noch einer: Der HC Znojmo sicherte sich dank des 5:2-Erfolgs bei Olimpija Ljubljana - und dank der Schützenhilfe der Salzburger (4:2 in Bozen) als fünftes Team das Ticket für die Top 6. Somit ist nur noch ein Platz für die Pick-Round offen, den sich in den verbleibenden drei Runden Fehervar, Bozen und Graz ausspielen.

Herzlich Willkommen: Auf Seiten der Gastgeber rückten zwei Neulinge in den Mittelpunkt. Zum einen trat der erst 19-jährige Tomaz Trelc das schwere Erbe von Star-Goalie Andy Chiodo (KalPa/FIN) an. Trotz der 5:2-Pleite machte der Slowene seine Sache gut. Von den 51 Schüssen, die auf seinen Kasten einprasselten, parrierte er starke 90 Prozent. Am offensiven Ende der Eisfläche jubelte mit Sebastijan Hadzic ein Debütant sogar über einen Treffer. Der U20-Spieler erzielte in Minute 37 das zwischenzeitliche 2:4.

Ohne Power: Ljubljana ist das schlechteste Powerplay-Team der Liga, das ist hinlänglich bekannt. Lediglich 12,41 Prozent aller Überzahlspiele münden in kollektiven Freudentaumel. Gegen Znojmo kam es aber noch dicker. Das vorentscheidente 4:1 der Gäste durch Radek Cip (35.) fiel bei Powerplay der "Drachen". Im Schlussviertel foulte Igor Cvetek Gegenspieler Jan Seda - ebenfalls bei eigener Überzahl - penaltywürdig. Seda verwandelte zum 5:2 (47.). Neben den "zwei" Toren in Unterzahl, nutzen die Tschechen durch Podesva (7.) und Sedivy (22.) ihrerseits zwei Powerplay-Situationen. So spielt ein Playoff-Team.

Befremdlich: Ein Jubel in der Fremde war für Znojmo zuletzt ein befremdliches Gefühl. Die heimstarken Tschechen verloren ihre letzten acht Auswärtsspiele. Mit dem heutigen 5:2 ging somit eine lange Durststrecke zu Ende.

VSV - Black Wings Linz 5:2 (2:1,1:1,2:0)

Tore: Pretnar (11.), McBride (11./PP, 21./PP), Santorelli (44./PP), Lammers (55./SH) bzw. Dorion (18.), Piche (40./PP2)

Villach, 3.715; Strafminuten: 19 plus Spieldauer B. Petrik bzw. 12 plus 10 disziplinar M. Iberer

 

Alte Weisheit: Wer die Tore nicht schießt, der bekommt sie. Eigentlich kann der geneigte Sportfan diesen Spruch nicht mehr hören. Blöd nur, dass er so oft zutrifft. Die Black Wings schnürten die Villacher in der Anfangsphase regelrecht ein, vergaben aber eine Top-Chance nach der anderen. Nach sechs Minuten waren die Stahlstädter 3:45 Minuten im Angriffsdrittel, die Villacher nicht einmal 10 Sekunden. Doch Jean-Philippe Lamoureux hielt seine Mannen mit einigen Glanzparaden im Spiel und so kam es, wie es kommen musste: Die "Adler" erzielten aus dem nichts das 1:0 und legten gleich ein zweites Tor drauf. Danach war die Linzer Überlegenheit Geschichte.

Coaches Battle: Vor der Partie hielten sowohl Villachs Hannu Järvenpää als auch der Linzer Trainer Rob Daum bei je 150 Siegen in der Erste Bank Eishockey Liga. Der Coach der "Adler" kann sich nun darüber freuen, öfter gewonnen zu haben als "Professor" Daum. Doch nicht nur das, aufgrund der fixierten Playoff-Teilnahme verlängert sich der Vertrag des Finnen bei den "Adlern" automatisch um ein Jahr. Kein schlechter Abend für Järvenpää.

Home sweet home: Das peinliche 3:6 gegen Schlusslicht Olimpija Ljubljana am 30. November scheint ein Weckruf zur rechten Zeit gewesen zu sein. Seither haben die Villacher jedenfalls zu Hause acht Siege in Folge feiern können. Der Lohn ist Rang drei, welcher das dritte Pick- sowie Heimrecht für die Playoffs bedeutet. Dies dürfte wohl Ansporn genug für den VSV sein, in den letzten drei Grunddurchgangs-Runden trotz fixer Playoff-Quali Gas zu geben.

Man of the Match: Es ist ja nicht so, dass die Linzer nicht versucht hätten, Tore zu schießen. Vor allem in den bereits angesprochenen ersten Minuten und in der Schlussphase hatte Lamoureux viel zu tun. 45 Mal feuerten die Stahlstädter in Richtung des 30-jährigen US-Amerikaners, nur zweimal ließ dieser die Scheibe passieren. Eine Fangquote von 96 Prozent machen Lamoureux ganz klar zum Mann des Spiels.

Eingesprungen: Normalerweise sind die beiden Stars Darren Haydar und Jason Krog für Tore verantwortlich. Lassen die beiden ausnahmsweise aus, kann sich der VSV mittlerweile aber auch auf seine zweite Angriffsformation verlassen. Brock McBride, Eric Hunter und Mark Santorelli waren für drei Tore und acht Scorerpunkte verantwortlich.

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