Ein Viertelfinale mit Brisanz

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Wer schafft den Aufstieg ins Halbfinale?

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Es war spannend bis zur letzten Sekunde, doch nun stehen die Viertelfinal-Paarungen der Erste Bank Eishockey Liga fest.

Die Vienna Capitals schafften als letzte österreichische Mannschaft den Sprung in die Playoffs. Neben den Wienern qualifizierte sich der HC Znojmo aus Tschechien in seiner ersten Saison in der EBEL für die Runde der besten Acht.

Die Black Wings Linz, Medvescak Zagreb, Fehervar AV19, Meister RB Salzburg sowie der KAC und Olimpija Ljubljana komplettieren die Postseason.

Somit kommt es mit Linz gegen die Capitals und Salzburg gegen den KAC zu zwei Österreicher-Duellen sowie mit Zagreb gegen Znojmo und Fehervar gegen Ljubljana zu zwei Paarungen mit rein ausländischer Beteiligung.

Black Wings Linz (1.) - Vienna Capitals (8.)

Die Wiener schafften den Sprung in die Playoffs auf den letzten Drücker und gehen als achte Mannschaft in die Serie gegen den bisherigen Liga-Dominator Black Wings Linz. Auf dem Papier eine klare Sache für die Oberösterreicher, die alle vier Aufeinandertreffen im Grunddurchgang für sich entscheiden konnten. Die Wiener sind mit dem Los jedoch nicht unglücklich.

Im Vorfeld des Entscheidungs-Spiels antwortete Caps-Stürmer Philipp Pinter auf die LAOLA1-Frage nach den Wunschgegner wie folgt: „Wir sind nicht in der Position, uns den Gegner aussuchen zu können, jedoch würde ich die Black Wings Medvescak Zagreb vorziehen. Ich glaube, deren Spielweise liegt uns eher.“

Die Oberösterreicher werden ebenso wenig beleidigt sein, gegen die Hauptstädter antreten zu müssen. Gegen den anderen Klub aus der Qualifikationsrunde, den HC Znojmo, haben die Stahlstädter nämlich eine negative Bilanz (1:3). Gefährlich könnte die Euphorie sein, welche die Wiener nach dem Aufstieg und dem 11:3-Sieg über Jesenice mit in die Playoffs nehmen.

Auf Seiten der Caps sollte man sich vor allem vor der besten Offensive der Liga in Acht nehmen. Danny Irmen und seine Kollegen erzielten in 50 Spielen nicht weniger als 179 Toren, was einem Schnitt von 3,58 Treffer pro Spiel entspricht.

LAOLA1-Prognose: Es wird ein harter Kampf für die Black Wings Linz. Auch wenn die Wiener in der bisherigen Saison nicht überzeugt haben, sind sie ein gefährlicher Gegner. Mitentscheidend wird sein, ob Reinhard Divis für das Viertelfinale fit wird. Mit Sebastian Stefaniszin im Tor wird es gegen die beste Offensive wohl nichts zu holen geben. Linz steigt mit dem Gesamtscore von 4:2 ins Halbfinale auf.

Runde Heim Auswärts Endstand
2 VIC BWL 5:7 (3:2,1:3,1:2)
11 BWL VIC 5:3 (2:0,1:1,2:2)
29 VIC BWL 2:5 (0:1,1:1,1:3)
44 BWL VIC 4:3 n.P. (1:2,1:0,1:1,0:0,1:0)

Medvescak Zagreb (2.) - HC Znojmo (7.)

Vor Saison-Beginn hätten wohl nur die wenigsten ihr Geld auf eine Postseason-Teilnahme der Tschechen gesetzt. Mit einem fulminanten Lauf in der Qualifikationsrunde stachen die Adler unter anderem die österreichischen Mannschaften VSV und Graz99ers aus. Die Bären aus Zagreb sind die Überraschungsmannschaft der Liga und beendeten nicht umsonst Grunddurchgang als auch Zwischenrunde auf dem zweiten Platz.

Im direkten Duell hatten die Kroaten drei Mal die Nase vorn, richtig souverän war jedoch nur der 5:1-Ausärtssieg in der 25. Runde. Dem gegenüber steht allerdings auch ein 8:2-Kantersieg der Tschechen im ersten Heimspiel gegen den kroatischen Meister.

Allerdings mussten die Bären in dieser Partie auf die beiden etatmäßigen Keeper Robert Kristan und Michael Ouzas verzichten. Der gerade Mal 18-jährige Andrej Vasiljevic griff in seinem erst zweiten Ligaspiel somit acht Mal hinter sich. Zuvor hatte er bereits gegen Salzburg sechs Treffer hinnehmen müssen. Aus diesem Grund darf der Kantersieg nicht überbewertet werden.

LAOLA1-Prognose: Die Tschechen haben in der Qualifikationsrunde ihr Können aufblitzen lassen und gezeigt, dass sie vor allem eisläuferisch und konditionell über großes Potential verfügen. Dennoch fehlt es der jungen Mannschaft an Erfahrung. In Zagreb wird auch aufgrund des fanatischen Publikums nicht viel zu holen sein, zu Hause reicht es immerhin zu einem Sieg: Endstand 4:1

Runde Heim Auswärts Endstand
2 MZA ZNO 4:3 n.P. (1:0,2:2,0:1,0:0,1:0)
11 ZNO MZA 8:2 (3:1,3:1,2:0)
25 ZNO MZA 1:5 (0:1,1:2,0:2)
35 MZA ZNO 6:4 (1:0,2:3,3:1)

Fehervar AV 19 (3.) - Olimpija Ljubljana (6.)

Ob sich die Drachen im letzten Spiel der Zwischenrunde da mal nicht verzockt haben. Im Penaltyschießen gegen Salzburg ließ man die Bullen gewinnen, um in der Runde der besten Acht nicht auf den KAC zu treffen. Jedoch gelten die Ungarn nicht gerade als Lieblingsgegner Ljubljanas. In sechs Partien konnte man nur einmal mit einem knappen 7:6 in Ungarn das Eis als Sieger verlassen.

Alle drei Heimspiele gegen die Magyaren gingen verloren und insgesamt mussten die Slowenen in drei Duellen vor fremder Kulisse nicht weniger als 15 Gegentore hinnehmen. Fehervar ist dafür bekannt, dass sie ihr Glück in der Offensive suchen. Mit Istvan Sofron (30) und Derek Ryan (25) stellt Fehervar die zwei besten Torschützen der Liga. Mit Marton Vas befindet sich ein dritter Ungar in den Top-Ten.

LAOLA1-Prognose: Ljubljana mauserte sich in der Zwischenrunde zum besten Heimteam und mussten nur eine Niederlage in fünf Spielen hinnehmen. Bezeichnend, dass man diese ausgerechnet gegen Fehervar bezogen hatte. Ein Shutout wird man in den Spielen wohl kaum erwarten können, Tore sind garantiert. Fehervar hat am Ende knapp mit 4:3 die Nase vorn.

RB Salzburg (4.) - KAC (5.)

Was für eine Brisanz. Die beiden Vorjahrs-Finalisten stehen sich in diesem Jahr bereits in der ersten Runde der Playoffs gegenüber. Definitiv haben die Mannen von Neo-Coach  Christian Weber mit den Bullen noch eine Rechnung offen.

In Spiel sieben verloren die Kärntner damals die Endspiel-Serie in der Verlängerung. Torschütze war kein Geringerer als Thomas Koch, der mittlerweile bei den Rotjacken unter Vertrag steht. In der bisherigen Saison trafen die Kontrahenten bisher sechs Mal aufeinander, wobei Salzburg all seine Heimspiele gewinnen konnte und einmal aus Klagenfurt zwei Punkte entführte.

Man darf gespannt sein, was Weber aus den KAC-Cracks rausholen kann, nachdem die Platzierungsrunde nicht nach Vorstellung der Verantwortlichen verlaufen ist. Bei den Bullen wird Torhüter Marty Turco unter besonderer Beobachtung stehen. Bereits beim Red Bulls Salute hat er gezeigt, dass er in entscheidenden Spielen noch zulegen kann.

Runde Heim Auswärts Endstand
9 FAV OLL 5:2 (0:0,2:1,3:1)
19 OLL FAV 2:5 (1:1,0:2,1:2)
27 OLL FAV 3:4 (1:1,2:2,0:1)
41 FAV OLL 6:7 (3:2,0:2,3:3)
45 FAV OLL 4:2 (3:1,0:1,1:0)
52 FAV OLL 3:5 (1:1,1:1,1:3)

LAOLA1-Prognose: Die Unruhen beim KAC gegen Ende der Platzierungsrunden haben Spuren hinterlassen. Die Klagenfurter haben zwar den Anspruch das Finale zu erreichen, gegen den amtierenden Meister wird man aber das Nachsehen haben. Trainer Weber ist in Österreich als Head Coach noch ein unbeschriebenes Blatt und steht sofort mächtig unter Druck. Sollte er nicht einen bisher unbekannten Trumpf aus dem Ärmel ziehen, wird sich Salzburg mit 4:2 durchsetzen.

Die Graz99ers hingegen treten ebenso wie Schlusslicht HK Jesenice vorzeitig den Urlaub an. Das gleiche Schicksal ereilt Traditionsklub Villacher SV, der zum ersten Mal seit 24 Jahren die Playoffs verpasst. Die Tage von Mike Stewart als Trainer dürften somit wohl gezählt sein.

Sebastian Rauch

Runde Heim Auswärts Endstand
1 KAC RBS 6:2 (1:0,4:1,1:1)
12 RBS KAC 4:2 (3:1,0:0,1:1)
24 KAC RBS 0:1 (0:0,0:0,0:1)
39 RBS KAC 6:2 (2:0,0:2,4:0)
45 KAC RBS 6:4 (1:1,2:2,3:1)
52 RBS KAC 2:1 (2:0,0:1,0:0)
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