Transfer-Deadline rückt näher

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Blick auf Regeln, Tauschvorgänge und Ausnahmen

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Die erste Transfer-Deadline in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) rückt näher: Ab 12. November, High Noon, beträgt die Kader-Obergrenze pro Verein endgültig 60 Punkte, die Tryout-Phase ist zumindest auf dem Papier beendet.

LAOLA1 blickt auf die Bestimmungen und die Planungen der einzelnen Teams.

Die Regeln:

Jeder nach dem 12.11. gemeldete (= eingesetzte) Spieler ist mit seinem Punktewert festgenagelt. Erreicht eine Mannschaft also 60 Punkte, geht danach nur mehr per Tauschvorgang etwas. Doch Teams wie Wien oder Klagenfurt werden ihre verletzten Spieler natürlich vorerst nicht melden, erreichen daher die Punkte-Obergrenze nicht. Die vielzitierten "Spieler-Aabmeldungen" gibt es gar nicht – derzeit steht alles auf Null, die Teams müssen lediglich am ersten Spieltag nach der Pause ihre aktuelle Kaderliste an die Liga übermitteln.

Die Tauschvorgänge:

Von der Liga nicht großartig publiziert, aber die Anzahl der Tausch-Vorgänge wurde von drei auf vier erhöht. Allerdings: Bei vier Tausch-Vorgängen müssten mindestens zwei davon reine Inländer-Wechsel sein, das wird in der Praxis ohnehin nicht vorkommen. Reine Legionärstäusche sind weiter mit drei gedeckelt. Außerhalb dieses Kontingents: Ein Torhütertausch (Legionär oder Inländer).

Die Ausnahmen:

Davon gibt es noch einige: Etwa ein Ringtausch – Spieler A ersetzt den verletzten Spieler B, dann kommt A wieder zurück – gilt nur als ein Wechselvorgang, nicht zwei.

Außerdem können Nationalteamspieler, die sich bei Länderspielen längerfristig verletzen, ohne Tauschvorgang ersetzt werden, allerdings nur, wenn die Differenz zum Punktewert des Ersatz-Spielers das Team nicht über die 60 Punkte befördert. Etwas kompliziert und in den letzten Jahren auch nicht vorgekommen.

Legionäre dürften weiterhin innerhalb der Liga nach dem 12.11. nicht wechseln.

Endgültiger Transferschluss für sämtliche angeführten Aktivitäten ist der 15. Februar 2016, 24 Uhr.

 

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Red Bull Salzburg

58,5 Punkte, kein Anlass zur Sorge. Allerdings denkt man über einen weiteren Legionärs-Forward nach, da müsste neben dem noch länger verletzten Andreas Kristler noch ein weiterer Spieler vom Hof reiten. Das sollte allerdings nur bei einem richtigen Kracher ein Thema sein.

 

Black Wings Linz:

Fabio Hofer und Daniel Oberkofler fallen noch bis mindestens Ende November aus, Jason Ulmer und Rob Hisey kommen nach der Pause wieder zurück. Punkte-Probleme gibt es bei 57,5 sowieso keine. Größtes Loch im Kader: Die Position des Dreier-Verteidigers. Die mit einem Legionär zu korrigieren, ginge jedoch nur auf Kosten eines anderen Spielers.

 

KAC:

Rene Swette fällt  noch länger aus, nach der Weiterverpflichtung von Bernd Brückler hat er ohnehin keinen Platz im Kader. Ohne Swette beträgt der Kaderwert 59 Punkte, die Rückkehr von Jean-Francois Jacques könnte nach der Pause erfolgen. Am Legionärssektor könnte ein rechtsschießender Flügel den bisher enttäuschenden Luke Walker ersetzen, derzeit besteht aber kein Grund zum Handeln.

 

HC Znojmo:

Die Adler wurden zuletzt arg vom Verletzungsteufel verfolgt, im letzten Spiel vor der Pause fielen gleich sechs Cracks aus. Zumindest Jan Seda und Ondrej Fiala liegen noch längere Zeit flach. Test-Spieler Petr Senkerik dürfte bleiben. Das derzeitige Gesamtkonstrukt verschlingt 55 Punkte, auf dem tschechischen Markt sind immer Spieler mit niedrigen Punktewerten verfügbar, sodass sich noch zwei weitere Spieler ausgehen sollten. Zumindest ein brauchbarer Backup für Patrik Nechvatal (begann bisher jedes Spiel) ist noch vonnöten.

Dornbirner EC:

Heilige Ruhe im Ländle, sportlich befindet man sich trotz unzähliger Auswärts-Spiele auf Top-6-Kurs. Der Vertrag von Goalie Florian Hardy wird bis Saisonende verlängert, KAC-Leihspieler Florian Kurath ist einer der vielen Anwärter für einen Platz in der vierten Linie. Die 59,5 Punkte geben keinen Anlass für Aktivitäten in beide Richtungen.

 

HCB Südtirol:

In Bozen ist die Kader-Situation etwas diffus. In den derzeitigen 61,5 Punkten ist der verletzte Brodie Reid inkludiert, er sollte aber bald wieder zur Verfügung stehen. Sportdirektor Dieter Knoll sucht nach zwei Verteidigern, vor allem für das Powerplay. Sollte er fündig werden, müßten wohl die beiden Tryout-Cracks Matic Podlipnik (unauffällig, aber solide) und Nick Palmieri (wie immer in einem schlechten körperlichen Zustand) ihre Koffer packen, trotzdem bestünde dann noch ein Punkte-Überschuss.

 

Vienna Capitals:

Die 64 Punkte am vollständigen Kaderblatt sind nur ein Papierwert, Jon Ferland, Sven Klimbacher und Tyler Cuma fallen noch wochenlang aus. Trotzdem verfügt Coach Jim Boni über sechs ligataugliche Defender, die Probleme liegen im Angriff. Simon Gamache hat mit einer Reihe von engagementlosen Spielen viel Kredit verspielt, aus finanziellen Gründen ist aber derzeit kein Tausch geplant. Bei Vollbestand – inklusive des ebenfalls verletzten Nullpunkters Dominic Hackl – verfügt man über neun (!) Verteidiger.

 

HC Innsbruck:

Andreas Valdix hangelt sich heuer von einer Verletzung zu anderen, könnte aber nach der Pause wieder einsatzfähig sein. Defender Flo Pedevilla kommt nach seinem Kreuzbandriss erst zu Weihnachten zurück. Mit den beiden haben die Tiroler 59 Punkte. Transfer-Aktivitäten sind keine geplant, im Gegensatz zur Konkurrenz weist man jedoch sowohl in der Abwehr als auch im Angriff große Löcher auf. Weitere Verletzungen könnten vor allem beim engen Spielplan der nächsten Wochen fatale Folgen haben.

 

Fehervar AV19:

Auf dem Papier stehen die Ungarn bei 61,5 Punkten, Legionär Judd Blackwater wandert alledings Richtung Slowakei ab. Nachdem auch Tihamer Becze verletzt ist, hätte Fehervar genug Spielraum für eine weiteren Legionär, doch die Gründe für die schwache Tabellenplatzierung gehen darüber hinaus: Beide Goalies agieren unbeständig, Andrew Sarauer und Frank Banham sind nach Operationen im Sommer ein Schatten ihrer selbst. Nachkauf Ryan Kinasewich floppte bis jetzt.

Um die vielen Ein-Tore-Niederlagen nach der Pause in Siege zu drehen, müssen Sarauer und Banham wieder zu alter Form finden. Rückkehrer und Zweier-Center Istvan Bartalis (Kreuzbandriss) ist ein weiterer Hoffnungsträger. Ganz abschreiben darf man die Ungarn noch nicht.

 

VSV:

Die  Villacher haben derzeit andere Probleme als ihre Punkte, mit 54 Zählern besteht ohnehin großer Spielraum. Zu viele Legionäre agieren durchschnittlich, Königstransfer Dustin Johner beschützt nur sein guter Kontrakt. Auch wenn Gerhard Unterluggauer und Florian Mühlstein abgehen - ein weiterer durchschnittlicher Übergangs-Legionär wird auch nicht weiterhelfen. Was kommt zuerst: Eine Kaderergänzung oder ein Abgang von Coach Hannu Järvenpää? Die Worte von Präsident Gilbert Isep in Radio Kärnten klangen nicht gerade wie eine Rückendeckung für den Headcoach …

 

Graz99ers:

Die sechs Spiele dauernde Sieges-Serie fand mit zwei Niederlagen ein Ende, jetzt stehen wieder Kader-Korrekturen an. Mike Littles Abgang überraschte nicht nur ihn, er erfuhr davon bei einem Kurzurlaub in Venedig. Der inoffizielle Grund war ein gewisser Einzelgänger-Status in der Kabine. Little könnte in der DEL2 unterkommen, ganz kostenneutral wird das aber nicht abgehen. Ohne Little halten die Grazer bei 59,5 Punkten. Sollte Coach Ivo Jans Wunschspieler Ales Kranjc (derzeit vereinslos) noch kommen, müsste einer der beiden Tryout-Defender Victor Panelin Borg (wahrscheinlicher) oder Mike Marcou noch weichen. Im Angriff steht Alexander Feichtner nach der Pause wieder zur Verfügung.

 

Olimpija Ljubljana:

Das Punkteloch (derzeit gemeldet: 38) ist ebenso groß wie das finanzielle, mit Zugängen darf nicht gerechnet werden. Allerdings sollten nach der Länderspiel-Pause wieder einige verletzte Spieler in den kader der Slowenen zurückkehren.

 

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