"Es war viel Geld"

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"Ich möchte heuer die 50.000er-Marke knacken"

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Die Freude stand Turnierdirektor Herwig Straka am Samstag ins Gesicht geschrieben: Im letzten Moment hatte er neben David Ferrer auch noch Olympiasieger Andy Murray zur 40-Jahr-Jubiläums-Auflage des Erste Bank Open in die Wiener Stadthalle geholt.

Natürlich musste der Steirer einen Patzen Geld ausgeben, doch der Spanier und der Brite kämpfen noch um die Teilnahme am ATP-World-Tour-Finale.

Vor allem um Murray, der Straka schon vor einigen Jahren fast fix zugesagt hatte und noch abgesprungen war, war es ein Bangen.

"Bei ihm war es bis zum Schluss ein Zittern. Deswegen hat mich das dann schon zu einem Freudenschrei veranlasst, als er dann zugesagt hat", schilderte Straka im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur nach der Auslosung im Einkaufszentrum "The Mall" seine Erleichterung.

Er habe Ferrer genommen, da Murray eben unsicher war. "Dann haben wir auf einmal zwei gehabt. Das war ein positiver Konflikt."

Thiem am Dienstag, Stars erst später

Nach der Auslosung, in der die Top 4 wie immer ein Freilos haben, hatte Straka schon seinen Plan für die ersten Einsätze parat: Ferrer soll erstmals am Mittwoch, Murray am Donnerstag ins Turnier einsteigen.

Dominic Thiem, der erstmals in Wien (als Nummer 8) gesetzt ist, misst sich voraussichtlich am Dienstag mit Vorjahresfinalist Robin Haase. Auch Jürgen Melzer (gegen Qualifikant) wird wohl eher Dienstag spielen, so Straka.

Am Montagabend, nach der großen Eröffnung mit Stargästen anlässlich des Turnierjubiläums, soll Gerald Melzer als erster ÖTV-Spieler gegen Carlos Berlocq einlaufen.

Haider-Maurer geht leer aus

Als Wermutstropfen für den späten Topstar-Coup blieb für Straka: Er wollte eigentlich eine der beiden noch freien Wildcards an Andreas Haider-Maurer geben.

"Aber das war nicht vorhersehbar. Die eine wäre für ihn reserviert gewesen." Dass bereits zuvor der aktuell im Ranking 62 Positionen schlechter platzierte Gerald Melzer dem aktuell 91. "AHM" vorgezogen worden war, hatte für Unmut beim aktuell zweitbesten ÖTV-Mann gesorgt.

"Ich habe die Entscheidung vor den US Open getroffen, da waren Gerald und Andi nicht weit auseinander", sagte Straka.

"Die kommen nicht umsonst"

Er habe Gerald Melzer zugesagt und aber nicht erwartet, dass er beide Wildcards an Topstars geben würde können. "Eine Zusage breche ich nicht gerne."

Der noch in Rennes weilende Haider-Maurer hätte Strakas Angebot, einen späten Samstag-Termin für die Qualifikation zu bekommen, nicht angenommen.

Doch natürlich überwog die große Freude über die tolle Besetzung, die natürlich nicht billig ist.

"Es ist kein Geheimnis, dass die nicht umsonst kommen. Natürlich ist eine späte Verpflichtung immer günstiger, als jemanden frühzeitig zu kaufen, weil man nicht die Chance hat, mit ihm Werbung zu machen. Aber es war viel Geld."

Hoffen auf ein großes Finale

Doch der gut laufende Kartenvorverkauf schon davor (Freitag und Samstag nur noch in billigsten Kategorien Tickets erhältlich) und auch sonst eine spürbare Dynamik, veranlassten Straka zum Risiko.

"Jetzt hoffe ich, dass wir am Sonntag ein Finale mit einem Murray oder Ferrer und Dominic haben." Und damit auch mehr Zuschauer als so oft am finalen Sonntag. Und die benötigt der Steirer, der seit sechs Jahren Turnierboss ist, auch.

"Ich möchte heuer die 50.000er-Marke knacken. Die werde ich wohl brauchen", gesteht Straka, der über ein Budget von 3 Millionen Euro verfügt.

Linz (k)ein warnendes Beispiel

Dass das Risiko natürlich groß ist, zeigt ein Blick nach Linz, wo beim WTA-Turnier die Stars reihenweise früh verloren haben.

Doch sowohl Ferrer als auch Murray müssen im Gegensatz zu den Damen noch Punkte für das Saisonfinale der besten acht Spieler holen, das Damen-Feld war schon vor Linz fixiert worden.

"Das ist genau der Unterschied. Die Notwendigkeit, sich zu qualifizieren, war in Linz nicht gegeben", bestätigt Straka, der den Linzern wünscht, dass sie bei ihrem Jubiläum 2015 mehr Glück haben.

"Das war wirklich der Super-Gau."

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