Kampf um jeden Zentimeter

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Innsbrucker haben das Momentum auf ihrer Seite

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Alles oder nichts.

Am Freitag wird im entscheidenden Spiel drei zwischen dem HC Hard und HIT Tirol die Krone der Handball Liga Austria vergeben. Sowohl die Innsbrucker als auch die Harder erwarten einen Kampf auf Biegen und Brechen, in welchem die Kleinigkeiten entscheiden werden.

Die Vorarlberger können dabei auf die Unterstützung der Zuschauer zählen, spielen die „Roten Teufel“ doch zu Hause. Erneut wird die Sporthalle am See bis auf den letzten Platz ausverkauft sein, wie dies schon in den Halbfinalspielen gegen die Fivers sowie im ersten Finalspiel gegen die Innsbrucker der Fall war.

Spiel verschoben

Da stört es auch nicht, dass das Spiel statt um 20:20 Uhr bereits um 18:30 Uhr beginnen wird. Grund dafür ist das Test-Länderspiel zwischen Österreich und EM-Gastgeber Ukraine, welches um 20:30 Uhr angepfiffen wird.

„Das ist kein Problem. Ich muss sagen, ich finde es sogar gut, denn wir können nicht mit dem Fußball konkurrieren“, ist Hard Trainer Markus Burger die Verschiebung sichtlich egal.

Der Übungsleiter der Vorarlberger hat im Moment ganz andere Sorgen, ist der Titel in der HLA doch so etwas wie Pflicht. Die Harder gingen als klare Favoriten in diese Final-Serie, nach dem Auftritt in Innsbruck vor der Rekordkulisse von 3.2000 Zuschauern sieht die Sache aber nicht mehr so klar aus.

„Uns hat das letzte Feuer gefehlt. So darf man nicht auftreten“, analysiert der gebürtige Bregenzer die 21:23-Niederlage des vergangenen Freitags.

Es wird für Burger kein leichtes werden, den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Derzeit ist er mehr als Psychologe denn als Handball-Trainer gefragt.

Stefan Öhler freut sich über den Sieg in Spiel zwei

Abwehr steht bombensicher

Das Gegenteil ist bei den Tirolern der Fall. Die Überraschungsmannschaft strotzt nach dem Sieg in der Wasserkraft-Arena nur so vor Selbstvertrauen.

Auch, weil die Truppe von Stefan Öhler, der die Wahl zum Trainer des Jahres für sich entscheiden konnte, ehemalige Baustellen beseitigt hat.

So war die Defensive über die gesamte Saison ein Sorgenkind der Tiroler. Im zweiten Aufeinandertreffen mit Hard war aber genau diese das Fundament für den späteren Sieg. Die Innsbrucker variierten zwischen einer offensiven 3-2-1-Abwehr, direkter Manndeckung, aber auch einer 6-0-Aufstellung, die zuletzt nicht zu überzeugen wusste.

Ersatzmänner glänzen

Weiter galt es als großes Manko, dass Trainer Öhler lediglich über eine erste Sieben verfüge. Die Bank wäre zu kurz, hieß es von allen Seiten, Stefan Watzl und Co. haben das Gegenteil bewiesen.

Der ehemalige Harder sprang für Povilas Babarskas in die Bresche, der wegen einer Tätlichkeit vorzeitig in die Kabine musste. Watzl übernahm Verantwortung und erzielte zwei wichtige Treffer in der Schlussphase. Ebenso zauberte Öhler mit Josef Steiger einen Trumpf aus dem Ärmel.

Durch die Besetzung des rechten Flügels rückte Andrius Rackauskas auf seine Stammposition im Rückraum, Max Hermann blieb vorerst nur ein Platz auf der Bank. Durch diese Personalie bekam der Kader mehr Breite und die Aufbau-Reihe der Innsbrucker wurde variabler.

Keine Sperren

Apropos Rückraum: Babarskas wird trotz seiner Tätlichkeit gegen Michael Knauth und die darauffolgende Rote Karte in Spiel drei auflaufen. Der Litauer erhielt für sein Vergehen lediglich eine Rüge des ÖHB-Strafsenats sowie eine Geldstrafe von 70 Euro. Ebenso wird Knauth, der kurz vor der Tätlichkeit gegen seine Person Pius Steiger aus der Luft holte und ebenfalls vom Platz gestellt wurde, am Freitag mit von der Partie sein.

Sollte es den Tirolern tatsächlich gelingen in Hard zu gewinnen und sich zum neuen Champion zu küren, wäre es der erste Meistertitel in der Geschichte des Vereins. Die Harder wiederum konnten bereits 2003 die Meisterschaft für sich entscheiden.

Sowohl für Öhler als auch für sein Pendant Burger wäre es der erste Gewinn einer Meisterschaft als Head Coach einer Kampfmannschaft.

Jubeln wird am Ende nur einer, während der andere am Ende einer starken Saison mit leeren Händen dastehen wird. Im dritten Finalspiel geht es um alles. Oder eben nichts.

Sebastian Rauch

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