Little Giants 2.0

Aufmacherbild
 

Großes Schauspiel in der National Football League

Aufmacherbild
 

"Erstens sind die Österreicher sehr höflich. Und zweitens meinen sie es nicht so."

Wer hat das gesagt? Richtig, Christoph Waltz. Wo? Richtig, bei Late-Night-Talker Conan O’Brien. Warum wird das hier erwähnt? Erstens weil wir einen Einstieg brauchten. Zweitens, warum nicht?

Aber es hat schon einen tieferen Grund, keine Sorge liebe Football-Freunde, wir kommen gleich auf den Punkt.

Christoph Waltz ist jedenfalls wohl auch den heimischen Sportfans ein Begriff, zumal nicht sehr viele österreichische Schauspieler schon einen „Oscar“ ihr Eigen nennen dürfen.

Also, der Wiener Waltz hat bereits zahlreiche Filme gedreht. Zwar keine Football-Streifen, aber nicht minder epochale Werke wie „Inglourious Basterds“ von Regisseur-Genie Quentin Tarantino.

Als unser Schauspiel-Held 1994 noch in einer Folge von „Kommissar Rex“ einen abgedrehten Mörder spielte, lief in den USA der Film „Little Giants“ mit Rick Moranis und Ed O’Neill – richtig, Al Bundy.

Wer sich jetzt denkt – ja, ist ja alles schön und gut, aber was zum Geier hat das mit dem vergangenen NFL-Wochenende zu tun? – der denkt das zu Recht.

Aber wir werfen nicht nur Fragen auf, wir liefern auch Antworten - let’s get awesome and awful – Week 15:

THE AWESOME

Carolina Coaches

Wir sind uns wohl alle einig: Der 28:13-Sieg der Carolina Panthers bei den Houston Texans, die sich eine Woche zuvor als Sieger der AFC South erstmalig für die Playoffs qualifizierten, war eine Überraschung. Sicher nicht jene des Wochenendes, wie im weiteren Verlauf zu lesen sein wird, aber auch keine kleine. Vor allem das Wie war ziemlich awesome – und hier meinen wir natürlich den Touchdown durch Richie Brockel. Kam der Trickspielzug – der Tight End übernahm den Snap und gab den Ball nicht, wie von den Texans vermutet wurde, weiter an Quarterback Cam Newton, sondern lief die andere Richtung in die Endzone – von Offensive Coordinator Rob Chudzinski bekannt vor? Das kann gut sein, denn Head Coach Ron Rivera gab zu, dass dieser dem Film „Little Giants“ – eben jenem Streifen mit Moranis und „Al“ entstammt. True (awesome) Story!

 

Kansas City Chiefs

Schauen wir uns die Sachlage einmal genauer an: Von allen möglichen Teams, wer hat die Perfect Season der Green Bay Packers am 15. Spieltag zerstört? Nein, nicht etwa die New Orleans Saints mit ihrem Offensiv-Feuerwerk, das einer Secondary erstklassig Probleme bereiten kann. Oder Chicago, das mit ihren damals unverletzten Jay Cutler und Matt Forte noch ernstzunehmend war. Oder San Diego, das scheinbar nur im Dezember erfolgreich Football spielen kann. Oder die New York Giants, die – gut, nach diesem Wochenende sind sie vielleicht nicht so angebracht… Jedenfalls, die Kansas City Chiefs – die eine Woche zuvor noch mit 10:37 bei den Jets untergegangen waren, danach Head Coach Todd Haley gestanzt und gegen Green Bay mit Interims-Trainer Romeo Crennel erstmals so richtig mit Quarterback Kyle Orton gespielt haben – beendeten die 19 Spiele andauernde Siegesserie der Packers. Unpackbar!


Indianapolis Colts

Ja, is denn heut‘ schon Weihnachten? Klares Nein. Und vergangenen Sonntag war dies auch nicht der Fall. Aber die Colts haben sich an diesem besagten das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht. Das nervenaufreibende Zittern hat ein Ende gefunden, die drohende Schande ist abgewendet und der von den 2008er-Lions gefertigte Müllbeutel mit den zwei Löchern für die Augen wurde wieder weggelegt. Die Colts werden diese Saison nicht 0-16 beenden! Weil sich die Tennessee Titans bereits eine Woche vor dem großen Fest so brüderlich zeigten und beim 0-13-Indy 13:37 verloren, können die Colts-Fans zufrieden Weihnachten entgegenblicken. Gewinnen werden sie allerdings jetzt nicht mehr – denn blöd werden sie sein und den ersten Draft-Pick noch abgeben…

THE AWFUL

 

Candlestick Park

Liebe NFL, macht ihr das absichtlich? Also, legt ihr uns Awfuls irgendwie auf? Wenn ja, danke, wir möchten uns ja nicht beschweren, wenn uns die Arbeit erleichtert wird. Und in diesem Fall musste uns ja echt kein Licht aufgehen, als wir uns über die Awesomes und Awfuls dieser Woche beratschlagt haben. Natürlich gibt es in so einem Entscheidungsprozess auch dunkle Momente, ein oder zwei, aber schlussendlich schaffen wir es dann doch, alles ins rechte Licht zu rücken. Was ging also im Candlestick Park – frei übersetzt, oder so wie es uns am besten passt: LEUCHTER Park – zu San Francisco beim Monday Night Game zwischen den 49ers und den Steelers (20:3) aus? Richtig, die Leuchter! Zwei Mal! Liebe Techniker-Freunde in SanFran – so oft hatten die 49ers in jüngerer Vergangenheit kein Monday Night Game vor eigenem Publikum. Da könnte man schon darauf achten, dass die Glühbirnen halten. Aber es soll Schlimmeres geben - wenigstens ist niemand von einem selbstfahrenden Sanitärs-Buggie im (Cowboys)Stadium überfahren worden.  Aber das ist eine andere (Highschool)Geschichte…

 

New York

Na, das kann ein Derby werden! Halleluja! Am Heiligen Abend treffen die New York Jets auf die New York Giants. Und wenn sich die Teams genauso präsentieren wie am vergangenen Sonntag, dann kann den Fans nur eines geraten werden: Schenkt die Karten her, am besten jenem Verwandten, den ihr am wenigsten leiden könnt. Oder schmeißt sie einfach weg. Denn wenn ihr euch solche Performances live ansehen müsst, dann seid ihr auf der Blind Side… Grottenschlechter konnten beide Teams am Sonntag nicht agieren: Die Giants blamierten sich vor eigenem Publikum gegen die Washington Redskins bis auf die Knochen (10:23). Und die Jets agierten bei den Eagles jenseits von Gut und Böse – lagen knapp nach Beginn des zweiten Viertels 0:28 zurück – am Ende wurde es ein 19:45-Debakel… An der Spannung wird es zumindest am Samstag im MetLife-Stadium nicht scheitern – wer verliert, kann sich wohl die Playoffs getrost aufzeichnen – die „Survival Bowl“ kann zumindest in dieser Hinsicht kommen!

 

Chicagos Verletzungspech

Was haben die armen Bären in den vergangenen Wochen nicht alles an Verletzungen einstecken müssen? Natürlich, jede Mannschaft hat ihr Pech in dieser Hinsicht, aber Chicago hat das absolute Pech. Erst fällt Quarterback Jay Cutler nach einem Fingerbruch für den Rest der Saison aus, dann erwischt es auch noch Matt Forte, einen der besten Running Backs in dieser Saison, am Knie. Und als die Playoff-Hoffnungen damit sowieso schon begraben waren, musste sich auch noch Wide Receiver Johnny Knox verletzten. Eine wirklich unschöne Szene bei der aus Bears-Sicht sowieso unschönen 14:38-Niederlage gegen die Seattle Seahawks. Knox verletzte sich bei einem Zusammenstoß den Rücken so schwer, dass er nackenstabilisiert auf einem Wagen das Feld verlassen musste. Mittlerweile hatte er auch schon eine Rückenoperation. Seine Saison ist natürlich vorbei – aber die Prognose ist glücklicherweise eine gute – er hat sich ein Gelenk, das die Wirbelsäule stabil hält, angeknackst. In drei bis vier Monaten soll Knox wieder hergestellt sein und seinem Beruf nachgehen… Gesundheit ist das Wichtigste, in diesem Sinne awesome X-mas – und für alle, die am Heiligen Abend ab 19 Uhr Football schauen wollen – wirklich, Gesundheit ist das Wichtigste…!

 

Bernhard Kastler

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen