Renault plant keine Übernahme

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Renault plant keine Übernahme von Toro Rosso

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Renault bekennt sich langfristig zur Formel 1 und hat die aktuelle WM-Saison trotz der Klagen von Red Bull noch nicht abgeschrieben.

Außerdem plant man derzeit keine Übernahme eines Teams und will Motorenlieferant bleiben.

Das hat Renaults Formel-1-Geschäftsführer Cyril Abiteboul am Rande des Monaco-Grand-Prix gegenüber "Reuters" gesagt. "Wir bleiben das, was wir sind", meinte der Franzose.

Renault war als Motorenlieferant mit Red Bull Racing vier Mal in Folge Weltmeister geworden, wird von den Österreichern seit dem Vorjahr aber heftig kritisiert, weil den Franzosen nach der Regeländerung hin zu V6-Turbohybridantrieben kein Top-Produkt gelungen ist.

Abiteboul: "Entwickeln uns konstant weiter"

PS-Mangel und zuletzt auch auffällig viele Standfestigkeitsprobleme haben dazu geführt, dass das einstige Weltmeisterteam von Dietrich Mateschitz weit zurückgefallen ist.

Weil auch das Chassis offenbar nicht auf der Höhe der Zeit ist, liegt man in der WM 2015 derzeit nur auf Platz vier hinter Mercedes, Ferrari und Williams.

Der vierfache Weltmeister wurde damit spätestens 2015 vom Champion zu einem Mittelständler. Selbst Ausstiegsüberlegungen wurden ventiliert, die hatten aber mehr mit Marketinggründen sowie dem aktuellen Reglement an sich zu tun.

Bei Renault hat man die Kritik der Österreicher stets aufgenommen, zuletzt aber klar gemacht, dass das erstmals nicht mehr von Adrian Newey komplett verantwortete Chassis nicht ganz top ist.

In Frankreich will man aber so oder so einen weiteren Gang zulegen. "Wir ändern gerade die ganze Organisation. In der Fabrik tut sich sehr viel, was das Personal, die Prozesse und das Equipment betrifft", sagte Abiteboul. "Wir entwickeln uns konstant weiter und lernen. Das wird uns vorwärtsbringen."

Übernahme von Toro Rosso aktuell kein Thema

Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko macht sich aber keine Hoffnungen, dass entscheidende Fortschritte schnell und schon gar nicht bis zum Heimrennen am 21. Juni in Spielberg erreichbar sind.

Renault müsse vorerst die Standfestigkeitsprobleme lösen, dann kann man an mehr Leistung abreiten, was frühestens gegen Saisonende eintreten werde. Das bestritt auch Abiteboul nicht.

Im Gegensatz zu allen bisher kolportierten Informationen plant Renault aber keine Übernahme eines Formel 1-Teams. Angeblich war man u.a. am Red-Bull-Juniorteam Toro Rosso interessiert, um die eigene Marke wieder zu stärken.

"Es gab Kommentare, dass wir Toro Rosso oder ein anderes Team kaufen sollten usw. Aber ganz ehrlich, unser Plan ist zu bleiben, was wir sind. Wir sind eine Motorenlieferant und als der müssen wir einfach auf der technischen Seite einen besseren Job machen", versicherte Abiteboul.

Renault hat Langzeitstrategie

Das müsse aber nicht heißen, dass eine Team-Übernahme komplett vom Tisch sei. "Erst konzentrieren wir uns aber auf die aktuellen Probleme. Und dann schauen wir, ob sich andere Marketing-Gelegenheiten anbieten."

Die Formel 1 sei für Renault sehr wichtig. "Wir sind ebenfalls aus Marketinggründen hier. Renault hat Probleme, gibt aber nicht auf. Wir haben eine Langzeitstrategie. Und wir wollen zeigen, dass wir uns in den kommenden Rennen oder Jahren zurückkämpfen können."

Max Verstappens zweiter Platz im ersten Monaco-Training in einem ebenfalls von Renault angetriebenen Toro Rosso sei ein positives Beispiel.

"Niemand kann in der Formel 1 erwarten, dass einer jedes Rennen gewinnt. Denn das wäre dann kein Sport mehr und jeder würde sich langweilen."

Was Hoffnung macht, ist, dass man das Problem offenbar geortet hat. "Unsere Probleme mit der Zuverlässigkeit und die fehlende Performance haben mehr oder weniger die gleiche Ursache", sagte Abiteboul.

2015 noch kein verlorenes Jahr

"Es ist nicht nur der Motor, sondern das Gesamtpaket muss besser werden. Wir müssen gemeinsam einen besseren Job machen."

Abiteboul glaubt also nicht, dass 2015 für Renault jetzt schon ein verlorenes Jahr ist.

Selbst wenn die Piloten Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat bereits beim sechsten Saisonlauf in Monaco auf Teile der vierten und letzten ohne Strafen erlaubten Antriebseinheit zurückgreifen müssen und damit bald Rückversetzungen drohen.

"Vielleicht sollte ich das jetzt nicht sagen, weil die FIA dann zu noch schärfen Strafen greift. Aber auf Strecken auf denen man überholen kann, macht ein gut abgestimmtes Fahrzeug mit genug Power im Heck zehn Plätze locker wieder gut. Vor allem bei langen Rennen", hatte Abiteboul schon bei der Pressekonferenz der Teamchefs am Donnerstag gemeint.

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