Ein Feuerwerk der Extraklasse

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Super-Mario führt das Team des Jahres an

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Kinder, wie die Zeit vergeht.

Schon wieder ist eine Saison Geschichte.

Die Spielzeit 2012/13 ist beendet, die Meister sind gekürt, die Absteiger gefunden. Es wurde gezittert, geflucht und gefeiert.

Höchste Zeit, um noch einmal zurückzublicken. Der große Saisonabschluss-Saloon widmet sich den besten Spielen, den kuriosesten Geschichten und den interessantesten Fun-Facts.

 

Top-Spiele

 Das erste Derby della Capitale der Saison zwischen Lazio und Erzrivale AS Roma hatte alles, was es brauchte, um in Erinnerung zu bleiben. Den beinahe üblichen unschönen Fan-Krawallen im Vorfeld folgte zu Spielbeginn eine Unterbrechung, da jemand anscheinend die Stromrechnung fürs Stadio Olimpico nicht bezahlt hatte. Als die Lichter wieder angingen, lieferten sich die Teams im strömenden Regen eine packende Partie. Insgesamt fünf Tore - Pjanic' 45-Meter-Treffer inklusive – und zwei Platzverweise gab es zu sehen. Lazio behielt mit 3:2 die Oberhand und stellte schon früh die Machtverhältnisse in der ewigen Stadt klar.


 Würdig war es, wie Sir Alex Ferguson in die Pension verabschiedet wurde. Die einzigartige Karriere des Schotten hätte sich zum Abschluss auch nichts weniger verdient, als ein ultrahistorisches Spiel. Fergusons Lebenswerk Manchester United und Gegner West Bromwich Albion ließen sich nicht lumpen und sorgten mit einem atemberaubenden 5:5 für einen gleichermaßen sportlich wie emotional denkwürdigen Tag. Die Hausherren um Dreifachtorschütze Romelu Lukaku kamen dabei durch eine unglaubliche Schlussoffensive nach 2:5-Rückstand noch zurück und trotzten den „Red Devils“ ein Remis ab.

 

Es gibt Mannschaften, von denen man behauptet, selbst der Zeugwart könnte sie zum Sieg führen. Doch dass es bei Galatasaray Istanbul im Spiel gegen Mersin Idman Yurdu wirklich so kommen sollte, vermutete niemand. Mit den Worten „Du bist der Chef!“ übertrug Fatih Terim Hasan Celik die Verantwortung, nachdem der Chefcoach ebenso wie seine Assistenten Ümit Davala und Hasan Sas auf die Tribüne verwiesen wurden. Trotz Unterzahl neben und auf dem Platz – Nounkeu musste in Halbzeit eins runter – drehte der Meister den frühen Rückstand (Burhan, 3.) dank Melo und Drogba (2x) aber noch in einen 3:1-Erfolg. Zudem blieben auf beiden Seiten Chancen für gut und gerne zehn Treffer ungenutzt.

Schattenligen

Über Bayern, ManUnited, Barca, Juventus und PSG haben wir genug berichtet.

Wir wollen an dieser Stelle auch FC Porto, ZSKA Moskau, Ajax Amsterdam, Shakhtar Donetsk, Olympiakos Piräus, Galatasaray SK, RSC Anderlecht, FC Kopenhagen, FC Basel, Apoel Nikosia, Maccabi Tel Aviv, Celtic FC, Viktoria Plzen, Legia Warschau, Dinamo Zagreb, Steaua Bukarest, BATE Borisov, IF Elfsborg, Slovan Bratislava, Molde FK, FK Partizan, Ludogorets Razgrad, Györi ETD, HJK Helsinki, Dinamo Tiflis, FK Zeljeznicar, Sligo Rovers, NK Maribor, Ekranas Paneveszys, Sheriff Tiraspol, Neftchi Baku, Daugava Daugavpils, Vardar Skopje, Shakhter Karagandy, FH Hafnarfjardar, Sutjeska Niksic, Skenerbeu Korce, Birkirkara FC, New Saints FC, JK Nomme Kalju, Cliftonville FAC, Fola Esch, FK Shirak, EB/Steymur, FC Lusitanos, SP Tre Penne und natürlich dem FK Austria von ganzem Herzen zum Meistertitel in der letzten Saison gratulieren.

Fünferkette

Politiker der Saison - Wir haben uns in diesem Jahr für Hans-Peter Martin entschieden. Kennt ihr nicht? Der 55-jährige Vorarlberger ist Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Gründer der "Liste Dr. Martin". Nun zum Wesentlichen. Als Freund des runden Leders hatte er sich "für viel Geld" ein Ticket für Barca-Bayern besorgt. Mit seinem (Münchner) Fan-Schal machte er sich jedoch recht schnell unbeliebt, sodass ihn Sicherheitskräfte abführten. Dabei wurde er nicht nur äußerst unsanft behandelt, sondern auch seines Schals sowie seines Handys entledigt. "Mein Abend war ruiniert, ich konnte 15 Minuten des Spiels nicht sehen und stehe noch immer unter Schock", so Martin. Um das Geschehene zu verarbeiten und seinem Ärger Luft zu verschaffen, schrieb er sich seinen Frust in einem Brief von der Seele. Klickst du!


Balotelli der Saison - Ach, wo fangen wir an ... am besten bei seinem Sex-Angebot, das er den Real-Stars mit seiner Freundin in Aussicht stellte, sollten sie den BVB aus der Champions League kegeln. Dazu hat er bis heute noch keinen Elfmeter verschossen. Er wurde auf die "Time"-Liste der 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der Welt gesetzt, während Angela Merkel rausfiel. Er nahm sich ein Taxi von Manchester nach London, will eine Statue von sich errichten lassen und wurde während einer Auswärtsfahrt mit dem Zug beim Rauchen erwischt. Super-Mario lässt einfach nichts aus und liefert uns immer neue Anekdoten - dafür wollen wir uns ganz herzlich bedanken.

 

Helden der Saison - Die selbsternannten Verbrechensbekämpfer Nelson Valdez und Leonardo Bonucci bewarben sich schon einmal für eine Post-Fußball-Karriere als Bond-Darsteller. Während der Valencia-Stürmer Einbrecher mit bloßen Händen und Steinen aus seinem Haus vertrieb, ging es bei Bonucci noch Action-geladener zu: Der Juve-Verteidiger streckte nicht nur einen bewaffneten Gauner nieder, sondern nahm auch noch dessen Verfolgung auf. Ein Mädchen hatte indes Lazios Luciano Zauri ihre Rettung aus einem vier Meter tiefen Schacht zu verdanken. LA-Galaxy-Profi Robbie Rogers hat sich den Helden-Status mit seinem Outing ebenso verdient wie die Fans des FC Portsmouth, die mit je 1.000 Pfund ihren Klub samt Stadion übernahmen und ihn damit vor dem Finanz-Kollaps bewahrten.

 

"On Fire"

 Gut, kein Team war ansatzweise so heiß wie der FC Bayern, dem standesgemäß auch die Ehre einer Saloon-Sonderausgabe zuteil wurde. Aber auch der FC aus Barcelona darf auf eine überragende Saison in der Liga zurückblicken. Nur ein Jahr, nachdem Real Madrid mit 100 Punkten einen vermeintlichen Allzeitrekord aufgestellt hatte, egalisierten die Katalanen diese Bestmarke auch schon wieder. Dem Erzrivalen gönnt man eben wirklich nichts.

In Portugal muss die Null stehen - und zwar in der Spalte Niederlagen. Zumindest, wenn man den Meistertitel holen will. Der FC Porto blieb in allen 30 Spielen ungeschlagen, gab nur sechs Mal Punkte ab und verwies Benfica Lissabon (einzige Niederlage im direkten Duell) auf den zweiten Platz. Chapeau zu einer perfekten Saison!

 

"On Ice"

 Mit einem Etat von über 100 Millionen Euro und zahlreichen großen Namen gingen die Queens Park Rangers in die Saison. Erst am 17. Spieltag – Premier-League-Minusrekord! - durften die „Super-Hoops“ jedoch den ersten vollen Erfolg feiern. Mit insgesamt nur vier Siegen stieg man sang- und klanglos ab. Daran konnte selbst Harry „Houdini“ Redknapp nichts ändern.

Eine entbehrliche Bestmarke setzte auch die SpVgg Greuther Fürth, die die Saison als erstes Team der Bundesliga-Geschichte ohne Heimsieg abschloss. Ein solcher gelang selbst Metalurg Zapoizhya, ansonsten gab es für den ukrainischen Aufsteiger allerdings nichts zu lachen: Der 2:0-Erfolg über Kryvbas Kryvyi Rig am 25. (!) Spieltag war der erste und einzige Dreier einer Horror-Saison, die mit elf Punkten und lediglich zwölf erzielten Toren abgeschlossen wurde. 

 

Teams der Saison

Fußnoten 

Absturz I - Mit insgesamt 16 Niederlagen belegte Inter Mailand in der Serie A nur Endrang neun und verpasste erstmals seit 14 Jahren einen Europacup-Startplatz.

Absturz II - Werder Bremen blieb in den letzten 13 Bundesligaspielen ohne Sieg und spielte mit nur 34 Punkten die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte.

Vorentscheidend - Marco Reus erzielte wettbewerbsübergreifend 19 Treffer. Zwölf Mal war es das so wichtige 1:0 für den BVB.

Vorfreude - Die kommende Serie-A-Saison hält fünf stadtinterne Duelle parat. Freuen dürfen sich Fans aus Mailand (AC und Inter), Turin (Juventus und Torino), Roma (AS und Lazio), Genua (CFC und Sampdoria) und Verona (Chievo und Hellas).

Ungeschlagen - Der Spieler, der in allen Bewerben die meisten Spiele bestritt, ohne eine Niederlage zu erleiden, war aus den Top-Ligen Rafinha. Der Brasilianer kam zu 17 Einsätzen und konnte den Rasen stets erhobenen Hauptes verlassen (15 Siege, zwei Remis).

Unbezwungen - Noch eine Bestmarke für die Bayern. Tom Starke ist der Spieler mit den meisten Bundesliga-Minuten, ohne mit seiner Mannschaft ein Gegentor erhalten zu haben. 270 waren es, um genau zu sein.

Kurios - Jean-Louis Leca war der einzige Ligue-1-Profi der letzten Saison, der eine Gelbe Karte sah, ohne auch nur eine Minute gespielt zu haben.

Meister - Der FC Arsenal wäre Meister. Wenn, ja wenn die "Gunners" nicht so viele individuelle Fehler begangen hätten, die zu Gegentoren führten. In einer eigens erstellten Liste kam hervor, dass Arsenal ohne Schnitzer 80 Punkte hätte und ManUnited (75) und ManCity (74) klar das Nachsehen gehabt hätten.

 

P.S.

Liebe Saloon-Leser!

Wir, das LAOLA1 Saloon Team, wollen uns für euer großes Interesse bedanken. Es freut uns, dass ihr dieses Format so positiv aufgenommen habt. Wir sind stets darum bemüht, euch über das internationale Fußball-Geschehen auf dem Laufenden zu halten und werden das auch nach der Sommerpause wieder tun.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Der Saloon wird zur neuen Saison einen neuen Anstrich erhalten und ordentlich aufgepeppt. Aus diesem Grund wollen wir von euch wissen, welche Kategorie(n) unbedingt bleiben sollte(n) und auf welche man verzichten kann.

Euer Saloon Team


Trainerposse der Saison - Als Trainer von US Palermo sollte man sich gründlich überlegen, ob man sich ein Haus auf Sizilien zulegt, oder nicht doch vorerst nur ein Zimmer im Hotel bezieht. Ganze vier Mal zog Präsident Maurizio Zamparini in der abgelaufenen Saison vergeblich die Reißleine. Sonderlich kreativ zeigte er sich bei der Trainerwahl allerdings nicht: Gian Piero Gasperini durfte sein Glück ebenso zwei Mal versuchen wie Giuseppe Sannino. Nun soll Gennaro Gattuso den sofortigen Wiederaufstieg in die Serie A bewerkstelligen. Gut, dass sich dieser bereits mit exzentrischen Klub-Bossen auskennt. Immerhin wurde er beim FC Sion selbst vom Spieler zum Spieler-Trainer befördert, um wenig später mitsamt seines kompletten Stabs gefeuert zu werden.

 

Wutausbrüche der Saison - Ein Rudi Völler, es gibt nur ein'n Rudi Völler! Glücklicherweise bescherte uns dieser eine jedoch schon zahlreiche „Wuchteln“. Diesmal hatte es der Leverkusen-Sportdirektor auf Sky-Kommentator Marcel Reif abgesehen. "Was der Reif sagt, geht mir völlig am Arsch vorbei, dieser Klugscheißer!", schimpfte „Tante Käthe“. Auch Bruno Labbadia zog den verbalen Frustabbau einem drohenden Magengeschwür vor: „Ich finde, es ist eine gewisse Grenze erreicht, die Trainer der Bundesliga sind nicht Mülleimer von allen Menschen hier. Man muss sich heute die Frage stellen: Gehe ich einen schweren Weg mit oder sage ich: Am Arsch geleckt?" Anderswo muss man sich hingegen vor umherfliegenden Krankentragen in Acht nehmen. Wenn sich Nicolae Manea, Trainer des rumänischen Erstligisten Gloria Bistrita, eine solche schnappt, sollte man schleunigst das Weite suchen.

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