WAC/St. Andrä ist in der kommenden Saison das neue Gesicht in der österreichischen Bundesliga. Für viele sind die Kärntner (noch) eine Unbekannte.
Vom Regionalliga-Klub entwickelten sich die Wolfsberger auch dank der Kooperation mit St. Andrä zur Größe in der Ersten Liga und gingen ihren Weg unbeirrt weiter.
„Vor der Saison waren wir auf keinen Fall die Favoriten. Vor dem ersten Match habe ich zur Mannschaft gesagt: Fünfter wäre gut, Dritter super und Erster ein Traum“, erinnerte sich Trainer Nenad Bjelica an die Außenseiterrolle.
LAOLA1 durchleuchtet den Bundesliga-Aufsteiger und nennt die Erfolgsgaranten:
DER TORJÄGER: Christian Falk
DIE SPANIER: Jacobo und Solano
Mit Jacobo Ynclan machte der WAC/St. Andrä im Sommer einen Glücksgriff. Der Spanier, der unter anderem schon in der B-Mannschaft von Europa-League-Sieger Atletico Madrid und bei CD Alaves auflief, avancierte zum Spieler des Jahres in der Ersten Liga. Der technisch versierte Offensivspieler zog die Fäden im Mittelfeld und strahlte stets Torgefahr, die sich in Form von 14 Treffern äußerte, aus. Dem 28-jährigen Iberer ist durchaus zuzutrauen, auch in der Bundesliga eine gute Figur zu machen - so wie José Antonio Solano, der erst im Winter geholt wurde, jedoch gleich eine Duftmarke hinterließ. Der Innenverteidiger lernte immerhin bei der B-Elf des FC Barcelona. Dass Spanier in Österreich derzeit Hochsaison haben, ist spätestens seit den Erfolgen der SV Ried bekannt.
DER KÄRNTNER: Stephan Stückler
Stephan Stückler ist ein Kärntner durch und durch. Dementsprechend nahe ging dem gebürtigen Villacher der Aufstieg mit dem WAC. Die Bundesliga ist für den 26-jährigen Stürmer aber keinesfalls Neuland. Schließlich steht er nun zum dritten Mal in der höchsten Spielklasse – allesamt mit Kärntner Vereinen. Während er Anfang der 2000er Jahre beim FC Kärnten erstklassig spielte, sammelte er 2008 auch Erfahrungen mit Austria Kärnten. Dass der WAC/St. Andrä nun ebenfalls in den Genuss der Bundesliga kommt, ist auch sein Verdienst. Stückler stand in 27 Spielen am Platz und erzielte insgesamt zehn Treffer.
DIE BUNDESLIGAERFAHRENEN PROFIS:
Durchforstet man den Kader des Erste-Liga-Meisters, ist die Überraschung über den Aufstieg der Kärntner längst nicht mehr groß. Schließlich weisen bereits elf Profis Erfahrung in der österreichischen Bundesliga auf: Dario Baldauf (53 BL-Spiele/1 Tor: Altach, SW Bregenz, Admira), Mario Sollbauer (18/0: A. Kärnten), Sandro Zakany (29/0: A. Kärnten), Stephan Stückler (4/0: A. Kärnten, FC Kärnten), Gernot Messner (19/0: SV Austria Salzburg), Gernot Suppan (15/0: Sturm Graz), Roland Putsche (1/0: A. Kärnten), Hannes Jochum (90/0: LASK, FC Tirol), Danijel Micic (14/1: Kapfenberger SV), Mario Kröpfl (15/0: A. Kärnten) und Christoph Cemernjak (16/0: Altach; verließ WAC im Winter).
DER OLDIE: Hannes Jochum
35 Jahre hat Hannes Jochum bereits auf dem Buckel und trotzdem biss er für den Aufstieg noch einmal auf die Zähne. Zwar reichte es in der aktuellen Spielzeit nur mehr zu 13 Einsätzen, trotzdem ist der Kapitän ein wichtiger Bestandteil des Teams. Der Defensivspieler konnte sein Glück nicht fassen, noch einmal den Sprung ganz nach oben zu schaffen. Schließlich spielte er mit dem FC Tirol in der Bundesliga, als andere Kader-Mitglieder noch nicht einmal die Volksschule besuchten. Auch wenn der Generationswechsel langsam seinen Lauf nimmt, soll Jochum weiterhin gehalten werden.
DER DEUTSCHE: Markus Kreuz
DER ERFOLGSTRAINER: Nenad Bjelica
Der 40-jährige Kroate ist der Erfolgstrainer schlechthin. Bereits im jungen Alter hat er sich Respekt verschafft und strebt nach Höherem. Nach schwierigen Aufgaben beim FC Kärnten und FC Lustenau hat er in Wolfsberg seine Plattform gefunden und ein schlagkräftiges Team aufgebaut. Bjelica wurde nach der beschlossenen Kooperation mit St. Andrä ausgewählt die Geschicke zu leiten und übernahm am 10. Mai 2010. Wenige Tage später wurde der Aufstieg in die Erste Liga fixiert, der diesjährige Erfolg ist bekannt. Mit seiner Hingabe, die ihm die eine oder andere Verbannung auf die Tribüne bescherte, arbeitete er akribisch am Ziel Aufstieg. Als es soweit war hatte er Tränen in den Augen und schloss seine Kinder in die Arme. Die Bundesliga darf sich auf den Ex-Profi freuen.
DER PRÄSIDENT: Dietmar Riegler
Der Mann, der alles möglich machte. Selten war ein Präsident so in eine Meisterfeier involviert, wie es am Freitag bei WAC/St. Andrä der Fall war. Vor 22 Jahren war er selbst als Spieler beim bis dato letzten Aufstieg – als Kärntner Landesmeister in die 2. Division - dabei, nach seiner aktiven Karriere entschied er, sich persönlich und finanziell für den Klub einzusetzen. Zusammen mit seinem Team schaffte er die Bedingungen, das Lavanttal wieder in den Profi-Fußball zu führen. Gut abgesichert, konnten die sportlichen Geschicke unbeeinträchtigt geleitet werden. „Es war vor zwei Jahren nicht einmal ein Traum, in die Bundesliga zu kommen. Wir werden in Ruhe planen für die neue Saison. Wir werden eine Mannschaft formen, mit der wir in der Bundesliga bestehen können“, lautete Rieglers Kommentar nach dem Aufstieg.
Alexander Karper