Kein Platz für die Neuen

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Wunschelf und Kaderbewertung FK Austria Wien

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Die Wiener Austria kann entspannt in die neue Saison gehen.

Ein Ausverkauf der Meisterelf blieb aus, der Kader wurde stattdessen noch einmal aufpoliert.

Mit den Neuzugängen Daniel Royer, Rubin Okotie und Christian Ramsebner stehen noch mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Alternativen, die man im Falle einer Europacup-Teilnahme auch benötigen wird.

Die Abgänge von Nacer Barazite, Remo Mally und Martin Harrer fallen – nimmt das Frühjahr als Richtwert her – nicht wirklich ins Gewicht.

Und mit Nenad Bjelica wurde ein perfekter Ersatz für den zum 1. FC Köln abgewanderten Meistercoach Peter Stöger gefunden.

Der Kroate übernimmt jedenfalls eine intakte Mannschaft.

„Peter (Stöger, Anm. d. Red.) hat tolle Arbeit geleistet. Unter seiner Leitung hat sich eine Mannschaft herauskristallisiert, die Meister geworden ist. Ich muss daher nicht viel verändern, will seine Arbeit fortsetzen“, erklärt der 41-Jährige, der nicht nur von der Einstellung der Truppe begeistert ist:

„Für mich haben wir den besten Kader der Liga. Meine Spieler haben sich Tag für Tag in der Vorbereitung gesteigert. Das zeigt uns, dass jeder bei unserem Projekt mitzieht.“

Am Spielsystem wird sich daher kaum etwas ändern. Die Austria wird auch heuer im altbewerten 4-2-3-1- oder je nach Auslegungssache 4-3-3-System auflaufen.

LAOLA1 nimmt den Kader des FK Austria Wien genau unter die Lupe.

TOR:

Heinz Lindner ist seit der letzten Saison die unumstrittenen Nummer eins im Tor der Violetten. Der 22-Jährige absolvierte alle 36 Bundesliga-Partien, hat dabei konstant gut gespielt, weist mit 75,2 Prozent gehaltener Torschüsse  die beste Quote aller Liga-Goalies auf und kam auch zu seinen ersten Einsätzen im Nationalteam. Auch seine Backups können sich sehen lassen. Ivan Kardum und Pascal Grünwald haben jeweils das Zeug, in Österreichs höchster Spielklasse den Kasten zu hüten. Es ist allerdings gut möglich, dass einer der beiden Ersatz-Torhüter den Klub in der Transferzeit noch verlassen wird.

LAOLA1-Bewertung: Nach aktuellem Stand der Dinge ist die Austria im Tor qualitativ sowie quantitativ für österreichische Verhältnisse hochwertig besetzt. Sollte Lindner – der wieder als klare Nummer eins ins Rennen geht – einmal ausfallen, ist praktisch gleichwertiger Ersatz vorhanden.

 

ABWEHR:

31 Gegentore in 36 Spielen. Die Abwehr der Veilchen hatte maßgeblichen Anteil am 24. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Keine andere Verteidigung ließ weniger Treffer zu. Zur ohnehin schon starken Besetzung kommt mit Neuzugang Christian Ramsebener eine weitere Alternative in der Innenverteidigung hinzu. Doch auch der Niederösterreicher wird sich genauso wie Lukas Rotpuller wohl zunächst als Ersatz wiederfinden. Am eingespielten Duo Manuel Ortlechner und Kaja Rogulj scheint kein Weg vorbeizuführen. Und zur Not kann auch Sebastian Wimmer in der Mitte auflaufen. Links sind die Rollen ebenfalls klar verteilt. Markus Suttner ist eine Bank, hat – vorausgesetzt er bleibt in Wien – seinen Platz sicher. Sein Ersatz ist Marin Leovac. Rechts sieht die Sache anders aus. Hier gibt es einen Zweikampf zwischen Emir Dilaver und Fabian Koch. Ersterer scheint die Nase vorne zu haben, hat in der Defensive seine Vorzüge. Der Tiroler gilt aber als offensivere Alternative.

LAOLA1-Bewertung: Eingespielt und wie die letzte Saison bewiesen hat, ein echtes Prunkstück. Die Verteidigung der Veilchen kann es mit jedem Angriff der Bundesliga aufnehmen und ist auf jeder Position doppelt besetzt. Wenn eine kleine Schwachstelle ausgemacht werden kann, ist es Leovac als Suttners Backup.


MITTELFELD:

Dieses Mittelfeld ist im wahrsten Sinne des Wortes meisterlich. Jede Position ist doppelt besetzt, für Coach Bjelica bieten sich ungemein viele Möglichkeiten. Immens wichtig im Spiel der Violetten und daher auch quasi unverzichtbar ist James Holland. Der Australier ist das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, gilt als umsichtiger Ballverteiler, der keinen Zweikampf scheut. Sein Partner im defensiven Mittelfeld hört auf den Namen Florian Mader. Der Tiroler hat sich im Laufe der vergangenen Saison so richtig etabliert, besticht durch seine Passgenauigkeit. Weitere Optionen auf dieser Position sind Emir Dilaver und Sebastian Wimmer. Vor den beiden „Sechsern“ zieht Alexander Grünwald die Fäden. Auch der 24-Jährige ist seit dem Frühjahr kaum mehr aus der Startelf wegzudenken. Nach einer starken Vorbereitung wäre auch Marko Stankovic eine Überlegung wert, Dare Vrsic dürfte hingegen weiterhin kein Thema zu sein. Am rechten Flügel besticht  Alexander Gorgon, links soll wieder Tomas Jun für Furore sorgen. Neuverpflichtung Daniel Royer scheint sich zunächst mit der Reservistenrolle anfreunden zu müssen. Der Steirer kann sowohl rechts, als auch links wirbeln. Einen schweren Stand hat Tomas Simkovic, der aufgrund seines Verletzungspechs schon wieder die Vorbereitung verpasst und auf seiner Position links außen sowie zentral bärenstarke Konkurrenz vor sich hat. Und schlussendlich gibt es noch die Jungen Thomas Murg, Srdan Spiridonovic und Sascha Horvath, die schon öfter ihr großes Talent unter Beweis gestellt haben.

LAOLA1-Bewertung: Das Mittelfeld der Austria kann sich sehen lassen. Jede Position ist doppelt und hochwertig besetzt. Coach Bjelica hat bereits angekündigt, der Meisterelf das Vertrauen zu schenken, doch die größte Herausforderung wird sein, jene Spieler, die den Anspruch auf einen Stammplatz haben, aber nicht spielen, bei Laune zu halten..


ANGRIFF:

Die wohl erfreulichste Transfernews war jene, dass Philipp Hosiner bei den Veilchen bleibt – zumindest vorläufig, denn bis 31. August kann natürlich noch einiges passieren. Nach 3. Liga-Toren in der Vorsaison sollen auch euer häufig Ho-Ho-Hosiner-Sprechchöre durch die Generali-Arena hallen. Am Burgenländer führt jedenfalls kein Weg vorbei. Heimkehrer Rubin Okotie dürfte sein erster Ersatzmann sein, auch, weil bei Roman Kienast wieder einmal der Verletzungsteufel gewütet hat. Im Fall der Fälle kann auch Tomas Jun ganz vorne spielen, selbiges gilt für die Youngster Thomas Murg, Ismael Tajouri und Srdan Spiridonovic.

LAOLA1-Bewertung: Sollte Hosiner endgültig bleiben und an seinen Lauf aus der Vorsaison anschließen, braucht man sich überhaupt keine Sorgen auch. Verlässt er die Veilchen oder kämpft mit Ladehemmung, stehen ausgezeichnete Alternativen parat. Die Mischung stimmt.


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Martin Wechtl

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