Mischung muss Einheit werden

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Wunschelf und Kaderbewertung Wr. Neustadt

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Und jährlich grüßt das Murmeltier.

Wieder einmal gab es bei Wiener Neustadt einen totalen Umbruch. Wieder einmal ist zu Saisonbeginn einer neuer Trainer und praktisch eine komplett neue Mannschaft am Start.

Nun gilt es so schnell wie möglich die abgewanderten Leistungsträger wie Michael Madl, Andreas Schicker und Mario Reiter zu ersetzen.

Der Verein hat im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten gehandelt und eine Mischung aus routinierten und blutjungen Athleten verpflichtet.

Jetzt muss diese Mischung eine Einheit werden. „Die Zeit wird zeigen, ob es funktioniert, oder nicht. Manchmal geht es schnell, manchmal dauert es länger. Wichtig ist, dass man selber weiß, was man will und diesen Willen der Mannschaft vermittelt“, erklärt Neo-Coach Heimo Pfeifenberger.

Ob es dem Salzburger gelingt, werden die nächsten Wochen zeigen.

LAOLA1 nimmt den Kader des SC Wiener Neustadt genau unter die Lupe:

TOR:

Wo stünde der SC Wiener Neustadt heute ohne Jörg Siebenhandl? Der Torhüter hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt und darf auf eine bärenstarke erste Bundesliga-Saison zurückblicken. 111 gehaltene Torschüsse sprechen eine eindeutige Sprache. Der 22-Jährige gilt auch für das kommende Spieljahr als Hoffnungsträger. Eine Torhüter-Frage stellt sich daher überhaupt nicht. Als Nummer zwei wurde Thomas Vollnhofer von St. Pölten engagiert. Ein Mann, der mit seinen 28 Jahren viel Erfahrung mitbringt und jederzeit einspringen kann. Markus Glänzer (25) komplettiert das Torwart-Trio.

LAOLA1-Bewertung: Siebenhandl war einer der Shootingstars der abgelaufenen Meisterschaft. Als Belohnung gab es sogar eine Einberufung ins Nationalteam. Dahinter tummelt sich ein solider Ersatzmann, der die Qualität anhebt. Auf der Tormann-Position haben die Blau-Weißen die wenigsten Sorgen.

 

ABWEHR:

Mit Madl und Schicker haben die Niederösterreicher das Herzstück der Abwehr verloren. Dennoch besitzt Trainer Pfeifenberger mehrere Möglichkeiten, die Verteidigung neu zu formieren. Als Innenverteidiger-Duo bieten sich Matthias Maak und Christian Ramsebner an. Hinter Letzterem steht aber noch ein Fragezeichen. Nach seiner gerissenen Achillessehne dürfte sich der Liga-Start nicht ausgehen. Bundesliga-Rückkehrer Dennis Mimm könnte seinen Part übernehmen, ist aber über kurz oder lang für die rechte Seite vorgesehen. Weitere Alternativen sind Thomas Kral, Mahmud Imamoglu und Manuel Wallner, der allerdings mit Knieproblemen kämpft. Links  in der Viererkette duellieren sich Oldie Wolfgang Klapf und Jiri Lenko. Youngster Michael Berger gilt als Backup für rechts.

LAOLA1-Bewertung: Die Abgänge sind ein schwerer Verlust. Daher wäre es umso wichtiger, dass Ramsebner schnell fit wird. Der junge Maak hat Potenzial, aber ob er schon eine Abwehr führen kann, sei dahingestellt. In der Verteidigung überwiegt – so hart es klingt – Quantität statt Qualität.

MITTELFELD:

Auch hier wurden Federn gelassen, allerdings auch adäquater Ersatz gefunden. Mit Peter Hlinka konnte ein erfahrener Routinier verpflichtet werden. Der Slowake soll als „Sechser“ das Spiel steuern, Daniel Wolf für kreative Momente sorgen. Am rechten Flügel dürfte Mario Pollhammer gesetzt sein. Seinen Part kann jedoch auch Stefan Rakowitz übernehmen. Links scheint der Junge Dominik Hofbauer die Nase vorne zu haben. Seine letzte Saison in der Ersten Liga bei St. Pölten war jedenfalls vielversprechend. Mit Daniel Offenbacher und Bernd Besenlehner gibt es darüber hinaus Alternativen für die zentralen Positionen im Mittelfeld. Mit Christoph Freitag hat der Chefcoach eine weitere Möglichkeit.

LAOLA1-Bewertung: Wiener Neustadts Mittelfeld muss erst beweisen, wie es sich ohne echten Spielmacher tut. Nominell ist man nicht schlecht aufgestellt, allerdings müssen sich viele junge Spieler herantasten.


STURM:

Lediglich 26 Tore konnten die Neustädter im letzten Spieljahr erzielen. Als Topscorer fungierten Günter Friesenbichler und Thomas Helly mit jeweils vier Treffern. Erstgenannter wird wohl auch in der neuen Saison einen Stammplatz haben. Helly, der 2011/12 zwischen Ersatzbank und Startformation pendelte, sucht beim TSV Hartberg eine neue Herausforderung. Der zweite Platz in der Spitze scheint somit für Dario Tadic reserviert zu sein. Thomas Fröschl kann zur Not auch auf den linken Flügel ausweichen.

 LAOLA1-Bewertung: Keine guten Vorzeichen. Friesenbichler ihn Ehren, aber Topstürmer wird der 33-Jährige keiner mehr. Tadic muss sich nach seiner Austria-Zeit erst beweisen und Fröschl sich an die Bundesliga-Luft gewöhnen.Den Stürmern droht eine weitere torarme Sasion.


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Martin Wechtl

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