Neues Gewand für neue Spieler?

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"Großes Potenzial im Kader wollen wir entwickeln"

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„Grün ist die schönste Farbe der Welt.“

Die Worte von Präsident Rudolf Edlinger überraschen jetzt nicht wirklich. Seine politischen Ämter hat der ehemalige rote Finanzminister ja stillgelegt, seit langer Zeit sind nur die „Grünen“ für ihn wichtig.

Und hier geht es wiederum um Rapid und freilich nicht um eine andere politische Partei. Warum aber philosophiert („Was wären die Bäume ohne grüne Blätter?“) der Klubchef, der im Herbst abtreten wird, über die Farbe Grün? Weil das neue Heimtrikot vorgestellt wurde. Früher als erwartet.

Eigentlich wollten die Hütteldorfer das neue Gewand ja erst Mitte Juni zur Schau stellen. Doch in Zeiten wie diesen ist das Foto eines neuen Trikots schneller im Netz als der Ball im Tor. So wurde kurzfristig reagiert und eben schon fünf Tage nach Saisonschluss der neue Stoff der Öffentlichkeit präsentiert.

Neues Trikot, neues Glück

„Am Anfang hat es mir noch nicht so gefallen, jetzt wo ich es anhabe, aber schon sehr.“ Man merkt an der herrlich undiplomatischen Herangehensweise, Louis Schaub ist erst 18 Jahre alt.

Der Jungspund durfte sich in voller Montur präsentieren. Ein neues Gesicht der alten Saison mit dem neuen Dress für die kommenden zwei Jahre. Auch die anderen Protagonisten zeigten sich zufrieden.

Etwa Sportdirektor Helmut Schulte, weiterhin ein Sonnenschein in jeglicher Hinsicht, lachte: „Natürlich gefällt es mir. Was soll ich auch anderes sagen?“. In seiner Zeit als Lübeck-Manager machte der Deutsche mit dieser Farbe bereits ausreichend Erfahrungen.

„Jetzt schauen wir gut aus, nun müssen wir noch gut spielen“, erntete auch Zoran Barisic Lacher. Der Trainer war ein weiterer Grund des Zusammentreffens von Verein und Medien, schließlich wurde unter der Woche das bekannt, was die Spatzen schon länger von den Dächern pfiffen.

Die richtige Entscheidung namens Barisic

Der Interimstrainer hat sich bewährt und darf sich nun nach seiner zweiten Aushilfszeit (nach 2011) erstmals Trainer des SK Rapid nennen. Der Vertrag läuft für die kommende Saison.

Edlinger bleibt darauf angesprochen seiner zuvor schon so blumigen Sprache treu und zeigt sich mit der Arbeit von „Zoki und seinen Freunden sehr zufrieden“. Schulte geht es ähnlich.

„Es war damals keine einfache Entscheidung, aber es war die richtige“, blickt der Deutsche auf die Iden des Aprils zurück, als man schweren Herzens Peter Schöttel nach dem 0:1 gegen den nunmehrigen Cupsieger Pasching beurlauben musste.

„Bis dahin hatten wir einen Schnitt von 0,9, seither 1,6. Man kann sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch von den Leistungen her. Man muss sich aus so einer Lage auch erst einmal herausmanövrieren“, zeigt sich Schulte mit der Entwicklung unter Barisic zufrieden.

Neue Spieler für guten Kader

Der Schöttel-Nachfolger ist für das Vertrauen natürlich weiterhin dankbar und stellt sich der „schwierigen, aber schönen Aufgabe“.

Nach dem Urlaub, den Barisic unterbrochen hat, geht dann die Arbeit, die angefangen wurde weiter.

„Wir haben im Kader ein großes Potenzial, das gilt es zu entwickeln“, spricht Schulte die Youngsters wie Schaub an. „Diesen guten Kader wollen wir noch stabiler machen, deswegen soll noch die eine oder andere Stütze kommen“, wird die Kaderplanung geschildert.

Klar ist, es werden „keine riesigen Ablösesummen“ gezahlt.

Antwort auf die Stadionfrage Ende Juli

Ein Innenverteidiger, ein defensiver Mittelfeldspieler und ein Stürmer stehen auf dem Zettel (ein Tormann übrigens nicht), über Namen wie Christopher Dibon wird nicht spekuliert. „Unsere Pläne sind konkret, aber die Ausführung noch offen“, grinst der Sportdirektor schelmisch.

Hinsichtlich der offenen Stadionfrage kann Edlinger weniger lachen, werden sich die Fans doch noch länger gedulden müssen. Die Sanierung ist schon länger hinfällig, ist sie doch „exorbitant“ teuer. Bis Ende Juli sollen Detailpläne für einen Neubau vorliegen.

„Ich will, dass diese Entscheidung noch in meiner Legislaturperiode getroffen wird“, hält der Klubchef fest. Im November schließlich geben sich bei der ordentlichen Hauptversammlung (im September gibt es eine außerordentliche) der neue und alte Präsident die Klinke in die Hand.

Umstrukturierung kommt

Dann steht der Nachfolger von Edlinger endgültig fest, die Ära geht nach zwölf Jahren zu Ende. Zum Abschluss soll nicht nur die so wichtige Stadionfrage geklärt werden, sondern auch noch eine Umstrukturierung folgen. Der Verein soll in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt werden.

„Der Präsident hat dann nur noch eine Aufsichtsfunktion", so Edlinger. Operativ liege alles beim Vorstand. "Sonst könnten wir keine außergewöhnliche Persönlichkeit für diesen Posten finden."

Schulte mag das Wort „Umbruch“ nicht. Nach einer Saison wie der vergangenen klingt doch auch Aufbruch gleich viel besser. Und grün ist glücklicherweise die Farbe der Hoffnung. Das passt.

 

Bernhard Kastler

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