Schlierenzauer raus: Kuttin zieht die Reißleine

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„Es war eine kurze Nacht“, erklärte Heinz Kuttin eingangs der ÖSV-Pressekonferenz im Teamquartier in St. Johann im Pongau.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden im Rahmen des Bergisel-Springens in Innsbruck rauchten bei den rot-weiß-roten Betreuern die Köpfe.

Während Peter Prevc derzeit in einer eigenen Liga springt, läuft es im heimischen Lager einfach nicht nach Wunsch.

Speziell bei Gregor Schlierenzauer, der auf seiner Heim- und Hausschanze ebenso den zweiten Durchgang verpasste wie schon in Oberstdorf, ist der Wurm drin.

Kuttin zieht die Konsequenzen

Daher zog Cheftrainer Kuttin mit der sportlichen Leitung die Konsequenzen. „Als Trainer ist es eine meiner schwierigsten Phasen“, verriet der am Dienstag 45 Jahre alt werdende Ex-Weltmeister.

Es sei nicht einfach, wenn man sieht, „wie akribisch Gregor arbeitet, wie er seinen Ansprüchen entsprechen will, wie er kämpft.“ Und doch geht momentan nichts weiter, ist der erfolgreichste Weltcup-Springer der Geschichte (53 Siege) derzeit bestenfalls ein Platzspringer.

Das Trainerteam habe gesehen, dass der Tiroler zu guten Sprüngen in der Lage ist, aber „er kann es im Wettkampf überhaupt nicht rüberbringen.“

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Posted by Skijumping Austria on Montag, 4. Januar 2016

Schlierenzauers Vierschanzentournee ist beendet

Nach dem Bewerb in Innsbruck suchte Kuttin deshalb das Gespräch mit dem Topstar. „Ich habe mit der sportlichen Leitung entschieden, dass er nicht in Bischofshofen springt. Es ist derzeit eine Qual für ihn.“

Der Chef im ÖSV-Adlerhorst stellt klar, dass es auf seinen Wunsch hin passierte und nicht auf Schlierenzauers, der ja schon zwei Pausen im laufenden Weltcup-Winter einlegte.

„Es war ganz klar von mir aus. Ich hatte für mich selbst das Gefühl, es tut weh. Es geht sprichwörtlich an die Nieren.“

Schlierenzauer selbst wollte, wie schon in den letzten Tagen angemerkt, auf jeden Fall auf der Paul-Außerleitner-Schanze vom Bakken gehen. Kuttin betonte allerdings, dass man das Aus für Bischofshofen nicht als Indiz für eine weitere längere Pause, die möglicherweise auch die Skiflug-WM am Kulm inkludiert, betrachten sollte.

Kuttin: Man kann von Hilflosigkeit sprechen

Das Gespräch zwischen den beiden dürfte für den 25-jährigen Schlierenzauer nicht ganz einfach gewesen sein, wie sein Chef andeutete. Von Seiten des Ausnahmeathleten habe sich „sehr viel geöffnet“, Details wollte er jedoch nicht verraten. „Es ist schwierig für ihn, über diese Sachen zu sprechen. Er hat die Entscheidung aber akzeptiert.“

Kuttin bestätigte, dass man im Fall des ehemaligen Weltcup-Dominators durchaus von Hilflosigkeit sprechen kann. Anspruch und Erwartung sind viel höher als die zuletzt gezeigten Leistungen. „Dann kommt die Qual. Man muss einen Schlussstrich ziehen, den habe ich schweren Herzens gemacht.“

Diethart kehrt in den Weltcup zurück

Für den zweifachen Tournee-Sieger rückt dessen Nachfolger beim Traditionsevent nach. Thomas Diethart, Überraschungs-Champion 2014, wird von der TG2 (Trainingsgruppe 2) in das Weltcup-Aufgebot befördert. Der Niederösterreicher befand sich zuletzt ebenfalls in einem heftigen Formtief und wurde nicht in die nationale Gruppe berufen. Nun der Turnaround.

Dabei besteht natürlich die Gefahr, dass dieser dem großen Druck Tribut zollen muss. Das ÖSV-Team setzt jedoch darauf, dass Diethart als ehemaliger Bischofshofen-Sieger heiß ist, endlich wieder sein Leistungsvermögen abrufen zu können.

„Ich hoffe, er brennt. Er will unbedingt dabei sein. Man muss jede Chance nehmen, die man bekommt“, meint Kuttin.

Schlierenzauer hatte jede Menge davon, konnte sie aber nicht nutzen. Diethart soll es nun besser machen.

Christoph Nister

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