Österreichs Adler starten mit einem Podestplatz

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Einen wesentlich besseren Start in die neue Weltcup-Saison als vor Jahresfrist haben Österreichs Skispringer am Samstag im Teambewerb hingelegt.

Das ÖSV-Quartett mit Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer, Manuel Fettner und Stefan Kraft landete in Klingenthal vor 7.231 Zuschauern in der Vogtland-Arena auf dem dritten Rang. Der Sieg ging an Nationencupsieger Deutschland vor Slowenien.

Deutschland gewann mit 1.021,9 Punkten vor allem dank eines sehr starken zweiten Durchgangs 20,4 Zähler vor Halbzeitleader Slowenien. Das ÖSV-Team war mit 934,2 Punkten schon mit Respektabstand Dritter.

Fettner als positive Überraschung

Vor einem Jahr war Österreich am gleichen Schauplatz mit Ach und Krach in den zweiten Durchgang gekommen und musste sich dann mit dem achten Rang begnügen. "Man weiß ganz genau, wie schnell das gehen kann, dass man einen rabenschwarzen Tag erwischt", erinnerte sich Cheftrainer Heinz Kuttin an den Vorjahresauftritt. "Wir haben uns das bewusst gemacht vor dem Start." Die positive Überraschung für Kuttin war Fettner. "Er ist gut und konstant reingestartet und er hat das im Wettkampf bestätigt."

Diesmal hielten sich die rot-weiß-roten Athleten in fast allen acht Zwischenwertungen immer in den Top 3. "Natürlich ist es immer schöner auf dem Podest zu sein, vor allem beim ersten Wettkampf im Jahr", lächelte Schlierenzauer im Auslauf dann doch noch. Nach seinem zweiten Sprung auf nur 122 m hatte er alles andere als zufrieden ausgesehen.

"Meine Leistung ist natürlich noch ausbaufähig, das war klar vor dem Start, dass ich noch nicht hundertprozentig da bin, wo ich hin muss." Für den Einzelbewerb am Sonntag erwartete der 53-fache Weltcupsieger noch keinen großen Wurf. "Wunder gibt's generell nicht, aber wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen." Dies sei mit einem Speed-Verlust in der Luft verbunden, obwohl er "oben hoch raus kommt": "Ich bremse in der Luft."

Lob an die Organisatoren

Zufrieden war auch Michael Hayböck, der Weltcup-Gesamtfünfte der Vorsaison. "Es ist eine Steigerung gelungen. Ich bin mit dem Einstand nicht unzufrieden. Letztes Jahr haben wir hier um Platz acht gekämpft", erinnerte sich auch der Oberösterreicher zurück. "Heuer schaut es besser aus, das heißt, wir haben uns besser vorbereitet."

Großes Lob gab es auch für die Organisatoren, die seit 04.00 Uhr früh die Schanze in ausgezeichneten Zustand gebracht hatten. "Die Schanze geht super, es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, die haben unglaubliche Arbeit geleistet hier", sagte Hayböck.

Fettner, der sich in den beiden Trainingssprüngen den vierten Platz in der Mannschaft gesichert hatte, überzeugte vor allem im zweiten Durchgang mit einem 132,5 m-Sprung, dem weitesten eines Österreichers im Bewerb. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich weiß, dass die Prioritäten sicher nicht auf diesem Teamwettkampf gelegt waren, aber umso schöner ist es, dass es trotzdem für das Podest gereicht hat", freute sich der nun mit Vollbart versehene Fettner im Schanzenauslauf.

Die Veranstalter haben tolle Arbeit geleistet

 Kraft stärkster ÖSV-Adler

Der Leistungsträger im Team war aber Kraft. Der Gesamt-Weltcup-Dritte der Vorsaison landete bei 131,5/130,5 Metern. "Die Landung im zweiten war ein bisschen ein Murks, aber sonst hat es schon ganz gut gepasst. So ganz frei und locker sind sie noch nicht gegangen."

Seine Aussichten für den Einzelbewerb am Sonntag (14.00 Uhr). "Es sind schon ein paar, die noch ein Stück besser hupfen. Prevc und Freund sind richtig stark drauf, die werden ganz schwer zu knacken sein."

Kraft hatte am Vorabend im Österreicher-Quartier von Andreas Goldberger nachträglich die Trophäe für "Österreichs Aufsteiger des Jahres" überreicht bekommen. Der Salzburger hatte bei der Sportlerehrung Ende Oktober wegen eines Trainingskurses in Oberstdorf nicht teilnehmen können. "Da gibt es schon noch eine Steigerung", meinte der zweifache österreichische Sportler des Jahres, Goldberger, augenzwinkernd zu Kraft. Der 22-jährige Kraft bezeichnete es als "großen Traum", eines Tages vielleicht einmal auch diese Auszeichnung zu erhalten.

Einzel-Podest wird schwierig

Die im vergangenen Nationencup auf Rang zwei unmittelbar vor Österreich gelegenen Norweger schafften es nicht in den zweiten Durchgang der acht besten Teams. Grund war die Disqualifikation von Anders Fannemel wegen eines nicht regelkonformen Anzugs. Dies brachte den Schweizern mit dem vierfachen Olympiasieger Simon Amann doch noch einen Startplatz im Finale. Disqualifiziert wurde nach dem ersten Durchgang auch Russland, wovon Finnland mit Altstar Janne Ahonen profitierte.

Für die Einzelkonkurrenz wird es mit einem weiteren ÖSV-Podestplatz schwierig werden wird, das weiß auch Kuttin. "Wir wissen, dass das Stockerl sehr schwer zu knacken sein wird. Da sind ein paar schon voll scharf und mit Selbstvertrauen dran gegangen." Kein Grund zur Unruhe für Kuttin. "Da muss man normal ruhig weiterarbeiten, weil wir wissen, dass das nicht unbedingt unsere Schanze ist."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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