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Kvitfjell-Super-G abgesagt! ÖSV bleibt ohne Kugel

Nach Super-G-Absage steht auch der Gewinner der kleinen Kristallkugel fest:

Kvitfjell-Super-G abgesagt! ÖSV bleibt ohne Kugel Foto: © GEPA

Für die alpinen Speed-Herren ist die Weltcup-Saison 2019/20 vorzeitig beendet! Ein bitterer Winter für Österreichs Ski-Asse, die erstmals seit 1995 eine Weltcup-Saison ohne einen einzigen Kugelgewinn beenden.

Der letzte Super-G in diesem Winter im norwegischen Kvitfjell musste aufgrund der schlechten Wetterbedingungen abgesagt werden. Regen im Ziel, Nebel und Schneefall am Start verhindern die Durchführung des 7. Herren-Super-G des Winters. Als Hauptgrund wird angeführt, dass der Helikopter bei einem möglichen Unfall wegen des Nebels nicht eingesetzt werden könne.

Dieses Rennen wäre die letzte Chance für den ÖSV bei Herren und Damen auf ein Kristall gewesen. Die Disziplinenwertung im Super-G gewinnt der Schweizer Mauro Caviezel ohne eines der sechs Saison-Rennen gewonnen zu haben mit drei Punkten Vorsprung auf den Oberösterreicher Vincent Kriechmayr. Auch Matthias Mayer hätte mit 41 Punkten Rückstand als Vierter noch Chancen auf den Sieg in der Disziplinen-Wertung gehabt. Endstand im Super-G-Weltcup>>>>

Kriechmayr: "Es ist sehr schade"

Die Schweiz holte sich damit das Speed-Double, Beat Feuz sicherte sich die Abfahrtswertung. Bei den Damen gab es den doppelten Triumph für die Eidgenossin Corinne Suter.

Kriechmayr zeigte sich schwer enttäuscht. Bei der Besichtigung hätte er es als fahrbar erachtet, erläutert er. "Aber ich weiß nicht, was sich dann getan hat. Es ist sehr schade. Ich habe durchaus die Chance gehabt, die drei Punkte im Laufe der Saison gutzumachen. Mauro war drei Punkte besser, man kann ihm nur gratulieren."

Es sei Meckern auf hohem Niveau, aber er sei mit der Saison nicht ganz zufrieden, erklärt der 28-Jährige, der immerhin die Super-G in Gröden und Hinterstoder gewann. "Ich habe mir andere Ziele gesteckt. Die Kugel ist es nicht geworden, in der Abfahrt bin ich weit abgeschlagen. Ich bin jetzt dreimal hintereinander Zweiter im Super-G-Weltcup, das ist sehr gut, aber nicht gut genug."

Speed-Herren "an der Konstanz gescheitert"

ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher sah die Sicherheit vor allem auf dem unteren Pistenabschnitt nicht gegeben. "Ich wäre gern gefahren, aber das hätte ein gewisses Risiko beinhaltet", sagt er. Man habe die Kugel aber nicht unbedingt in Kvitfjell verloren, sondern über die ganze Saison gesehen.

Denn dass es abermals nicht gelang, eine Speed-Kugel zu sichern, sieht er fehlender Konstanz geschuldet. "Wir waren wieder nicht bereit, sind Zweiter im Super-G und Dritter in der Abfahrt. Wir hatten sehr gute Rennen mit fünf Speed-Siegen, das hat keine andere Nation, aber sind leider an der Konstanz gescheitert."

Zu den zwei erwähnten Kriechmayr-Erfolgen kommen die Abfahrtssiege von Mayer in Kitzbühel und Kvitfjell und dessen Erfolg im Super-G von Lake Louise. Der Doppel-Olympiasieger blickt auf seinen erfolgreichsten Weltcupwinter zurück.

Weltcup-Entscheidung in Kranjska Gora

Nach der Corona-bedingten Absage des Finales in Cortina geht der Weltcup für die Herren am nächsten Wochenende in Kranjska Gora (Slowenien) mit einem Riesentorlauf und einem Slalom zu Ende. Die Disziplinwertungen sind noch offen, ebenso wie der Gesamtweltcup.

Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde führt im Rennen um die große Kugel 54 Zähler vor dem Franzosen Alexis Pinturault und 161 vor seinem Landsmann Henrik Kristoffersen, Mayer wird fix Vierter. Pinturault ist damit nun in bester Ausgangsposition.

ÖSV im Nationencup geschlagen

Im Jahr eins nach dem Rücktritt von Superstar Marcel Hirscher geht damit dem ÖSV nicht nur der Nationencup nach 30 Siegen in Folge verloren, die Schweiz wird sich diesen Prestigeerfolg sichern. Erstmals nach 25 Jahren wird es auch keine einzige Kristallkugel geben.

Seit 2012 gewann Marcel Hirscher achtmal den Gesamtweltcup sowie je sechs Mal die Riesentorlauf- und Slalomwertung. Einzige weitere österreichische Sieger in dieser Zeitspanne waren 2012 im Slalom Marlies Schild (nun Raich) und in der Abfahrt Klaus Kröll, 2014 und 2015 jeweils in der Gesamtwertung und dem Riesentorlauf Anna Fenninger (nun Veith), 2016 im Riesentorlauf Eva-Maria Brem und 2019 in der Abfahrt Nicole Schmidhofer.

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