"Alles andere als große Punkte bringen nichts"

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Marcel Hirscher greift am kommenden Wochenende bei den Weltcup-Rennen in Kranjska Gora nach seiner fünften großen Kristallkugel in Folge.

Für den Salzburger ist das jedoch kein Grund zum Taktieren. "Einfach Rennen fahren wie jedes andere, Gas geben, das Maximum rausholen. Alles andere als große Punkte bringen mich in der Situation einfach nicht weiter", sagt Hirscher. "Daher muss der Plan sein, schon ordentlich aufs Gas zu steigen."

283 Punkte beträgt sein Vorsprung auf Henrik Kristoffersen.

 

Frage: Wenn man bereits zum fünften Mal in der Situation ist, den Gesamtweltcup zu gewinnen, ist die nervliche Anspannung und mentale Anforderung da immer noch gleich hoch, oder inwiefern helfen die vergangenen Jahre und Erlebnisse im Saisonfinish heuer?

Hirscher: "Natürlich kann ich gewisse Situationen aus den fünfmaligen Erfahrungswerten irgendwo gleichziehen und analysieren, trotzdem ist die Situation jedes Mal für sich wieder aufs Neue schon eine große Herausforderung und fordert alles von mir, von meinem Umfeld und all den Menschen, die mir nahestehen. Das ist jetzt sicherlich die spannendste Phase bzw. auch die Phase, wo es halt wirklich um was geht."

Frage: Der Weltcup ist in der Zielgeraden. Sie haben im Gesamtweltcup 283 Zähler Vorsprung auf Henrik Kristoffersen. Gibt es da noch eine Taktik, oder will man den Sack einfach so schnell wie möglich zumachen?

Hirscher: "Ich glaube, dass ich mich momentan nicht in der Situation befinde, dass ich taktieren kann. Und daher: einfach Rennen fahren wie jedes andere, Gas geben, das Maximum rausholen. Nur so hat man die Möglichkeit, dass man große Punkte erreicht. Alles andere als große Punkte bringen mich jetzt in der Situation einfach auch nicht weiter. Daher muss der Plan sein, schon ordentlich aufs Gas zu steigen."

Frage: Drei Rennen in Hinterstoder en suite, drei in Kranjska Gora am Stück - und das am Saisonende. Wo nimmt man da die Kraft noch her bzw. wie teilen Sie die ein?

Hirscher: "Bedingt durch die Wetterkapriolen haben wir sicherlich sehr viele Absagen gehabt, Verschiebungen, das ist für den Veranstalter, für die FIS, für uns auch nicht einfach. Trotzdem befindet man sich irgendwo in dem Rennwochenende und merkt eigentlich immer erst Tage später die Erschöpfung, währenddessen (am Rennwochenende/Anm.) geht es sehr, sehr gut. Für mich ist ganz klar, so wie jetzt das Wochenende, das wird noch durchgezogen, dann weiß ich, okay ich habe eine Woche Zeit, mich für das Finale zu erholen. Ich sehe das jetzt nicht so dramatisch. Der Kopf ist stärker."

Frage: Alexis Pinturault war zuletzt zwar nahezu unantastbar, Ihre Führung im Riesentorlauf-Weltcup ist mit 131 Zählen Vorsprung aber komfortabel. Aber ist Alexis in dieser Saison in einem Rennen noch zu biegen?

Hirscher: "Ob Alexis noch zu biegen sein wird, wird sich herausstellen. Wenn er so fährt wie in den letzen drei Riesentorläufen, dann wird es sehr, sehr schwierig werden."

Frage: Technik-Spezialist trifft nach den tollen Super-G-Ergebnissen eigentlich nicht mehr auf Sie zu. Wie sehen Sie sich selbst?

Hirscher: "Vielleicht hat sich mein Bewegungsapparat oder mein Disziplinenaufgebot einfach um eine weitere Disziplin erweitert - Slalom, Riesentorlauf, Super-Kombi, Parallel-Slalom und Super-G. Das ist für uns alle doch überraschend, dass es so gut rennt. Aber mir macht es immer mehr und mehr Spaß, ich kann mich auch immer mehr in die Disziplin hineinfinden. Ich werde das sicherlich nicht weniger machen in nächster Zeit."

Frage: Wovon werden Sie abhängig machen, ob Sie vor dem Finale auch noch nach Kvitfjell reisen und den Super-G fahren?

Hirscher: "Das mache ich davon abhängig, wie erstens das Wochenende jetzt verläuft, zweitens mein Energielevel ausschaut und drittens ob ich lustig bin."

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