Auch Damen-Rennen in Garmisch fraglich

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Nach dem Riesentorlauf und dem abgebrochenen Slalom in Maribor ist im Ski-Weltcup der Damen fast alles beim Alten geblieben.

Lara Gut verpasste im Gesamtweltcup-Duell mit Lindsey Vonn die Chance zum Konter - beide schieden aus. Viktoria Rebensburg denkt trotz zwei Siegen in Folge nicht daran, in diesen Zweikampf einzugreifen. Und Eva-Maria Brem haderte mit ihrem dritten vierten Platz.

Für die Alpin-Damen geht es nun weiter nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Samstag eine Abfahrt und am Sonntag ein Super-G angesetzt sind. Die Strecke in einen rennbereiten Zustand zu bringen, nachdem Niederschläge und warme Temperaturen den Schnee in den vergangenen Tagen massiv aufgeweicht haben, könnte zur einer enormen Herausforderung werden.

Wieder warmes Wetter angesagt

Am Sonntag war der Herren-Riesentorlauf abgesagt worden. Am Montag hatte es in Garmisch Tauwetter mit Temperaturen über zehn Grad, ab Wochenmitte soll es aber kälter werden und sogar Neuschnee geben. Zum Wochenende sollen sich die Temperaturen dann erneut hinauf bewegen. Für das Programm in der Woche darauf in Crans Montana stehen die Vorzeichen dafür gut: Die FIS gab nach der positiven Schneekontrolle Grünes Licht für die Bewerbe am 13. (Abfahrt) und 14. Februar (Kombination).

Mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen hatte schon Maribor zu kämpfen. Das T-Shirt-Wetter in Slowenien mag so manchen vor Ort in Frühlingsstimmung versetzt haben, den Ski-Damen hat es aber gehörig die Stimmung vermiest.

Denn die mit Salz bearbeitete Radvanje-Piste hielt den hohen Temperaturen nicht Stand, präsentierte sich in einem bedenklichen Zustand. Am Sonntag musste der Slalom nach 25 Läuferinnen abgebrochen werden, faire Bedingungen waren auf der brüchigen Unterlage nicht mehr gewährleistet.

Gut die große Verliererin

Den Riesentorlauf am Samstag peitschten die Organisatoren auf einer - vor allem im ersten Durchgang - fragwürdigen Piste mit zahlreichen Löchern allerdings durch. Für hintere Startnummern wurde das Rennen somit zu einem extremen Belastungstest. "Eigentlich wollte ich nach dem ersten Durchgang gar nicht mehr runterfahren", rekapitulierte die Kärntnerin Carmen Thalmann. In der Entscheidung war der Untergrund zwar kompakter, dennoch waren die Verhältnisse weit entfernt von ideal.

Den Kampf mit der Piste verloren sowohl Vonn als auch Gut, ihre große Konkurrentin im Kampf um die große Kristallkugel. Vonn rutschte als Zwölfte des ersten Durchgangs auf dem Innenski weg. Gut, die als Halbzeit-Dritte noch einmal auf die Strecke ging, konnte daraus aber kein Kapital schlagen und schied nach einem leichten Schlag ebenfalls aus. Damit war die Möglichkeit der Schweizerin, im Gesamtweltcup wieder die Spitzenposition zu übernehmen, dahin.

US-Star Vonn (900 Punkte) führt also unverändert 45 Zähler vor Gut (855), der langsam die Gelegenheiten ausgehen, die entscheidenden "Big Points" zu ernten. In den nächsten Wochen stehen hauptsächlich Speed-Rennen auf dem Programm, und wenn Vonn ihre Dominanz in dem Metier fortsetzen kann, ist die Sache relativ klar. Nur noch zwei Riesentorläufe, dafür aber vier Abfahrten und fünf Super-G gibt es bis zum Ende der Saison. Außerdem sind noch vier Kombinationen zu absolvieren.

Brem: "Zipft mich an"

Nicht in Lauerstellung sieht sich Rebensburg. Die Deutsche hatte vor zwei Wochen in Flachau nach dreijähriger Wartezeit ihren elften Weltcupsieg gefeiert, am Samstag machte sie in Maribor das Dutzend voll. "Dabei war ich sehr verwundert, weil ich doch viele Fehler gemacht habe", meinte die 26-Jährige, die insgesamt bei 680 Punkten hält. Über die Weltcup-Wertung spekulieren will sie aber nicht: "Der Gesamtweltcup interessiert mich zurzeit überhaupt nicht", sagte Rebensburg bestimmt. "Ich habe gewusst, dass die Form stimmt. Das weiß ich aber schon seit Wochen."

Für Brem blieb am Ende wieder nur der vierte Platz. Die Halbzeit-Leaderin hatte sich bereits in Flachau und davor in Lienz damit begnügen müssen. "Ehrlich gesagt, es zipft mich schon an", formulierte es die Tirolerin, die die RTL-Wertung nun mit 32 Punkten Vorsprung auf Rebensburg anführt.

"Wenn mir einer vor Maribor gesagt hätte, es wird Platz vier, wäre ich vermutlich zufrieden gewesen. Aber nach dem ersten Durchgang bin ich das natürlich nicht hundertprozentig." Aufgrund ihrer zahlreichen Fehler und der grenzwertigen Piste konnte sie sich aber letztlich doch mit dem Resultat anfreunden. "Von diesen drei vierten Plätzen ist es der, der mir am wenigsten wehtut."

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