Max Franz: Der nächste Schritt muss folgen

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Endlich wieder Skifahren. Endlich wieder Speed-Events.

Nachdem vor fünf Wochen der Riesentorlauf in Sölden den Weltcup-Winter einläutete, mussten die Ski-Fans lange ausharren, ehe es wieder zur Sache geht.

Der Slalom in Levi fiel den viel zu hohen Temperaturen in Finnland zum Opfer, doch die Rennen in Übersee sind gesichert.

An diesem Wochenende gastieren die Herren traditionell in Lake Louise, wo neben einer Abfahrt am Samstag auch ein Super-G am Sonntag ausgetragen wird.

Für die ÖSV-Herren eine gute Gelegenheit, sich schon früh in der Saison von ihrer besten Seite zu zeigen. Mit Matthias Mayer, der nach überstandener Schuhrand-Prellung seine Rückkehr feiert, und Hannes Reichelt haben die rot-weiß-roten Speed-Asse zwei Sieger aus der letzten Saison in ihren Reihen.

Franz und der Durchbruch

Auch dahinter tummelt sich eine ganze Meute, die darauf brennt, es den beiden gleich zu tun. Allen voran Max Franz, von dem schon seit Jahren der große Durchbruch erwartet wird. Bislang blieb er aus, in dieser Saison soll es endlich so weit sein.

Am besten gleich zum Auftakt in Kanada, wo er vor nunmehr drei Jahren als Abfahrts-Zweiter erstmals auf dem Stockerl eines Weltcuprennens landete.

Allein die Körpersprache des 26-jährigen Kärntners spricht Bände, seine Worte untermauern zudem die Ansprüche, die er an sich selbst hat. „Ich will unbedingt den ersten Sieg“, erklärte er mehrfach und signalisiert der Konkurrenz, dass mit ihm zu rechnen ist.

Vor drei Jahren war nur Svindal schneller als Franz

 Warum es bislang noch nicht geklappt hat? „Es ist vieles im Leben Kopfsache“, erklärt ÖSV-Vize-Präsident Michael Walchhofer bei LAOLA1. Er weiß nur zu gut, wovon er spricht, hat der 40-Jährige doch nicht nur 19 Weltcup-Rennen gewonnen, sondern auch vier WM-Medaillen (Gold 2003 in der Abfahrt) sowie Olympia-Silber 2006 in Turin.

"Der Kopf stand ihm im Weg"

„Je früher er den ersten Sieg, den er zweifellos draufhat, einfährt, desto besser ist es für seine weitere Karriere. Skifahrerisch und auch körperlich hat Max alle Voraussetzungen“, bescheinigt ihm der Salzburger enormes Potenzial, schränkt aber ein: „Der Kopf stand ihm bisher im Weg!“

Einen wesentlichen Faktor auf dem Weg zum Siegläufer ortet Walchhofer im Killerinstinkt. „Den braucht man auf alle Fälle. Eine gewisse Kaltschnäuzigkeit muss vorhanden sein.“ Es gebe allerdings verschiedene Zugänge zu einem Rennen, sodass es kein „Schema F“ gibt, das automatisch Erfolg verspricht.

„Wenn du in der Sekunde, in der es auf eine schwierige Kurve zugeht, auch nur einen kleinen Rückzieher machst, bist du auch derjenige, der am Ende den Kürzeren zieht“, stellt der ehemalige Speed-Star klar und rät seinen Schützlingen damit zu maximaler Kompromisslosigkeit.

Konkurrenz mit Potenzial

Das nötige Risiko werden auch die anderen Nationen eingehen, die den Österreichern einheizen wollen. Neben den üblichen Verdächtigen wie den Wikingern Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal hat der ÖSV-Funktionär vor allem die Südtiroler und Franzosen im Fokus.

„Die Südtiroler Burschen waren in den letzten Jahren immer super unterwegs, ich hatte mir von Dominik Paris und den anderen, wie Heel oder Innerhofer, immer noch mehr erwartet. Ihnen hat die große Konstanz gefehlt“, sieht er bei den Italienern Luft nach oben.

Selbiges gelte für die „Equipe Tricolore“, die ebenfalls weit oben auf „Walchis“ Liste stehen. „Um (Adrien) Theaux herum gibt es einige, die in der Abfahrt richtig gut sind. Ich warte schon lange darauf, dass sie auch mal kompakt erfolgreich sind“, hat er die Konkurrenz immer bestens im Blick.

Zugleich stellt er aber klar: „Gott sei Dank konnten wir Österreicher sie immer in Schach halten.“ In Lake Louise wollen Franz, Mayer, Reichelt und Co. die Weichen dafür stellen, dass das auch so bleibt.


Christoph Nister

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