Hirscher: 'Vielleicht ist alles weg'

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Marcel Hirscher zeigt sich nach seinem Ausfall beim Wengen-Slalom ratlos.

"Wie soll ich sagen? Wenn man im oberen Teil zwei Zehntel bekommt, im Mittelteil zwei Zehntel und herunten noch drei Zehntel, dann ist zusammengeräumt. Es geht schon schnell", so der vierfache Gesamtweltcupsieger nach seinem ersten Ausfall seit genau einem Jahr, als er ebenfalls im Wengen-Slalom nicht das Ziel sah.

Ausreden will der 26-Jährige nicht gelten lassen, gibt aber sehr wohl zu, dass ihm der flache Hang nicht entgegengekommen ist: "Ich bin noch nie so eine Kurssetzung gefahren, und andere schaffen es sehr wohl. Ich habe meine Stärken woanders."

"Das war sehr kurios"

Nach seinem ersten Fehler stieg Hirscher zurück, um doch noch einige Weltcup-Punkte zu sammeln. Wenig später rutschte er erneut weg.

"Es war nicht mein Tag!" Marcel Hirscher muss Enttäuschung wegstecken - Kristoffersen siegt. Wengen-Slalom: © GEPA

"Jetzt ist das perfekt abgerundet mit zwei 'hinnigen' Kanten am Ski. Man hat auch, glaube ich, gesehen, wupp, auf einmal war ich weg. Und dann nochmal. Dann habe ich schauen müssen. Es war dann sehr kurios, ich habe es gar nicht glauben können, leider", beschreibt er die zwei Situationen im zweiten Lauf.

Passiert sei ihm so etwas noch nie: "Dass ich so chancenlos bin, dass ich mich halte, nicht. Ich bin drauf gegangen auf den Schwung und wupp habe ich rückwärts geschaut. Das gibt es normal nicht. Beide Kanten, ist alles hin."

Beide Kugeln weg?

Nach Platz zehn im ersten Durchgang ging der Annaberger mit Nummer 20 ins Finale. Kurz vor ihm wurde der Schneefall stärker, die Sicht schlechter. Wenig später klarte der Himmel wieder auf und die Sicht wurde besser.

"Arsch-Wochenende. Abhaken, es tut mir zwar leid und schmerzt mich sehr, dass ich das sagen muss, aber ich muss es abhaken."

Marcel Hirscher

"Ja, es ist so, wie es ist. Es kann nicht immer lustig sein und klass. Ich habe hundert Punkte gemacht im Super-G, und die waren sicherlich damals ein bisschen bevorzugt. Jetzt ist es halt vielleicht ein bisschen benachteiligt ", so Hirscher. "Aber deswegen bin ich nicht ausgefallen."

Nach 19 von 44 Saison-Rennen liegt der vierfache Weltmeister im Gesamtweltcup 15 Punkte hinter Aksel Lund Svindal (NOR) an der zweiten Stelle. In der Disziplinen-Wertung fehlen im nach fünf von zehn Rennen 140 Zähler auf Tagesieger Henrik Kristoffersen (NOR). "Es kann sein, dass alles vorbei ist. Slalomkugel weg, Gesamtweltcup weg. Jetzt sind andere Favoriten."

Kritik vor dem Rennen

Bereits vor dem Beginn des ersten Durchgangs übte Hirscher Kritik an der Kurssetzung. Aufgrund der Schneesituation konnte der Torlauf nicht auf der Slalom-Strecke gefahren werden, sondern musste auf dem unteren Teil der Lauberhorn-Abfahrt abgehalten werden.

An dieser Stelle ist der Hang jedoch sehr flach. Ein direkt gesetzter Slalom war die Folge. "Dass wir da fahren müssen, da kann keiner was dafür. Sind wir froh, dass es ein Rennen gibt", freute er sich, dass es nicht die nächste Absage setzte. "Aber die Kurssetzung tut schon das ihrige dazu - mit langen Schwüngen, dass wir dann teilweise 20 Meter Torabstand haben."

"So einen Lauf bin ich noch nie gefahren", ahnte der vierfache Gesamtweltcupsieger bereits vor dem Start nichts Gutes. Und so kam es dann auch: Im äußert flachen Mittelteil gingen einige Läufer in die Hocke, andere tauchten mit den Stöcken an. Kuriose Bilder für einen Slalom.

Hirschers Schlusssatz: "Arsch-Wochenende. Abhaken, es tut mir zwar leid und schmerzt mich sehr, dass ich das sagen muss, aber ich muss es abhaken. Und jetzt geht es heim."

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