Gemischte Reaktionen auf Olympia-Abfahrt

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Die Speed-Asse haben den ersten Testlauf auf jener Strecke, wo bei den Olympischen Spielen 2018 Abfahrt, Super-G und Kombination gefahren werden, hinter sich.

Nach dem ersten Training (Ergebnis hier) verraten die Läufer der "APA", wie ihnen die Strecke in Jeongseon gefällt. Dabei kommt es zu den unterschiedlichsten Reaktionen. Von "Sehr gut", über "ganz okay" bis hin zu "es ist leider keine Abfahrt, sondern ein FIS-Rennen. Es ist langweilig" ist alles dabei.

Die Reaktionen:

Kjetil Jansrud (NOR): "Sie gefällt mir gut, sie unterscheidet sich von dem, was wir normal fahren: Nicht so schwierig, ein bisschen kürzer, langsamer, aber ein brutal schönes Gefühl. Große Sprünge, viel Terrain. Hoffentlich ist es schön im Fernsehen zum Anschauen, das ist auch wichtig für ein Olympiarennen, dass es spektakulär aussieht. Wir sind von einer Runde in Europa gekommen, wo wir viele Schwierigkeiten und schlechtes Wetter hatten. Hier ist es brutal schön und kalt, es ist so gut wie nie seit Beaver Creek und Lake Louise. Hier ist richtig Winter, das freut uns alle."

Hannes Reichelt: "Sie könnte schon ein bisschen schneller sein, aber es ist auch mal nicht schlecht, wenn es eine kurvige Abfahrt ist. Vom Grundcharakter müsste es mir liegen. Sie ist schön präpariert, das ist einmal für den Körper gut. Bei der Kurssetzung im unteren Bereich kann man einiges tun. Ich glaube, dass es schwierig ist, bei einer neuen Abfahrt das Limit bei der Kurssetzung zu finden. Wir müssen alles fahren können, ob es drehend ist oder schnell."

Marcel Hirscher: "Hier musst du die Skills haben, dass du jede noch so Kleinigkeit an Schwung mitnimmst. Es ist ja nicht steil, da ist kein Gefälle da. Die Sprünge sind ja doch mit fünfzig Meter teilweise eher weiter und da bin ich natürlich nicht der Gelernte. Von dem her ist es sicherlich keine Abfahrt, wo ich einmal schnell sein werde."

Christof Innerhofer (ITA): "Leider kommt da keine Euphorie auf. Bei der Geschwindigkeitsmessung fahren wir mit 96 km/h, das schaut mehr aus wie Riesentorlauf. Das ist alles andere als eine Abfahrt. Ich finde es schade, dass man die Unterschiede nur in der Zeit sieht und nicht im Fahren, weil einfach nichts so Schwieriges dabei ist. Ein bisschen Action brauchen wir schon, sonst ist es leider keine Abfahrt, sondern ein FIS-Rennen. Es ist langweilig. Da ist wenig Spaß dabei. Wenn x Millionen Leute vor dem Fernseher sitzen und ihnen auch langweilig ist, haben wir ein Problem. Es fehlt die Grundgeschwindigkeit."

Romed Baumann: "Der Schnee, der Untergrund, das taugt mir, da kann ich das Gefühl auspacken. Es ist nirgends vereist. Es fehlt ein Gleitstück, man muss es so nehmen. Es geht von oben bis unten immer so wellig dahin. Für mich war es ein richtiges Genuss-Skifahren."

Otmar Striedinger: "Das Gelände würde mit gut gefallen, aber auf dem Schnee ist es sehr einfach zu fahren. Es ist besonders griffig und aggressiv, da brauchst du nicht viel Kraft, um die Kurven zu bekommen. Generell wäre mir lieber, wenn die Piste härter wäre. Vom Kurs her kommt man da nicht aus."

Klaus Kröll: "Es ist ganz okay, aber mir fehlt ein bisschen der richtige Abfahrtscharakter. Es geht ganz runter Kurve auf Kurve, das Tempo ist nicht allzu hoch und es ist nicht allzu steil. Die Sprünge sind richtig weit und auch hoch. Wir sind einmal alle froh, dass es jetzt einmal schön ist, wir Licht haben und es eine halbwegs ruhige Piste ist, nachdem was wir jetzt in den Knochen haben von den vergangenen Wochen. Die Kurssetzung kann man sicher noch ein bisschen anpassen. Und wie es bei Olympia ist, weiß man nicht. Wenn es wärmer ist und man das Licht abdreht, bei den ganzen Wellen und Übergängen, dann schaut das Ganze auch anders aus."

Vincent Kriechmayr: "Es ist nicht sehr schwierig. Aber schwierig, schnell zu sein. Und wenn man da an das Limit geht, kann man schon mal einen Fehler machen. Und da ist ein kleiner Fehler wahrscheinlich schon sehr fatal. Es ist schon eine Abfahrt, es ist halt eine andere Abfahrt. Aber ich kann keine Kritik aussprechen, weil der Hang ist einfach nicht sehr steil. Das Einzige, was drinnen ist, sind die Übergänge und die machen es wenigstens ein bisschen interessant für die Fernsehzuseher. Vom Tempo her ist es nicht sehr schwierig."

Andreas Sander (GER): "Die Piste ist in einer Wahnsinnsverfassung. Es ist schon ein bisschen eine andere Abfahrt. Es ist nicht so steil, die sehr stark drehenden Kurven sind mit den Schneeverhältnissen sehr gut zu fahren. Du musst das Gefühl auspacken. Für mich ist es auf jeden Fall eine würdige Olympia-Abfahrt."

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang»
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