Giganten-Duell geht in die nächste Runde

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Marcel Hirscher oder Aksel Lund Svindal? Aksel Lund Svindal oder Marcel Hirscher?

Dass der Gesamtweltcup in dieser Saison an einen der beiden geht, steht bereits Mitte Jänner so gut wie fest. Zu dominant agieren die beiden Giganten in den bisherigen Rennen.

Doch wer holt sich die große Kugel? Zu Beginn der Saison hatte der Norweger die Nase aufgrund der beeindruckenden Erfolge in Übersee vorne. Mittlerweile liegt Hirscher jedoch wieder mit einem netten Polster von 165 Zählern in Front.

In Wengen geht das Duell in die nächste Runde - obwohl sich die Kontrahenten auf der Piste gar nicht begegnen.

Svindal gibt keine Interviews

Während der Annaberger die Alpine Kombination auslässt ("Der Aufwand mit dem Abfahrtstraining davor wäre viel zu groß") und nur im Slalom an den Start geht, versucht Svindal in Abfahrt und Kombi seinen "Wengen-Fluch" abzuschütteln.

Der 33-Jährige konnte die berühmte Lauberhorn-Abfahrt noch nie für sich entscheiden, Platz drei bei seinem letzten Antritt 2014 war das höchste der Gefühle. Davor kam er im längsten Rennen des Weltcup-Kalenders nie über Rang sechs hinaus. Auch in der Kombi war sein bestes Ergebnis ein dritter Platz (2011).

Die Erfolgslosigkeit scheint auch Einfluss auf die Vorbereitung des "Super-Elchs" zu haben. Svindal lehnte sämtliche Interview-Anfragen in der Woche vor den Rennen in der Schweiz ab. "Es gibt die ganze Woche keine Termine. Aksel braucht Ruhe", so die knappe Auskunft des norwegischen Teams.

Kein Geheim-Training in Kitzbühel

Auch Hirschers Vorbereitung hat sich zuletzt geändert. Zwar weniger in Hinblick auf etwaige Interviews neben der Strecke, als viel mehr auf der Piste.

Das geplante Geheim-Training in Kitzbühel - das am Ende gar nicht mehr so geheim war - musste gestrichen werden. Super-G und Slalom wären am Programm gestanden, im Notfall auch im oberen Bereich über die Mausefalle statt wie ursprünglich abgemacht im unteren Teil.

Die Neuschnee-Massen machten dem vierfachen Gesamtweltcupsieger einen Strich durch die Rechnung. "Es wäre deshalb zu gefährlich", so Coach Mike Pircher. Nun weicht der 26-Jährige auf die Reiteralm aus und bereitet sich dort auf den Wengen-Slalom, der auf dem unteren Teil der Abfahrtsstrecke stattfindet, vor.

Fehlender Sieg in Wengen

Doch auch Hirscher hat wie Svindal nicht die allerbesten Erinnerungen an das Dorf im Berner Oberland. Der Torlauf am Fuße von Eiger, Mönch und Jungfrau ist der einzige regelmäßige Weltcup-Slalom, den er noch nie gewinnen konnte.

Drei Podestplätze in den letzten fünf Jahren stehen auf dem Konto, im Vorjahr schied der 36-fache Weltcupsiger jedoch bereits im ersten Durchgang aus.

Neben dem fehlenden Wengen-Erfolg verbindet die beiden Superstars in dieser Saison vor allem eines: Die beeindruckende Podest-Bilanz.

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Beeindruckende Bilanz

Svindal landete in elf Starts sechsmal am Podium. Fünf Rennen konnte der Norweger gewinnen, einmal belegte er Rang zwei - beim Parallel-RTL in Alta Badia. Eine überragenden Bilanz - könnte man meinen. Bis man einen Blick auf Hirschers Statistik wirft.

Der Salzburger liegt nämlich nochmal mindestens eine Klasse über Svindal. In zehn Rennen landete er unglaubliche neun Mal auf dem Podest. Nur der umstrittene Parallel-RTL macht ihm die "perfekte Bilanz" kaputt. Wie Svindal siegte auch Hirscher fünf Mal, holte zudem drei zweite und einen dritten Platz.

In Slalom und Riesentorlauf startete Hirscher mit acht Podestplätzen in Serie in die Saison. Dies gelang ihm bereits 2012/13. Mit einer weitere Top-3-Platzierung würde er seine persönliche Bestmarke übertreffen und die Jagd auf den Start-Rekord fortsetzen.

Holt Hirscher den Start-Rekord?

Phil Mahre landete 1981/82 in den ersten 15 technischen Rennen (8 RTLs, 7 Slaloms) auf dem Stockerl, Alberto Tomba schaffte 1991/92 elf Podestplätze (4 RTLs, 7 Slaloms) von Saisonstart weg. Dann folgt schon Hirscher mit acht.

Sollte der vierfache Weltmeister den Lauf in Wengen und Kitzbühel fortsetzen, könnte er ausgerechnet beim spektakulären Nightrace in Schladming vor 50.000 Fans Tomba einholen.

Die Chance, Mahres Startrekord einzustellen, hätte Hirscher ebenfalls vor heimischer Kulisse. Beim Adelboden-Ersatz-Riesentorlauf in Hinterstoder am 26. Februar. Davor müsste er jedoch in Wengen (Slalom), Kitzbühel (Slalom), Schladming (Slalom), Garmisch-Partenkirchen (RTL) und Zuzawa Naeba (RTL, Slalom) unter den ersten Drei landen.

Sollte ihm dies tatsächlich gelingen, würde sich auch die Frage nach dem Gesamtweltcupsieger erübrigen.

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