Der Weltcup schmilzt dahin

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Der alpine Ski-Weltcup wird erneut vom Wetter-Chaos in diesem Winter eingeholt.

An diesem Wochenende trifft es die Ski-Artisten besonders hart, so wurden am Sonntag der Herren-Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen und der Damen-Slalom in Maribor binnen weniger Minuten abgesagt.

Rien ne va plus

"Zu gefährlich", lautete die Begründung an beiden Austragungsorten, wobei in Slowenien der Bewerb trotz heftiger Kritik seitens der Athleten gestartet wurde. Erst nach 25 Läuferinnen und riesigen Löchern in der Piste hatten Renndirektor Markus Waldner und sein Team ein Einsehen und erkannten: Rien ne va plus, nichts geht mehr!

"Ich verstehe nicht, warum man so ein Rennen unbedingt durchziehen muss", machte etwa Carmen Thalmann ihrem Ärger Luft. Ihr Meinung nach hätte der Bewerb frühzeitig gestrichen werden müssen, denn so war er von Anfang an "nicht gerecht".

Kirchgasser ohne Verständnis

Auch Michaela Kirchgasser fand klare Worte. "Skifahren ist das nicht mehr, da ist sehr viel Unverständnis dabei." Die hatte schon mit Nummer 14 eine völlig ramponierte Piste vorgefunden. "Da muss man sich büerlegen, ob man mit 52 startet. Da haut's dir die Knie über die Ohrwascheln", hatte sie geunkt.

Eva-Maria Brem verhielt sich diplomatischer, stellte aber klar, dass ihr "der Wettkampfgedanke fehlt". Sie sei aber froh, nicht in verantwortlicher Position zu sein. "Ich würde mir schwer tun." Die Läuferinnen wurden bereits vor Rennbeginn nach ihrer Meinung gefragt, ein Gros plädierte für eine Absage.

FIS wollte Rennen durchziehen

"Die FIS wollte das Rennen machen", bestätigte Athletensprecherin Sarks Strachova. "Wir waren dagegen. Selbstverständlich war es nicht fair, die Piste ist gebrochen." Nur Minuten später war eine Fortsetzung nicht mehr möglich, da sich das Verletzungsrisiko ob der Schläge und Löcher enorm erhöhte.

Für den Ski-Weltverband wird die Lage aufgrund der neuerlichen Absagen nicht einfacher. Die beiden Slaloms in Levi mussten frühzeitig gestrichen werden, nun steht auch fest, dass sie nicht mehr nachgeholt werden. Schon zuvor war klar, dass der geplante City-Event in München neuerlich nicht stattfinden kann.

Absage über Absage

Bei den Herren fielen überdies der Slalom in Zagreb und der RTL in Adelboden dem Wetter zum Opfer. Santa Caterina sprang für Zagreb ein, in Hinterstoder wird am 26. Februar der Adelboden-RTL nachgeholt. Wie es sich mit jenem in Garmisch-Partenkirchen verhält, ist unklar. Der Weltcup ist in die zweite Hälfte gestartet, insofern wird es immer schwieriger, Ersatzorte zu finden.

Im Damen-Lager musst Ofterschwang w.o. geben, Slalom und Riesentorlauf wurden relativ reibungslos von Flachau übernommen. Die Folgen der Maribor-Absage sind noch nicht absehbar. Auffallend ist, dass es in dieser Saison ausschließlich Technik-Events betrifft und sämtliche Speedrennen über die Bühne gingen.

Die FIS hat die Aufgabe, trotz allem für einen fairen Kalender zu sorgen, da weder Technik- noch Speedläufer bevorzugt werden sollten.

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