Vanek verrät Grund für verfrühtes Saisonaus

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Lange wurde gerätselt, aus welchem Grund Thomas Vanek die NHL-Saison vorzeitig beenden musste, nun herrscht Gewissheit: Der 32-Jährige zog sich Ende März Rippenbrüche zu.

"Es war hart. Ich habe schon oft mit Verletzungen gespielt, aber diesmal war es unmöglich", zeigt sich der Steirer gegenüber US-Medien frustriert. "Zuerst dachte ich, dass es sich um eine Zerrung oder Prellung handelt. Erst nach mehreren Tagen habe ich ein Röntgen machen lassen und gemerkt, dass die Rippen gebrochen sind."

Ein harter Typ

Wie hart Vanek im Nehmen ist, zeigt folgender Fakt: Am 29. März zog er sich die Brüche gegen die Chicago Blackhawks nach einem üblen Check von Verteidiger Viktor Svedberg zu. Nach einer Pause von einem Spiel kehrte er nur drei Tage danach gegen die Detroit Red Wings zurück. Spätestens zu diesem Zeitpunkt merkte er laut eigener Aussage, dass etwas nicht stimmt.


Doch selbst da wollte er die Verletzung nicht wahrhaben und trotzdem weiterspielen. "Vier bis fünf Tage später habe ich es wieder versucht, nach zwei Minuten habe ich gemerkt, dass etwas gar nicht passt", beschreibt der Grazer den Ablauf. Erst danach unterzog er sich der Röntgen-Untersuchung, bei der die Brüche festgestellt wurden.

Zweiter Sommer mit OP in Folge?

Für Vanek ist die Blessur ein weiteres Kapitel in seiner langen Verletzungshistorie. Nicht ungewöhnlich für einen Eishockey-Spieler. Bereits 2014/15 spielte der ÖEHV-Legionär über weite Strecken mit mehreren Leistenverletzungen.

Im Sommer unterzog er sich einer Operation, um die Beschwerden loszuwerden. Droht ihm aufgrund der Rippenbrüche auch in dieser Offseason ein Eingriff? "Ich denke nicht. Mit der Zeit sollte es von alleine heilen", bringt Vanek Licht ins Dunkel.

Der Faktor Zeit sei besonders wichtig. Auch deswegen konnte er trotz aller Versuche nicht in den Playoff-Kampf der Minnesota Wild gegen die Dallas Stars eingreifen. "Es ist eine dieser Verletzungen, bei der du dich ganz okay fühlst, aber es einfach Zeit braucht, um zu heilen."

"Bei uns ist es viel schlimmer"

Persönlich blickt der Familienvater auf eine äußert durchwachsene Saison zurück. 41 Scorerpunkte verbuchte er in 74 Spielen der Regular Season, erstmals in seiner NHL-Karriere erzielte er weniger als 20 Tore in einer Saison (18). "Es ging auf und ab, die Konstanz hat gefehlt", zeigt sich der Flügelstürmer selbstkritisch. Er fügt jedoch an: "Die Konstanz hat mir persönlich, aber auch dem ganzen Team gefehlt."

"Ich bin nicht glücklich mit meiner Saison aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass ich in dieser Liga 30 Tore pro Saison erzielen kann."

Vanek über seine Zukunft

Den Grund für die schwankenden Leistungen der Wild kennt er nicht. "Es ist wirklich schwer zu begründen, wir haben eigentlich gute Leadertypen. Wir müssen konstanter werden. Jedes Team hat Höhen und Tiefen, bei uns ist es aber viel schlimmer als bei erfolgreichen Mannschaften."

Unkenrufe diverser Medien, dass die Stimmung innerhalb der Mannschaft schlecht sei, revidiert er: "Wir haben eine gute Stimmung in der Kabine, daran liegt es sicher nicht."

Vanek rätselt über Zukunft

Obwohl Vanek bei den Wild noch einen Vertrag bis 2017 besitzt, steht seine Zukunft in den Sternen. Denn die Franchise hat kaum "Cap Space", um neue Spieler zu verpflichten. Um Platz zu machen, könnte Vaneks Vertrag ausbezahlt werden - das würde Minnesota Freiraum verschaffen und den Angreifer automatisch zum "Free Agent" machen. Er müsste sich dann ein neues Team suchen.

"Ich verstehe die wirtschaftliche Seite", sieht der Österreicher ein, dass diese Variante nicht auszuschließen ist. Kleinreden will er sich aber nicht: "Ich bin nicht glücklich mit meiner Saison - aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass ich in dieser Liga 30 Tore pro Saison erzielen kann."

Mit General Manager Chuck Fletcher, der für solche Angelegenheiten verantwortlich ist, habe er noch nicht gesprochen. Seine Heimat Minnesota will er aber nicht kampflos aufgeben. "Ich habe hier nicht unterschrieben, weil ich hier immer meinen Sommer verbracht habe. Ich bin hierhergekommen, weil ich es hier liebe. Ich will hier gewinnen, das wäre mein größter Traum."

Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich dieser Traum ja doch noch.

 

Matthias Nemetz

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