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ICE-Playoffs: Wer wen picken sollte

Am Donnerstagabend schreiten KAC, Fehervar und Salzburg zur Wahl ihrer Viertelfinal-Gegner. Es gibt klare Tendenzen:

ICE-Playoffs: Wer wen picken sollte Foto: © GEPA

Am Sonntag startet für Eishockey-Fans die schönste Zeit des Jahres.

In der win2day ICE Hockey League starten die Playoffs, acht Teams rittern um die “Karl Nedved Trophy”. 

Neben den Top 6 des Grunddurchgangs haben sich über die Pre-Playoffs die Pioneers Vorarlberg ein Viertelfinal-Ticket gesichert, die Feldkircher setzten sich in ihrer best-of-three-Serie gegen den HC Innsbruck mit 2:0 durch.

Der letzte Teilnehmer wird in einem Spiel-3-Showdown zwischen dem HC Pustertal und Olimpija Ljubljana (19:30 Uhr im LIVE-Ticker >>>) ermittelt.

Nach dem Ende des zweiten Pre-Playoff-Duells wird der jährlich mit Spannung erwartete Playoff-Pick über die Bühne gehen. Die drei besten Teams des Grunddurchgangs dürfen sich ihren Gegner aussuchen, der Viertplatzierte (HC Bozen) bekommt jenen Klub zugeordnet, der übrig bleibt.

LAOLA1 hat sich eine kleine Spielerei erlaubt und ordnet ein, wer wen picken sollte.

KAC:

2011 standen die Rotjacken zum letzten Mal am Ende der Regular Season an der Tabellenspitze, damals gab es den Playoff-Pick noch nicht. Dieser wurde erst 2012/13 eingeführt.

Folgerichtig dürfen die Klagenfurter erstmals als erste Mannschaft ihren Playoff-Gegner wählen und sollten sich für den VSV entscheiden. Die Überraschung hält sich wohl in Grenzen, für viele Beobachter scheint der Pick in Stein gemeißelt.

Die Gründe sind aus KAC-Sicht vielfältig: Seit 2002 hat man alle vier seitdem stattgefundenen Playoff-Serien gegen den Lokalrivalen gewonnen, zuletzt 2021 und 2023. Die Saisonbilanz spricht mit 3:1 deutlich für den Rekordmeister, besonders das letzte Aufeinandertreffen glich einer Machtdemonstration.

Spielzeitübergreifend gingen 15 der letzten 20 Kärntner Derbys an den KAC, der VSV befindet sich außerdem nicht in Topform. Natürlich spielt der Derby-Charakter ebenfalls eine große Rolle - die Arenen wären prall gefüllt, würden ordentlich Geld in die Kassen spülen und dem Rivalen eines auszuwischen, speziell in der Postseason, davon träumt doch insgeheim jeder Fan, Spieler und Betreuer.

Gegen die Black Wings Linz fällt das Head-to-Head mit 4:0 sogar nochmal besser aus, doch zwei Spiele wurden erst nach Overtime/Shootout gewonnen, auch die anderen zwei Begegnungen (4:2, 2:1) verliefen eng. 

Auf eine lange Reise nach Feldkirch zu den im Pre-Playoff stark aufspielenden Pioneers wird man freiwillig verzichten, Pustertal und Ljubljana scheinen aufgrund der direkten Vergleiche (jeweils 2:2) auf den ersten Blick ebenfalls unrealistisch - die kurze Reise nach Slowenien könnte aber zum Hauptargument werden, würde Ljubljana gepickt werden.

FEHERVAR AV19:

Der VSV ist also vergeben, bleiben für die Ungarn also noch Linz, Pustertal/Ljubljana und Feldkirch übrig.

Hier stehen bei der Wahl des Viertelfinal-Gegners zwei Fragen im Vordergrund: Achtet man aus Teufel-Sicht auf die beste Saison-Bilanz? Oder wird die Fahr-Distanz so kurz wie möglich - eh schon schwierig - gehalten?

Wird letztere Frage höher gewichtet, dann fallen die Pioneers Vorarlberg als möglicher Pick-Kandidat aus der Wertung - außer beide Teams würden sich auf eine Serie im Stil Heim-Heim-Auswärts-Auswärts einigen, was laut Reglement ab einer Entfernung von 400 Kilometer möglich ist. Die Saisonduelle sprechen mit 3:1 für Fehervar. Trotzdem sind die Vorarlberger tendenziell die unwahrscheinlichste Wahl.

Rund viereinhalb Stunden beträgt im Idealfall die Fahrzeit zwischen Szekesfehervar und Linz. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint der Pick sinnvoll, im Head-to-Head steht es aber 2:2, drei der vier Duelle wurden mit nur einem Tor Unterschied gewonnen. Die Gefahr, sich die Finger zu verbrennen, scheint zu groß zu sein.

Somit sollte der Sieger aus Pustertal/Ljubljana gewählt werden. Warum? Sollten sich die “Wölfe” durchsetzen, würde man für eine Auswärtsfahrt zwar insgesamt 15 Stunden im Bus sitzen, selbiges gilt aber natürlich auch für die Südtiroler - sofern man sich nicht auf die oben bereits erwähnte Variante von Spiel 1 bis 4 einigt.

Im Grunddurchgang ist Fehervar gegen Pustertal heuer unbesiegt, 2022 schreckten die Teufel ebenfalls nicht vor der langen Reise zurück - letzten Endes zurecht, im Viertelfinale gelang der Sweep.

Und wenn sich Ljubljana durchsetzen sollte? Dann wäre die Reise in die slowenische Hauptstadt sogar noch ein Stück kürzer (rund 30 Minuten, Anm.) als jene nach Linz, in der Regular Season wurden drei von vier Begegnungen gewonnen.

EC RED BULL SALZBURG:

Black Wings Linz oder Pioneers Vorarlberg - die Wahl des amtierenden Meisters wird auf die Feldkircher fallen, alles andere wäre eine große Überraschung.

Gegen beide Teams weisen die Eisbullen drei Siege auf, doch die Begegnungen mit Linz hätten auch jeweils in die andere Richtung verlaufen können - 4:3 nach Shootout, 2:1 nach Overtime, 3:1 sowie 1:2 nach Shootout gingen die Partien aus Salzburg-Sicht aus. Die Stahlstädter nur aufgrund der kürzeren Reise zu nehmen, könnte daher grob fahrlässig sein. 

Zumal für gewöhnlich hunderte Linzer Fans die rund eineinhalbstündige Fahrt in die Mozartstadt antreten, um ihre Mannschaft zu unterstützen - da kommt nicht nur ein gewisses Derby-Feeling auf, der Salzburger Volksgarten kann für die nominelle Heim-Mannschaft auch schnell zur Gaststätte werden.

Zwar darf man die Pioneers ebenfalls nicht unterschätzen, doch wenn neben dem KAC eine Mannschaft das Potenzial hat, die Offensive der Vorarlberger einzudämmen, sind es die Mannen von Oliver David. Nicht ohne Grund fielen die Siege in dieser Saison deutlich (6:2, 6:3, 4:0) aus - einzig in Feldkirch gewann der Viertelfinal-Debütant 3:2 nach Overtime, dies aber in einer Phase, in der Salzburg schwächelte.

Und ein nicht unwesentlicher Fakt: Der Titelverteidiger hat noch keine Playoff-Serie gegen ein Team aus Vorarlberg verloren, entschied alle drei Viertelfinali gegen die Dornbirn Bulldogs mit 4:2 für sich.

HC BOZEN:

Somit würde es zu einer Neuauflage zwischen Bozen und Linz kommen.

Letztes Jahr schafften es die Black Wings aus den Pre-Playoffs in die Runde der letzten acht, hielten im Viertelfinale die Serie gegen den Grunddurchgangssieger lange offen und erzwangen sogar ein Spiel 7. In diesem behielten die Foxes etwas glücklich die Oberhand, siegten nach Overtime und sollten es in weiterer Folge bis ins Finale schaffen.

In Südtirol wird die Freude über das Duell mit den Oberösterreichern wohl nicht allzu groß sein, Bozen konnte nur eine Begegnung auf seine Seite ziehen. Außerdem entstand in den letzten Jahren, auch einiger Nicklichkeiten und unschönen Szenen in den direkten Aufeinandertreffen geschuldet, eine Rivalität zwischen beiden Teams, die sich wirklich nicht ausstehen können.

Seit dem Liga-Einstieg des zweifachen Champions im Jahr 2013/14 stand man sich in vier Viertelfinal-Serien gegenüber, das Head-to-Head ist mit 2:2 ausgeglichen. Das Potenzial für ein Spiel 7 wäre auf jeden Fall vorhanden.




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