Neue Helden braucht das Land

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Die Alpinen hatten eine goldene Generation rund um die Jahrtausendwende.

Die Skispringer folgten mit den Super-Adlern in den vergangenen Jahren.

Höchste Zeit, dass die Biathleten nachziehen und im internationalen Vergleich den Ton angeben. Kurzum: Es werden wieder Helden gesucht!

Die ÖSV-Loipenjäger wollen genau in diese Rolle schlüpfen und im WM-Winter 2015/16 über sich hinauswachsen. Von Dominik Landertinger über Simon Eder bis zu Julian Eberhard, von Lisa Hauser über Katharina Innerhofer bis zu Dunja Zdouc: Das nötige Potenzial ist vorhanden, wie der erfolgreiche Saisonstart in Östersund gezeigt hat. Jetzt gilt es, dieses auch bestmöglich in den nächsten Wochen und Monaten auszuschöpfen.

LAOLA1 hat sich bei den Protagonisten umgehört und nach dem Status quo gefragt.

Simon EDER

Zweimal stand der Salzburger im letzten Winter auf dem Stockerl, als Gesamt-15. war er am Ende der Saison der bestklassierte Österreicher. Das würde der Familienvater gerne wiederholen. "Natürlich wäre das schön", macht er keinen Hehl daraus, die Prioritäten sind aber nicht ausschließlich auf den Gesamtweltcup ausgelegt. "Rein darauf zu schielen, ist der falsche Weg, man hat bei Landi letztes Jahr gesehen, was alles passieren kann. Mein großes Ziel ist es, wieder einmal bei einem Rennen ganz oben zu stehen." Zuletzt triumphierte Eder im März 2014 in Oslo.

Jenem Ort, der in wenigen Monaten Austragungsort der Weltmeisterschaften ist. Um optimal dafür gerüstet zu sein, hat er wieder intensiv mit Vater Alfred Eder und Cousine Sandra Flunger trainiert. Letztere betreut die Damen, sodass Simon sich in der Rolle als Hahn im Korb wiederfand. "Mir taugt das gut", grinst er, "meine Freundin hat nichts dagegen".

Wo liegt der sportliche Vorteil? "In der Männergruppe herrscht eine brutale Konkurrenzsituation, es hat mir gut getan, da mal rauszukommen. Ich habe meine Intensitäten besser kontrolliert." In der Herren-Trainingsgruppe ginge das zwar auch, allerdings neigt man dazu, sich von den starken Teamkollegen immer noch weiter - und dadurch auch mal über die Grenzen hinaus - zu pushen. Da jeder Athlet sich individuell an bestimmte Vorgaben halten sollte, kann sich das langfristig negativ auswirken.

Eine große Neuerung im Fall Eders ist die neue Waffe, mit der er schießt. Die schnellen Zeiten will "Lucky Luke" beibehalten, die Trefferquote soll allerdings nach oben gehen. "Der neue Schaft ist aus Nussholz und nicht mehr aus Carbon, Landi hat die gleiche. Ich habe es diesmal in professionelle Hände gegeben und nicht mehr selbst daran gearbeitet." Im Mixed-Bewerb lief es noch nicht optimal, im Einzel schon bedeutend besser. Rang sieben lautete die Ausbeute. "Mit zwei Fehlern kann ich gut leben. Läuferisch war es eine solide Leistung." Darauf will er schon am Wochenende (Sprint, Verfolgung) aufbauen.


Dominik LANDERTINGER

Es war ein bislang verflixtes Jahr für den Tiroler, der ab sofort wieder in die Erfolgsspur zurückkehren will. Der zweifache Olympia-Medaillengewinner von Sotschi hat den letzten Winter abgehakt und startete bereits in Östersund neu durch - als Achter zeigte er bereits einen kleinen Vorgeschmack darauf, was noch kommen soll. Dabei richtet sich sein Fokus vor allem auf die Heim-WM in seinem Heimatort Hochfilzen 2017 sowie Olympia in Pyeongchang ein Jahr später. "Für mich sind das die großen Highlights, daher ist es eher ein Übergangsjahr", stellt er fest.

Wichtiger Zusatz: "Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht trotzdem eine WM-Medaille will!" Das Potenzial dafür hat der Ex-Weltmeister zweifellos, die Werte bei den Leistungstests stimmen ihn überaus zuversichtlich. "Es sind die besten seit 2009", hält der Pillerseetaler fest. Damals dominierte er die Laufzeiten im Feld, genau dorthin will er zurück. Mit einer Trainingsumstellung will er gewährleisten, dass es klappt.

"Ich habe weniger schnell und intensiv trainiert, dadurch sollten intensive Sachen jetzt schneller greifen", erklärt er. Was die Vorbereitung betrifft, macht ihm ohnehin keiner mehr so schnell etwas vor. Gemeinsam mit Fritz Pinter hat "Landi" in Graz die Trainerausbildung absolviert. "Hut ab, er hat sich voll reingekniet", ist Teamkollege Eder begeistert. "Dadurch verstehe ich gewisse Sachen jetzt besser", sieht Landertinger nicht nur die langfristige Perspektive als Standbein für die Karriere nach der Karriere, sondern will auch als Aktiver einen Nutzen daraus ziehen.


Das treiben die besten Loipenjäger der Welt während der Weltcup-Pause:

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Julian EBERHARD

Er ist die Wundertüte im österreichischen Biathlon-Team. Julian Eberhard bringt alle körperlichen Voraussetzungen mit, um ein Weltklasse-Biathlet zu sein. In den letzten Jahren konnte er dies allerdings nur selten umsetzen. Zwei Top-Plätze hat er zu Buche stehen - viel zu wenig für einen Mann mit seinem Talent. Ihm ist zuzutrauen, auch ganz vorne zu landen, hört man aus dem Umfeld des 29-Jährigen. Einschränkung: Die Konstanz, um Spitzenplätze in Serie abzuliefern, fehlt weiterhin.

"Läuferisch hat man gesehen, dass ich bei den Schnellsten bin", ist Eberhard mit der Form auf den Skiern zufrieden. Am Schießstand ortet er noch Potenzial nach oben. Er habe hart daran gearbeitet und sei mit dem Verlauf im Sommer und Herbst zufrieden. "Daran will ich anknüpfen", lässt er sich von einem durchwachsenen Wettkampf in der Mixed-Staffel sowie im Einzel nicht aus der Ruhe bringen. Als kleine Entschuldigung sollte berücksichtigt sein, dass ihm die Rennschuhe gestohlen wurden.

Um ansonsten nichts dem Zufall zu überlassen, schob er des Öfteren eine Extraschicht am Schießstand ein. Konkrete Ziele in Form bestimmter Platzierungen haben im Leben des Salzburgers keinen Platz. "Dieses ergebnisorientierte Denken habe ich mir längst abgewöhnt. Ich will Topleistungen abrufen!" Gelingt das, steht einer Verbesserung seines Karrierehochs (Platz acht im Sprint von Oberhof 2012/13) nichts im Wege. Die anvisierte WM-Teilnahme sowie Teilnahmen an den Massenstarts, die gute Vorleistungen voraussetzen, kämen dann von ganz alleine.


Daniel MESOTITSCH

Er ist ein echtes Phänomen. Auch mit 39 Jahren ist es dem Kärntner gelungen, die - zum Teil deutlich - jüngere Konkurrenz in der Qualifikation um einen der nur noch fünf vorhandenen Startplätze in die Schranken zu weisen. Als Grund dafür macht er seine beneidenswerte Fitness aus. "Motivationsprobleme kenne ich nicht, dazu bin ich körperlich brutal beieinander, mir fehlt gar nix." Während viele Athleten gesundheitlich immer wieder mit kleineren und größeren Wehwehchen zu kämpfen haben, läuft's beim Kärntner wie am Schnürchen.

"Ich habe weniger Probleme als alle anderen, kein Schmäh. Ich hatte ja zum Glück nie eine gröbere Verletzung. Dazu bin ich ein eher muskulöser Athlet, das schützt die Gelenke. Und ganz talentfrei bin ich ja natürlich auch nicht." Um auch im Winter konkurrenzfähig zu sein, hat er im Sommer mehr "auf die harte Schiene gesetzt". Konkret bedeutet das, dass der Umfang geringer wurde, die Trainingsqualität jedoch höher.

Hintergrund dieses Vorgangs: Er will im Sprint ein höheres Tempo gehen. "Das war ja immer mein Steckenpferd", erklärt er ironisch. Verbessern muss sich zudem seine Komplexleistung. Im Vorjahr war er mal läuferisch, mal schießtechnisch stark, aber nie beides im selben Wettkampf. "Platz 15 ist nicht mein Anspruch", strebt er nach deutlich mehr. Das große Ziel ist freilich die WM in Oslo. Um dafür gerüstet zu sein, will er sich auch Pausen gönnen. "Ich will punktuell alles ausreizen und unter einen Hut kriegen. Um den Weltcup werde ich nicht mitlaufen, weil ich nicht mehr so schnell regeneriere."

Zum Saisonstart präsentierte er sich schon mal deutlich stärker als im letzten Winter, Rang 13 war eine kleine Duftmarke, die er hinterließ. "Zuerst ein Lob an die Techniker. Trotz der schwierigen Bedingungen hatten wir super Material", wusste er, bei wem er sich zu bedanken hatte. Vor allem, da ihm "die absolute Laufform noch fehlt". Am Schießstand dagegen präsentierte er sich bereits in exzellenter Verfassung, wenn man den verflixten letzten Schuss außen vor lässt.


Sven GROSSEGGER

Nach durchwachsenem Saisonstart steigerte sich der Salzburger im Vorjahr kontinuierlich und wurde nicht nur zur Staffel-Fixgröße, sondern sammelte auch regelmäßig Weltcuppunkte. Wer sich im Team umhört, der merkt sofort, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Nicht wenige trauen ihm einen großen Sprung in dieser Saison zu.

Nachdem der 28-Jährige in der Vergangenheit immer wieder gesundheitliche Probleme hatte und eine Herzmuskelentzündung ihn sogar komplett flach legte, will er nun endlich die Früchte seiner Arbeit ernten. "Das hat mich wahnsinnig zurückgeworfen, aber jetzt ist die Zeit, wo ich es tuschen lassen will. Ich bin zu einhundert Prozent einsatzfähig", spürt man ihm die Freude ob des endlich erfolgten Saisonstarts förmlich an.

"Wenn ich gute Punkte holen kann, will ich das tun. Ich will immer zumindest rund um Platz 20 landen. Wenn es mir mal aufgeht, kann auch deutlich mehr rausschauen", ist die Erwartungshaltung hoch. Rückhalt erhält der Familienmensch von daheim. "Ich vermisse meine kleine Familie natürlich im Winter und freue mich, wenn ich Zeit mit ihnen verbringen kann. Ich wusste aber, was mich als Sportler erwartet und ich bekomme viel Unterstützung von meiner Frau."

Die benötigte er auch nach seinem Saisoneinstand am Mittwoch. Erst wurden ihm wie Eberhard die Schuhe gestohlen, dann ließ die Laufform zu wünschen übrig. Als 43. verpasste er knapp die Punkteränge, im Sprint will er das Verpasste nachholen.


Darya Domracheva wird auch im kommenden Winter mehrere Stationen verpassen.

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Der Biathlon-Superstar pausierte bereits 2015/16 aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers, diesmal jedoch aus einem deutlich erfreulicheren Grund.

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Die Weißrussin, spätestens seit Sochi (dreimal Gold) ein internationaler Sport-Superstar, ist schwanger.

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Der Vater des Kindes ist niemand geringerer als die lebende Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen.

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Der erwartete Geburtstermin ist im Oktober.

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Bereits im Jänner 2017 will Domracheva in den Weltcup zurückkehren.

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Das große Ziel der Ausnahme-Athletin ist die WM in Hochfilzen.

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Wir zeigen die besten Bilder von Darya Domracheva: Bild 8 von 101
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Lisa HAUSER

322 Weltcup-Punkte, Gesamtrang 26, zu Saisonbeginn 14 Mal in Folge in den Punkterängen - Lisa Hauser gelang 2014/15 ein Riesensprung in ihrer Entwicklung. Eine Entwicklung, die längst noch nicht zu Ende ist. So schwärmt Teamkollegin Katharina Innerhofer davon, dass die Tirolerin läuferisch noch eine Schippe draufgepackt hat. "Ein Schritt nach vorne ist mir schon gelungen", hält die 21-Jährige fest.

Mit Platz acht im Einzel von Östersund hat sie dies eindrucksvoll untermauert. "Der Einzelbewerb ist eigentlich nicht meine Lieblingsdisziplin, deshalb ist dieses Ergebnis umso erfreulicher. Es ist natürlich ein Traum, dass es jetzt gleich beim ersten Rennen mit einem Top-Ten-Platz geklappt hat. Die Form scheint zu stimmen", freut sich die Tirolerin. Konkrete Ziele in puncto Gesamtweltcup möchte sie allerdings keine ausgeben, dafür sei es zu diesem Zeitpunkt noch viel zu früh. Zuversichtlich stimmt die sechsfache Junioren-WM-Medaillengewinnerin, dass sie schon jetzt so gut drauf ist, da ihre Form im Winter für gewöhnlich deutlich besser wird.

Hauser zeigt sich zudem erfreut, dass mit Simon Eder ein kompetenter Trainingspartner mit den Damen unterwegs war. "Ich bin ein Fan von gemischten Trainingsgruppen, das habe ich schon in der Schule genossen", stellt sie klar. Die Atmosphäre sei lockerer, man würde voneinander profitieren. Fest steht aber auch: "Wir Mädels kommen alle gut miteinander aus!"


Katharina INNERHOFER

Nach ihrem sensationellen Sieg in Pokljuka Anfang 2014 waren die Erwartungen im letzten Winter enorm, die Salzburgerin wurde diesen - auch krankheitsbedingt - nicht immer gerecht. Der Körper spielte Innerhofer auch in den letzten Monaten das eine oder andere Mal einen Streich. "In der Vorbereitung hat er nicht ganz mitgespielt", verrät sie. Im Frühjahr war sie länger krank, sodass sich der Trainingseinstieg verzögerte.

Dadurch konnte sie im Sommer und Herbst nicht alle Einheiten zur Gänze mitmachen. "Ich musste immer wieder einen Schritt zurück machen", erklärt die mit 24 Jahren routinierteste Athletin im rot-weiß-roten Damen-Team. Trotz aller Rückschläge sucht sie aber nicht etwa nach Ausreden und hält fest, dass sie sich richtig gut fühlt. Vor allem am Schießstand, ihrer Wackeldisziplin, wähnt sie sich auf einem ganz guten Weg, wenngleich der Saisonstart (Platz 88, sieben Strafminuten) einen kleinen Rückschlag darstellte.

"Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich will läuferisch wieder da hinkommen, wo ich schon einmal war." Die Stärke ihrer Teamkolleginnen sei eine Hilfe, da sie sich dadurch pushen kann. "Ein schlechter Tag fällt gleich mehr auf", erklärt sie. Das Zauberwort für die WM-Saison lautet "Konstanz". "Ich will konstant gute Ergebnisse, um alle Rennen laufen zu können", schielt sie auf die Massenstarts, in denen nur 30 Startplätze zur Verfügung stehen. Dazu glaubt sie an eine starke ÖSV-Staffel: "Wenn wir rüberbringen, was wir können, sind durchaus mehrere Top-10-Plätze möglich. Wenn wirklich alles passt, gehen sich ja vielleicht sogar mal die Top-6 aus."


Dunja ZDOUC

Wie Lisa Hauser zeigt sich auch Dunja Zdouc begeistert vom Vergleich mit Simon Eder. "Das Training mit ihm war super, er ist ein echter Richtwert für uns, technisch habe ich heuer viel vorangebracht", schwärmt die junge Kärntnerin, die im Vorjahr zum Shootingstar avancierte und am Tag des Sports als Drittplatzierte unter den "Aufsteigern des Jahres" geehrt wurde.

Stehend habe sie Eder immer wieder mal "das Wasser gereicht", liegend sieht sie dagegen "viel Aufholpotenzial". Wichtig war ihr, die Geschwindigkeit weiter zu erhöhen und schnelle Serien abzusetzen, dabei aber die hohe Trefferquote (rund 85 Prozent) zumindest zu halten. Das gelang zwar im Östersund-Einzel noch nicht, davon will sie sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Läuferisch hält sie es für das "Um und Auf, auf die Technik zu achten, wenn ich müde werde". Immer wieder schlichen sich in der Vergangenheit Unkonzentriertheiten ein, sie schweifte mit den Gedanken ab und verfiel "in die Kindertechnik".

Ihre Ziele? "Nur eine Verbesserung zählt, sonst wäre ich kein Sportler", gelten bei ihr keine Kompromisse. "Ich fühle mich gut, ich will an meine Erfolge der letzten Saison anschließen und öfter unter die Top-20." Die Vorbereitung hält sie trotz eines nicht vorhandenen Vergleichs mit anderen Nationen für optimal. "Wir haben alles richtig gemacht, nur der Temperatursturz von sommerlichen 20 Grad zuhause auf Kühlschranktemperaturen von -14 beim Training in Idre (Schweden) war anfangs zach."


Fabienne HARTWEGER

Der ÖSV entsandte vier Damen zum Weltcup-Auftakt - drei Plätze waren mit Hauser, Innerhofer und Zdouc vergeben. Das ÖSV-Quartett komplett machte die Steirerin, die gegenüber ihren Konkurrentinnen im Training klar die Nase vorne hatte. Für viele ein unbeschriebenes Blatt, will sie den Schwung im heimischen Damen-Team nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Bereits im Vorjahr kam sie im Weltcup zum Einsatz, Punkte blieben ihr aber verwehrt. "Ich will natürlich in die Punkteränge reinschnuppern", ist das Ziel klar definiert. "Wenn ich nur um den 50. Platz herumschwirre, lasse ich mich lieber in den IBU-Cup versetzen." Dabei sein ist alles? Nicht mit der 23-Jährigen, die sich nicht vorführen lassen will, sondern um gute Ergebnisse kämpft, die das Selbstbewusstsein stärken.

"Ich will kein Lückenfüller sein", hält sie nichts von Weltcup-Tourismus. Das Potenzial für Punkte hat sie allemal, dauerhaft vorne mitmischen wird sie allerdings wohl kaum, wie der Dämper im 15km-Rennen von Östersund (Platz 76, fünf Strafminuten) zeigte. "Meine Stärke liegt in der Loipe, da hab ich's eher drauf. Das Schießen ist bei mir immer eine Überraschung", weiß sie um ihre Schwachstelle. Im Sommer habe es gut funktioniert, zuletzt sei es aber wieder gekippt, erklärt Hartweger, die froh ist, sich inzwischen ausschließlich auf den Sport konzentrieren zu können. "Im letzten Jahr habe ich meine Matura gemacht, seit dem Frühjahr bin ich ausschließlich Leistungssportlerin. Die Doppelbelastung fällt jetzt weg, das ist natürlich ein Vorteil." Den will sie nutzen, um sich dauerhaft im Weltcup zu etablieren.

 

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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