So stehen Österreichs WM-Chancen

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Mit der Mixed-Staffel wird am Donnerstag die Biathlon-WM in Oslo (bis 13. März) eingeläutet.

Das ÖSV-Team geht mit dem Quartett Dunja Zdouc, Lisa Hauser, Simon Eder und Dominik Landertinger ins Rennen, zählt aber nicht zu den Medaillenkandidaten. Ziel in den nächsten eineinhalb Wochen ist allerdings der Gewinn von Edelmetall.

Die größten Chancen haben Simon Eder, der in Ruhpolding für den einzigen ÖSV-Saisonsieg verantwortlich zeichnete, Ex-Weltmeister Dominik Landertinger und die Herren-Staffel.

Zuletzt blieben die rot-weiß-roten Loipenjäger dreimal in Folge bei Weltmeisterschaften ohne Edelmetall, dafür kehrten Landertinger (Einzel-Silber) und die Herren-Staffel (Bronze/Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Eder, Landertinger) von den Olympischen Spielen in Sochi mit Übergepäck heim.

Wir zeigen auf, wie groß die Chancen der ÖSV-Stars bei den Titelkämpfen am Holmenkollen sind:

SIMON EDER 

 

Mit seinem Sieg in Ruhpolding, einem weiteren Stockerlplatz und zusätzlich fünf Top-6-Platzierungen ist er der konstanteste Österreicher in dieser Saison. Man könne vom besten Simon Eder aller Zeiten sprechen, macht der Salzburger bei LAOLA1 keinen Hehl aus seinen Ambitionen, die lauten: "Ich will natürlich eine Medaille." Der 33-Jährige liegt aktuell auf Platz vier im Gesamtweltcup und darf sich in allen Bewerben Chancen ausrechnen.

Der Familienvater weiß aber auch, dass es kein Honiglecken wird und er auch mit einem Top-Rennen leer ausgehen kann. Eder will daher "alles daran setzen", um mit Edelmetall die Rückreise anzutreten. Druck macht er sich keinen, schließlich hat er mit der Staffel schon mehrfach reüssiert. "Ich kann das gut einschätzen", stellt er klar, "hatte viele gute Momente, die überwiegen. Und sollte es nicht klappen, habe ich noch Zeit, das auszumerzen." Besonders erfreulich: Im Einzel startet er als Weltcup-Führender und darf sich daher das Leadertrikot überstreifen. "Das taugt mir schon", schielt er insgeheim auf die kleine Kristallkugel, die bereits in Oslo vergeben wird.

 

HERREN-STAFFEL   

Aktuell sind die Herren Eder, Landertinger, Sven Grossegger und Julian Eberhard in der Pole Position für einen Platz im begehrten Staffel-Aufgebot. Letzter gilt als Wackelkandidat, da er am Schießstand regelmäßig seine Probleme hat und zuletzt immer den harten Weg in die Strafrunde antreten musste. Fest steht aber auch, dass ihm läuferisch keiner der potenziellen Ersatzkandidaten - David Komatz und Felix Leitner - das Wasser reichen kann.

Will heißen, dass Eberhard auf der Loipe im Vergleich mit seinen Teamkollegen nicht zu knacken ist und möglicherweise sogar die 150 Extrameter wieder wettmacht. Behält der Salzburger am Schießstand die Nerven, ist dem ÖSV-Quartett alles zuzutrauen. Topfavoriten sind freilich andere, aber die bisherigen Saisonplatzierungen in Stammbesetzung (4. Hochfilzen, 3. Ruhpolding, 4. Antholz - jeweils mindestens eine Strafrunde) zeigen, dass eine Medaille absolut im Bereich des Möglichen liegt.

 

DOMINIK LANDERTINGER    

"Besser kann eine Vorbereitung nicht laufen", freut sich der Tiroler, dass es endlich losgeht. Nach Canmore reiste der Pillerseetaler vorzeitig nach Hause, um nichts dem Zufall zu überlassen. "Ich habe mit Reini (Gösweiner, Anm.) einen Schlachtplan ausgearbeitet, der perfekt ist", kann er sich nach einer verkorksten letzten Saison nichts vorwerfen. Die Ungewissheit kann ihm allerdings keiner nehmen, denn abgesehen von den Staatsmeisterschaften in Rosenau, die er vor Junioren-Weltmeister Felix Leitner und Peter Brunner souverän für sich entschied, hatte er zuletzt keinen direkten Vergleich.

Die Loipe in Oslo sagt dem Massenstart-Weltmeister von 2009 zu, er meint aber auch: "Man muss brutal gut in Form sein. Letztes Jahr war ich es nicht, da habe ich eine drauf bekommen." Die Basis für den Erfolg will er am Schießstand legen, ehe er mit der berühmten "Landi-Schlussrunde", in der er regelmäßig die Pace setzt, noch einmal alles aus seinem Körper rausholt. Wie für Eder gilt auch für ihn: "Ich will eine Medaille gewinnen."

 

JULIAN EBERHARD   

Es gibt viele, die ihn rein auf seine Fehleranfälligkeit am Schießstand reduzieren, dabei wird ihm das nicht gerecht. Eberhard bestreitet die beste Saison seiner Karriere und war als Vierter im Sprint von Canmore so nah am Stockerl wie nie zuvor. Wenn er die im Sommer einstudierten Automatismen abrufen kann, ist er zu allem fähig. Zumal der Zulauf zum Schießstand keine Tücken hat und ihm in die Karten spielen sollte.

Die größten Chancen hat der 29-Jährige im Sprint, wo nur zwei Schießeinheiten (je einmal liegend und stehend) zu absolvieren sind. Nicht von ungefähr resultierten seine sechs besten Ergebnisse allesamt aus der kürzesten Disziplin. Konkrete Ziele gibt er schon länger keine aus: "Dieses ergebnisorientierte Denken habe ich mir abgewöhnt. Ich will Topleistungen abrufen!" Gelingt ihm das, sollten sich Martin Fourcade und Co. in Acht nehmen.

 

SVEN GROSSEGGER 

Auch für den Saalfeldener gilt: Es ist die Saison seines bisherigen Lebens! Mit Platz fünf im Sprint von Ruhpolding hat er bereits bewiesen, dass mit einem exzellenten Rennen nicht viel für ganz vorne fehlt. Der 28-Jährige brachte deutlich mehr Konstanz in seine Leistungen und will genau dort anschließen.

Sowohl in der Loipe, als auch beim Schießen weiß er zu überzeugen, seine Komplexleistung erfreut auch die Trainer. Um schlussendlich auch bei der WM sein Optimum abrufen zu können, bedarf es nicht nur guten Materials, sondern auch Nerven aus Stahl.

 

LISA HAUSER    

Sie füllt die Leaderrolle bei den Damen exzellent aus und bringt konstant gute Leistungen. Zweimal landete die Tirolerin bereits in den Top-8 in diesem Winter und nähert sich stetig den absoluten Weltklasse-Athletinnen. Ihr Steckenpferd ist zweifellos das Schießen. Keine Biathletin ist mit der Waffe effektiver als sie und verbringt weniger Zeit am Stand sowie in der Strafrunde.

"Ich bin mir sehr bewusst, dass ich gut schießen muss", weiß sie auch um ihre Achillesferse - das Laufen. Zwar gelingen ihr auch dort Schritte nach vorne, sie fallen jedoch deutlich kleiner aus. "Man braucht auch Geduld", hält sie nichts von einer übersteigerten Erwartungshaltung. Die verpatzte WM-Generalprobe im Vorjahr nimmt sie locker. "Neues Jahr, neue Chance. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen", bleibt sie positiv.

 

DIE WEITEREN ATHLETEN 

Dunja Zdouc, Susanne Hoffmann und Christina Rieder bekommen am Samstag im Sprint die Möglichkeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Nach durchwachsenem Saisonstart kam vor allem die Kärntnerin Zdouc zuletzt immer besser in Schuss. "Zwischenzeitlich hat es überhaupt keinen Spaß mehr gemacht. Du trainierst im Sommer, gibst alles und kriegst nichts dafür. Da war es schwierig, mit Herz und Seele weiterzumachen", gesteht die 22-Jährige.

Nachdem Untersuchungen leichte Vergiftungserscheinungen aufgrund eines starken Eisenmangels ergaben, wurde umgehend reagiert - mit Erfolg! In den Überseerennen ging es Schritt für Schritt nach vorne, sodass sie nun sogar für die Mixed-Staffel nominiert wurde. "Und das mit meiner Wunsch-Aufstellung", freut sie sich.

Für Hoffmann und Rieder bedeutet die WM eine Premiere. Erstere findet es "voll aufregend", erstmals dabei sein zu dürfen. "Damit ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen." Mit guten Leistungen wollen sich beide für die Damen-Staffel empfehlen, wobei auch Julia Schwaiger und Susanne Kurzthaler die Hoffnung hegen, dafür nominiert zu werden. Bei den Herren wurden David Komatz und Felix Leitner nachnominiert, wobei beide nur dann zum Staffel-Thema werden, wenn einer der "Big Four" auslässt.


Christoph Nister

 

 

LEGENDE:

 = Medaillenbank

 

   = Mitfavorit

 

   = Mit Außenseiterchancen

 

  = Braucht den Tag seines/ihres Lebens

 

 = Keine Medaillenchance

Auftakt der Biathlon-WM in Oslo. IBU-Präsident Besseberg erklärt die Titelkämpfe für eröffnet.

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Die Bilder der Eröffnungsfeier:

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