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Wildbacher vor Derby: "Mit Teamplay sind Duchess schlagbar"

Michaela Wildbacher war jahrelang Schlüsselspielerin bei Serienmeister Klosterneuburg. Jetzt geht sie für den größten Konkurrenten auf Korbjagd.

Wildbacher vor Derby: Foto: © Basketball Austria

Scharfschützin und Top-Verteidigerin Michaela Wildbacher wagte im Sommer den Sprung von den Duchess zur neu formierten BDSL-Damenmannschaft in St. Pölten.

Beim SKN will die Flügelspielerin nicht nur mehr Verantwortung übernehmen, sondern auch ihre Gewinnermentalität mitbringen. Bisher funktioniert das ausgezeichnet: Die Landeshauptstädterinnen sind ungeschlagen und Wildbacher ist eine der besten Spielerinnen der Liga.

Am Samstag (16:10 Uhr im LIVE-Stream bei LAOLA1 und ORF Sport+) wartet jedoch der erste wirkliche Prüfstein, wenn es zum Niederösterreich-Derby mit dem ebenso dominanten Titelverteidiger kommt.

Rechtzeitig zu dem Prestige-Duell hat LAOLA1 mit Wildbacher gesprochen. Im Interview erzählt die Steirerin unter anderem, wie man Klosterneuburg bezwingen kann und was in St. Pölten noch besser werden muss.

LAOLA1: Du hast im Sommer vom Serienmeister in Klosterneuburg nach St. Pölten, zum neuen großen Herausforderer, gewechselt. Wie geht es dir vor dem ersten Aufeinandertreffen?

Michaela Wildbacher: Vor dem ersten Aufeinandertreffen bin ich natürlich nervös und angespannt. Das ist die Heimhalle, in der ich jahrelang trainiert und vor den Fans gespielt habe, die man ja auch alle kennt. Und dann geht es gegen das alte Team, wir kennen uns spielerisch, ich weiß, was sie machen, sie wissen, was ich mache. Das wird schwierig, aber ich freue mich sehr, sie wieder zu sehen. Es ist eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude, sie wiederzusehen und danach zusammenzusitzen.

LAOLA1: Wie war der Saisonauftakt mit dem SKN? Wo müsst ihr noch besser werden und wie ist die Stimmung in dem neu zusammengewürfelten Team (der SKN spielt heuer erstmals in der BDSL, Anm.)?

Wildbacher: Der Saisonauftakt war sehr gut, wir sind bisher noch ungeschlagen, aber man muss dazusagen, dass wir noch nicht gegen die größten Titelanwärter gespielt haben. Also UBI Graz und Klosterneuburg, die schon noch mal in einer anderen Liga sind. Deshalb bin ich sehr gespannt, wie das Spiel am Wochenende wird. Aber für den Anfang war es ganz gut. Natürlich müssen wir uns noch verbessern, wir müssen immer noch zusammenfinden, da wir ein neues Team sind. Wir müssen lernen, noch besser miteinander umzugehen und zu verstehen, was die anderen am Feld machen. Aber generell ist die Stimmung gut, wir sind motiviert und wollen in jedem Spiel einen Sieg mit nachhause nehmen.

LAOLA1: Worauf wird es am Wochenende ankommen, um eure weiße Weste zu behalten? Du kennst die Duchess ja besser als die meisten.

Wildbacher: Auf jeden Fall auf die Defense und ob wir ihre Schlüsselspielerinnen aus dem Spiel nehmen können. Vor allem Lisa Zderadicka. Ich glaube, darauf kommt es an. Ein bisschen Glück gehört auch immer dazu, wir müssen unsere Würfe treffen und als Team agieren. Gegen leichtere Gegnerinnen ist es vielleicht nicht so wichtig, als Team zusammenzuspielen, aber bei den Duchess ist das Teamplay sehr wichtig. Ich hoffe, wir können umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Dann ist ein Sieg möglich.

Michaela Wildbacher (rechts) ist auch im Nationalteam eine wichtige Stütze. Hier im EM-Quali-Spiel gegen Spanien.
Foto: © FIBA

LAOLA1: Wenn man sich deine heurigen Statistiken anschaut, konntest du dich noch einmal steigern (durchschnittlich 15 Punkte, 6 Assists, 5 Rebounds und 4 Steals, Anm.). Wolltest du in St. Pölten noch mehr Verantwortung übernehmen?

Wildbacher: Es war schon ein Ziel von mir, in St. Pölten mehr Verantwortung zu übernehmen, weil Klosterneuburg sehr viele gute, routinierte Spielerinnen hat und zum Zeitpunkt des Wechsels wusste ich noch nicht, wer aller in St. Pölten spielen wird. Ich wusste, sie wollen ein gutes Team zusammenstellen und ich wollte darin eine wichtige Rolle einnehmen. Ich hatte schon in Klosterneuburg eine wichtige Rolle und auch hier ist es mir schnell gelungen, mich zu etablieren. Ich versuche immer, das Beste herauszuholen.

LAOLA1: Die BDSL ist mit dem SKN sicher stärker geworden. Wie schätzt du die Qualität in Österreich in diesem Jahr ein?

Wildbacher: Durch den SKN ist die Liga auf jeden Fall ausgeglichener geworden. Ich glaube nicht, dass Klosterneuburg und wir "durchrauschen" werden. Es gibt auch UBI Graz, eine Mannschaft, die ich sehr stark einschätze. Ich würde sagen, wir drei werden uns – hoffe ich zumindest – den Titel auskämpfen. Ich glaube nicht, dass Klosterneuburg, wie in den letzten Jahren, alles gewinnen wird. Vielleicht können wir und ein paar andere Teams ihnen Niederlage bescheren. Das ist auch für die Fans cool, wenn es mehr spannende Spiele gibt.

Ich glaube nicht, dass Klosterneuburg, wie in den letzten Jahren, alles gewinnen wird.

Michaela Wildbacher, Spielerin SKN

LAOLA1: Du warst unlängst im Nationalteam. Dort gab es zwei klare Niederlagen gegen Spitzenmannschaften. Dennoch: Wie war die Erfahrung und was sagst du zur neuen Ausrichtung unter Chris O’Shea?

Wildbacher: Wir haben zweimal gegen sehr gute Mannschaften verloren, aber die Erfahrung war sehr gut. Vor allem beim Spiel gegen Spanien war es eine coole Atmosphäre, es war eine große Halle, die sehr gut gefüllt war. Wir haben gegen wirklich gute Spielerinnen gespielt, auch in den Niederlanden war die Halle sehr gut gefüllt. Das ist ein ganz anderes Niveau. Zu Chris O’Shea: Er hat viel übernommen von Hubert Schmidt (Vorgänger als Teamchef des Damen-Nationalteams, Anm.), wir bauen darauf auf, was wir in der letzten Qualifikation angefangen haben und bringen neue Elemente hinein. Ich hoffe, dass wir uns in den nächsten Jahren entwickeln können, weil das ja alles noch ein sehr junges Projekt ist mit dem Damen-Nationalteam. Ich würde sagen, es geht in die richtige Richtung. Es werden auch jüngere Spielerinnen miteinbezogen, die in Zukunft dieses Team führen werden.

LAOLA1: Einige deiner Nationalteam-Kolleginnen sind im Ausland aktiv. Ist das künftig auch eines deiner Ziele?

Wildbacher: Für mich ist es nicht das größte Ziel, ins Ausland zu gehen. Ich bin sehr zufrieden hier in Österreich. Natürlich würde ich gerne noch in einer etwas stärkeren und herausfordernden Liga, die vielleicht noch ausgeglichener ist, spielen. Aber ich bin privat hier sehr gut vernetzt, ich habe mein Studium hier abgeschlossen und würde nur ins Ausland gehen, wenn sich was Supertolles ergibt. Da müsste schon wirklich passen für mich.

LAOLA1: Du hast Österreich in deiner Karriere nicht nur im 5-gegen-5-Nationalteam vertreten, sondern auch schon im 3x3. Dort hat das Nationalteam jetzt sogar eine Chance auf die Olympiaqualifikation. Wird man Michaela Wildbacher künftig wieder im Halbfeld sehen?

Wildbacher: Ich habe in der Vergangenheit 3x3 gespielt und es ist ein Format, das Spaß macht. Aber ich sehe mich persönlich eher im Fünf-gegen-Fünf und möchte darauf meinen Fokus setzen. Aber ich wünsche den Mädls das Beste für die Olympia-Qualifikation.

BK Duchess Klosterneuburg - SKN St. Pölten - Samstag, 16:10 Uhr, im LIVE-Stream >>>

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