Marach/Pavic verlieren Finale in fünf Sätzen

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Nur hauchdünn verpasst Oliver Marach am Samstagabend in Wimbledon den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.

Der Grazer, der am Sonntag seinen 37. Geburtstag feiert, muss sich an der Seite seines kroatischen Partners in einem hochklassigen Endspiel dem Duo Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA-4) nach fünf hartumkämpften Sätzen mit 7:5, 5:7, 6:7(2), 6:3, 11:13 geschlagen geben.

Bei 11:11 im fünften Satz wird das Dach wegen der eintretenden Dunkelheit geschlossen.

Doppel auf höchstem Niveau

In einem bis auf den vierten Satz extrem ausgeglichenen Match entschieden am Ende Kleinigkeiten zugunsten des als Nummer vier gesetzten Doppels.

Ein Weltklasse-Return von Kubot brachte die späteren Sieger im 24. Spiel des fünften Satzes zunächst 30:0 voran, anschließend gab die Netzkante bei einem Ball von Melo den Ausschlag. Während Marach/Pavic 194 Punkte machten, gelangen den Kontrahenten 196. Die beiden gewannen erstmals als Team ein Grand-Slam-Turnier.

In einem extrem engen und hochklassigen Match schrammte Marach hauchdünn am dritten Doppelerfolg eines Österreichers bei einem der vier größten Turniere des Jahre vorbei.

Bis dato haben sich zwei Landsmänner in die Grand-Slam-Siegerliste eingetragen. Jürgen Melzer triumphierte 2010 in Wimbledon und 2011 bei den US Open, Julian Knowle bei den US Open 2007.


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Ihr drittes Finale beim erst zehnten gemeinsamen Turnier bescherte der österreichisch-kroatischen Paarung immerhin noch 200.000 Pfund (ca. 227.300 Euro) an Preisgeld.

Marach entscheidet Satz zwei

Die Aufschläger schrieben zunächst die Geschichte dieses Finales. Bis zum Stand von 5:5 brachten im ersten Satz alle ihr Service durch. Im folgenden Game spielte Marach aber groß auf und steuerte mit drei Punkten den Löwenanteil zum ersten Break in dem Spiel bei.

Ein Vorhand-Return der Extraklasse brachte das 6:5. Bei eigenem Aufschlag ließ der Österreicher nichts mehr anbrennen, finalisierte mit einem Ass zum Satzgewinn.

Das Momentum blieb auch zu Beginn des zweiten Abschnitts auf der Seite von Marach und seinem Partner, die bei eigenem Aufschlag kaum Punkte abgaben. Vor allem der 34-jährige Pavic setzte sich mit einigen starken Angriffen gekonnt in Szene.

Marach wackelte im achten Spiel kurz, brachte sein Service letztlich aber doch souverän durch. Wieder bei Aufschlag Marach wehrten die beiden dann wenig später drei Satzbälle ab, ehe Kubot den vierten mit einem perfekten Lob über ihre Köpfe hinweg zum 1:1-Ausgleich verwertete.

Hollywood- und Pop-Stars fiebern mit

Auch Marach setzte mit sehenswerten Bällen aber Glanzpunkte in dieser Nervenschlacht. Ein Rückhand-Volley aus fast aussichtslosem Winkel oder ein eingesprungener Smash im dritten Satz entzückte auch prominente Besucher wie Oscar-Gewinnerin Hilary Swank, Pop-Ikone Cliff Richard und Tennis-Legende Martina Navratilova.

Im dritten Durchgang gab es keinen einzigen Breakball. Im Tiebreak machten Kubot/Melo kurzen Prozess und gewannen 7:2, Marach leistete sich dabei einen vermeidbaren Netzfehler. Das bügelte er im vierten Satz mit einem entscheidenden Rückhand-Cross zum 3:1-Vorsprung aus, womit er eine kleine Break-Serie startete: Auch die zwei folgenden Spiele gingen nämlich an die Rückschläger. Marach servierte schließlich zum 6:3 und 2:2-Ausgleich nach Sätzen aus.

Im Entscheidungssatz ohne Tiebreak spitzte sich der Krimi zu, da Pavic/Marach nun zunehmend Probleme bei ihren Aufschlagsspielen bekamen. Ausgerechnet beim eigenen Service beim Stand von 4:5 erlaubte sich Marach zwei Doppelfehler.

Kurze Unterbrechung bringt Entscheidung

Bei 5:6 wehrten die beiden sogar zwei Matchbälle ab, hielten das Match aber mit Ach und Krach offen. Zwei Games nach der kurzen Unterbrechung, weil auf dem Centre Court das Dach geschlossen wurde, war das Spiel jedoch beendet.

Auch Julian Knowle, der am Samstag mit seinem slowakischen Partner Igor Zelenay das ATP-Challengerturnier in Braunschweig gewann, fieberte vor dem Fernseher mit seinem oftmaligen Doppelpartner mit. "Doppel der Extraklasse", twitterte Knowle.

Textquelle: © LAOLA1.at

Das Wimbledon-Märchen von Oliver Marach

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