Briten hoffen auf ersten Davis Cup seit 1936

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Unter großen Sicherheitsvorkehrungen geht in Belgien am Wochenende das Davis-Cup-Finale in Szene.

Während in Brüssel tagelang das öffentliche Leben wegen hohen Terror-Alarms stillgelegt war, geht 50 Kilometer entfernt ein absolutes Highlight der belgischen Sportgeschichte in Szene.

Belgien empfängt in einem geschichtsträchtigen Endspiel die von Andy Murray angeführten Briten.

Briten erstmals set 37 Jahren im Finale

Für beide Teams wäre der Titel ein Meilenstein in diesem Sport.

"Den größten Teambewerb im Tennis zu gewinnen, nachdem wir die drei anderen Grand-Slam-Nationen geschlagen haben, wäre für jeden im Team ein Riesenerfolg", meinte Murray im Hinblick auf das erste Davis-Cup-Finale mit britischer Beteiligung seit 37 Jahren.

Nach Heimsiegen über die USA, Frankreich und Australien geht es nun in der 13.000 Zuschauer fassenden und ausverkauften Flanders Expo-Halle auf Sand gegen Belgien.

Murray kann wieder Geschichte schreiben

Murray könnte ein weiteres Mal britische Tennis-Geschichte schreiben: 2012 hatte er mit dem US-Open-Sieg den ersten Grand-Slam-Titel für die Briten seit 1936 (Fred Perry) geholt, ein Jahr später beendete er eine britische Wartezeit von 77 Jahren auf den ersten Wimbledon-Heimsieg eines Briten - beide Male mit Finalsiegen über Novak Djokovic.

Gelingt es dem Olympiasieger in Belgien auch noch den Davis-Cup-Pokal, die "hässlichste Salatschüssel der Welt", zu holen, ist Murray der Legenden-Status in seiner Heimat wohl kaum noch zu nehmen.

Für den Schotten, der mit seinem Bruder Jamie auch im Doppel spielen soll, wäre der Titel auch eine Belohnung für einen kontinuierlichen Aufwärtstrend des britischen Tennis. "In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns von ziemlich niedrigem Level im Welttennis hinaufgearbeitet."

Sicherheitsthema ist allgegenwärtig

Das Sicherheitsthema ist in Gent nach den Terrordrohungen in Brüssel und den Anschlägen in Paris natürlich allgegenwärtig wichtig.

"Vor ein paar Tagen war es natürlich ein bisschen beunruhigend. Als wir gesehen haben wie das Hotel und die Anlage hier ist, haben wir uns viel wohler gefühlt. Hier in Gent scheint alles in Ordnung zu sein. Ich hoffe, dass so viele Fans wie möglich hierher reisen können, um uns zu unterstützen", hoffte Murray.

Doch der Gastgeber möchte den Hoffnungen der Briten, die auf ihren insgesamt zehnten Triumph hoffen, freilich einen Strich durch die Rechnung machen. Im ersten Davis-Cup-Endspiel seit 111 Jahren hoffen die Belgier, sich als 15. Nation überhaupt zum Davis-Cup-Champion zu küren.

Und gerade wegen der weltweit Aufsehen erregenden Ereignisse rund um Brüssel will man das Land mit positiven Schlagzeilen versorgen.

"Für uns ist das ein riesiger Event. Ich glaube, es ist für ganz Belgien wichtig. Das ganze Land wird hinter uns stehen", sagte der belgische Kapitän Johan van Herck. Die Hausherren werden von David Goffin und Steve Darcis angeführt.

Darcis ist zuversichlich

Die belgische Nummer eins war zuletzt in Paris gegen Murray chancenlos gewesen, und hatte gar nur ein Game gemacht.

"Ich habe dort nicht wirklich gut gespielt und Andy hat unglaublich gespielt. Aber hier sind die Bedingungen ganz anders, es ist ein komplett anderes Match", sagte Darcis, der natürlich auf den Vorteil des Sands als Untergrund hofft.

Und Darcis hat sich zuletzt als nervenstark erwiesen und vier Mal in Folge das entscheidende fünfte Match für sein Land gewonnen. Eine Knöchelverletzung habe er gut überstanden, sagte Darcis.

Die Fans werden sich jedenfalls rigorosen Kontrollen unterziehen müssen. Taschen und Rucksäcke sind verboten, auch dürfen keine Getränke oder Essen mitgebracht werden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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