Schlaflose Nacht für Melbourne-Siegerin Kerber

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Eine schlaflose Nacht verbrachte Angelique Kerber nach ihrem Triumph bei den Australian Open.

"Ich glaube, es war so drei Uhr irgendwas, als ich die Anlage endlich verlassen habe. Ich habe vier Stunden Presse gemacht", erzählt die 28-jährige Kielerin nach ihrem Sensations-Sieg im Endspiel über Superstar Serena Williams.

Danach stand noch eine Dopingprobe und eine kleine Feier auf dem Programm, ehe sie am Sonntag ihre Final-Wette mit einem Sprung in den Yarra River in Melbourne einlöste.

"Es war kalt, aber es hat sich gelohnt"

Um 9.23 Uhr Ortszeit tauchte die Kielerin am Sonntag in die trübe Brühe unweit der Rod Laver Arena ein.

"Es war kalt, aber es hat sich gelohnt", sagte Kerber, nachdem sie mit ihrem Trainer Torben Beltz und Physiotherapeut Simon Iden in den Fluss gesprungen war.

Mit ihr im Fluss stand Eurosport-Journalist Matthias Stach, mit dem sie die Wette im Falle eines Melbourne-Titels abgeschlossen hatte, und der standesgemäß auch gleich ein Interview mit der neuen deutschen Tennis-Königin noch im Wasser machte.

Match gegen Azarenka war Schlüsselspiel

Eine Ursache für ihren tollen Lauf hatte Kerber sehr wohl parat. "Ich glaube, die Erklärung liegt wirklich darin, dass ich an mich geglaubt habe. Das habe ich zwar immer, aber so, wie ich das hier nach dem Match gegen Victoria Azarenka im Viertelfinale gemacht habe, das war neu. Da hat es irgendwie Klick gemacht", schilderte die Linkshänderin.

"Auch als ich gegen Serena rausgegangen bin, habe ich gesagt, ich will das Ding gewinnen."

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Angekommen ist der neue Tennis-Star aber nicht nur in deutschen Wohnzimmern. Die australischen Medien feierten Kerber. "KER-BOOM", titelte die "Herald Sun Sunday" am Sonntag. "Ein neuer Star ist geboren, als Angelique Kerbers Traum mit einem sensationellen Sieg gegen Serena Williams bei den Open wahr wird."

Auch auf der Rückseite hatte die Zeitung ein großes Foto von Kerber platziert, auf dem sie den Siegerpokal küsst. "Angel's in heaven", stand dazu in großen Buchstaben geschrieben. "Angelique Kerber liefert eine der größten Überraschungen bei einem Grand Slam, indem sie Serena Williams in drei unvergesslichen Sätzen besiegt."

Vor vier Jahren beinahe das Karriereende

Dabei wäre es zur Kür zur neuen deutschen Tennis-Queen fast gar nicht mehr gekommen: Als Kerber 2011 reihenweise in der ersten Runde rausflog, war die Kielerin drauf und dran, ihren Schläger nie wieder in die Hand zu nehmen. "Damals hatte ich keinen Spaß mehr und habe mich ernsthaft gefragt, warum ich mir das alles überhaupt noch antue", sagte Kerber.

Keine fünf Jahre später steht Kerber als frisch gekürte Siegerin eines Grand-Slam-Turniers am Zenit ihrer Karriere und ist die einzige deutsche Spielerin nach ihrem Idol Steffi Graf, die seit Einführung des Profitennis zur Major-Siegerin wurde.

"Es ist der Wahnsinn, was in diesen zwei Wochen alles passiert ist." Den Grundstein hat sie in der Vorbereitung gelegt. Die gebürtige Bremerin, die ihren Wohnort inzwischen ins polnische Puszczykowo - der Heimat ihrer Großeltern - verlegt hat, wird nun via Frankfurt auch nach Polen reisen. Ehe sie Mitte der Woche zum Fed Cup nach Leipzig kommt.

Sportliche Verliererin

Großes Lob für Kerber gab es auch von der überaus sportlichen Verliererin. Selten hatte man eine Spielerin nach einem verlorenen Endspiel gesehen, die sich so herzlich mitfreuen kann. "Ich freue mich wirklich für sie", sagte Serena Williams.

"Sie hat so gut gespielt. Sie hat eine Einstellung, von der sehr viele Menschen lernen können. Immer positiv zu bleiben und nie aufzugeben." Kerber, zu der Williams nach dem Matchball auf die andere Seite des Netzes gekommen war, zeigte sich beeindruckt: "Das war wirklich eine tolle Geste, die mir sehr viel bedeutet."

Dass Williams es durch die Niederlage gegen Kerber verpasste, den Grand-Slam-Rekord von Steffi Graf in der Profi-Ära (22 Titel) einzustellen, nahm sie gelassen.

"Alle erwarten immer von mir, dass ich jedes Spiel gewinne, jeden Tag in meinem Leben. Aber auch ich bin kein Roboter", sagte Williams. Kerber sei einfach zu gut gewesen. "Wenn ich schon nicht gewinnen konnte, dann bin ich froh, dass sie es getan hat."

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