Nibali nach Husarenritt vor Giro-Gesamtsieg

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Vincenzo Nibali (Astana) steht nach einem Husarenritt auf der 20. Etappe vor dem Giro-Gesamtsieg.

Der Hai von Messina lässt mit einem Angriff am vorletzten Berg den bisherigen Führenden Esteban Chaves (GreenEdge) stehen und schlüpft vor dem Schlusstag, an dem der Leader traditionell nicht attackiert wird, ins Rosa Trikot. In der Tageswertung landet Nibali, der bereits 2013 den Giro gewann, auf Rang 6.

Den Etappensieg holt sich der Este Rein Taaramae (Katusha) vor Darwin Atapuma (BMC/+52 Sek.).

Ihrer Fluchtgruppe gehörte ursprünglich auch Stefan Denifl (IAM) an.  Der Tiroler muss jedoch schon früh abreißen lassen und kommt letztlich als 32. ins Ziel.

Stark präsentiert sich auch Riccardo Zoidl, der lange mit der Gruppe rund um Nibali mitfährt und letztlich als bester Österreicher auf Platz 22 landet. Georg Preidler beendet die Etappe auf Rang 45, in der Gesamtwertung liegt er als bester ÖRV-Athlet auf dem 26. Platz.

Starker Antritt von Nibali

Im Kampf um den Gesamtsieg attackiert Nibali am letzten wichtigen Anstieg über den Colle della Lombarda und fährt Chaves sowie allen weiteren Rivalen im Gesamtklassement unter dem Jubel seiner Landsleute wie entfesselt davon. Zum achten Mal wechselt damit die Führung in der Giro-Gesamtwertung - das gab es in den vergangenen 30 Jahren nicht.

Für Nibali, der nun 52 Sekunden vor Chaves führt, dürfte es der vierte große Rundfahrtsieg werden. Dabei schien der Sizilianer nach einem verpatzten Bergzeitfahren am Sonntag und einer ebenfalls bescheidenen Leistung am Dienstag schon aussichtslos zurück zu liegen. Neben seinem Giro-Triumph 2013 hatte der Astana-Kapitän 2014 die Tour de France und 2010 die Vuelta gewonnen.

Valverde stößt Kruijswijk vom Podium

Hinter den beiden Führenden folgt der Spanier Alejandro Valverde mit einem Rückstand von 1:17 Minuten auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Der Niederländer Steven Kruijswijk, der am Vortag spektakulär gestürzt war, ist 1:50 Minuten zurück Vierter. Die flache Schlussetappe nach Turin am Sonntag, die traditionell eine Angelegenheit der Sprinter sein dürfte, wird im Klassement nicht mehr zu dramatischen Umstürzen führen.

"Ich habe lange Zeit mit dem Angriff gewartet. Ich habe mich gut gefühlt und wusste, dass ich es schaffen kann. Auf der vorletzten Etappe das Rosa Trikot zu holen, ist eine schöne Sache", sagt Nibali und ergänzt: "Das war ein anstrengender Giro für mich. Es lag viel Druck auf meinen Schultern. Zwischenzeitlich hatte ich schon gedacht, dass alles vorbei ist."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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