Die Lehre des Olympia-Triathlons

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Letzten Endes ist Olympia dann doch ein anderes Rennen.

Diese Erkenntnis steht am Ende der Bewerbe der drei gestarteten österreichischen Triathleten. Wie zuvor Thomas Springer (47.) landeten am Samstag auch Sara Vilic (37.) und Julia Hauser (auf der Radstrecke überrundet) fernab der erhofften Top-Plätze.

Diese machten einmal mehr vorzugsweise Athleten untereinander aus, die sich in der aktuellen Saison nur sporadisch gezeigt haben.

"Man hat gemerkt, dass die sich nur für dieses Event vorbereiten", bestätigt Hauser.

Einen Luxus, den sich das ÖTRV-Trio nicht leisten konnte. Schließlich mussten sie mehr oder weniger bis zum Schluss in der Quali-Mühle um die notwendigen Ranking-Plätze kämpfen. Hauser rückte gar erst während der bereits laufenden Spiele für die verletzte Lisa Perterer (Ermüdungsbruch) nach.

Die Devise für die nächsten Olympischen Spiele kann somit nur lauten, das Ticket nach Möglichkeit bereits in der ersten Hälfte des zwei Jahren dauernden Quali-Zykluses zu fixieren. Oder wie es Hauser auf den Punkt bringt: "Die Vorbereitung für Tokio 2020 beginnt heute."

Im Wasser hat es nicht geflutscht

Die 24-jährige Vilic und die 22-jährige Hauser zahlten bei ihrem Olympia-Debüt Lehrgeld. Insbesondere beim Schwimmen, das eigentlich als Spezial-Disziplin von Vilic gilt.

Die Kärnterin startete zwar gut, fand sich nach der ersten Boje jedoch plötzlich in der zweiten Gruppe wieder. "Ich bin zwar kurz in ein Gedränge geraten, aber so richtig erklären, warum wir abgerissen sind, kann ich nicht", war sie mit ihrem 36. Platz (+0,42 Sekunden) beim ersten Wechsel gar nicht zufrieden. "Ich hatte mit einem viel besseren Schwimmen gerechnet. Dann wäre auch im weiteren Rennen viel mehr drinnen gewesen."

Noch schlechter erging es jedoch Hauser, die als Vorletzte und Teil einer Dreier-Gruppe ("Wir haben uns mehr gegenseitig behindert, als geholfen.") das Land erreichte. Da sich der anfangs 3:05 Minuten große Rückstand mit jeder Radrunde um circa eine Minute vergrößerte, wurde die Wienerin in ihrer fünften Schleife von der Führungsgruppe rund um die spätere Olympiasiegerin Gwen Jorgensen (USA) überrundet, was wiederum das Aus für Hauser bedeutete.

Wechsel misslingt

Vilic leistete derweil in einer zehnköpfigen Gruppe viel Führungsarbeit. Ein entscheidender Beitrag, dass in Runde sechs der Zusammenschluss mit einer vor ihnen liegenden Gruppe gelang.

"Ich habe nach dem schlechten Schwimmen versucht, aus jedem Bereich noch das Beste daraus zu machen. Darum wollte ich auf dem Rad nicht nur der Gruppe nachfahren und warten, bis das ins Laufen kommt. Ich habe stattdessen Vollgas gegeben, von Anfang bis zum Schluss. Führungsarbeit soweit es geht."

Dann jedoch ein Missgeschick: Als Vilic als Erste der Verfolger-Gruppe und Gesamt-19. zum zweiten Wechsel kommt, bekam sie den Helm nicht gleich runter, da sie mit der Brille hängen blieb. Das kostete wichtige Sekunden, die dazubeitrugen, dass sie als Letzte der Verfolger-Gruppe und Gesamt-38. die Wechselzone wieder verließ.

"Ich habe mich so geärgert. Das war unglaublich! Das ist mir das erste Mal passiert", schüttelte Vilic den Kopf.

"Plärren" geht nicht

Die viele Rad-Führungsarbeit bezahlte Vilic auf den ersten Kilometern beim Laufen, das ohnehin als ihre Schwäche gilt. "Dann ist es aber immer besser geworden und ich konnte noch einige Plätze gutmachen."

Obwohl das Schwimmen sie noch immer ärgerte, lief sie dann doch mit einem Lachen über die Ziellinie. "Zum Schluss sind dann die Emotionen in mir hochgekommen. Es passiert schließlich so viel rundherum um die Strecke", zeigte sie sich von der Atmosphäre an der Strecke begeistert.

"Auch wenn es noch so hart war, die Leute haben dich immer weiter vorangetrieben. Da kann ich am Ende nicht plärrend ins Ziel laufen, wenn sie ringsum anfeuern."


Aus Rio berichtet Reinhold Pühringer

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