Cancellara gewinnt Gold im Zeitfahren

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Das Einzelzeitfahren der Herren endet mit einer kleinen Überraschung.

Fabian Cancellara schlägt die Top-Favoriten und schnappt sich den Sieg. Der Schweizer teilt sich das Rennen sehr gut ein, dreht am zweiten Teil auf und holt seine zweite Goldmedaille bei Olympischen Spielen.

Silber und Bronze gehen an die beiden Favoriten: Tom Dumoulin (NED) landet mit 47,41 Sekunden Rückstand auf Rang 2, Chris Froome (GBR) wird Dritter.

Georg Preidler reiht sich mit 3:46,7 Minuten Rückstand auf Rang 16 ein.

Preidler, der den Vorzug gegenüber Ex-Stundenweltrekordler Matthias Brändle erhalten hatte, ließ dabei etliche Asse wie Weltmeister Vassil Kirijenka (BLR/17.) hinter sich.

Zweites Gold nach 2008

Cancellara jubelte indes nach einer bescheidenen Saison doch noch über einen goldenen Abschluss seiner großen Karriere. Vor acht Jahren in Peking hatte er neben Zeitfahr-Gold auch noch Silber im Straßenrennen erobert. 2012 in London war er leer ausgegangen.

Diesmal gewann er 47,41 Sekunden vor dem zehn Jahre jüngeren Dumoulin, der sich Mitte Juli bei der Tour de France einen Unterarmbruch zugezogen hatte.

Tour-Triumphator Froome, der auf der bergigen Strecke als Topfavorit gegolten hatte, lag bereits mehr als eine Minute zurück. Der als Letzter gestartete Brite rettete gerade noch einige Sekunden vor dem Spanier Jonathan Castroviejo Platz drei ins Ziel am Pontal-Strand.

"Einfach perfekt"

Olympiasieger Fabian Cancellera war "superstolz", dass ihm ein idealer Karriere-Abschluss gelungen ist.

"Das bedeutet mir so viel. Eine Goldmedaille im letzten Jahr zu gewinnen: Was will ich mehr als das? Den Sport mit der Goldmedaille zu verlassen, ist einfach perfekt", sagte der Schweizer.

"Nicht zu gewinnen, ist eine Enttäuschung"

Tom Dumoulin verpasste dagegen sein erklärtes Gold-Ziel. "Nicht zu gewinnen, ist eine Enttäuschung, aber auf dem Podium zu stehen, ist schon etwas Spezielles, vor allem nach der Verletzung", erklärte der Niederländer.

Bei Chris Froome überwog dagegen die Freude über Bronze. "Ich bin stolz auf diese nächste Medaille. Ich darf nicht enttäuscht sein, besonders im Anbetracht der Saison, die ich hatte. Ich habe alles gegeben, aber Fabian war unschlagbar", so der Brite.

Preidler bilanziert zufrieden

Georg Preidler zeigte sich erfreut über seinen zweiten Olympia-Auftritt nach dem Straßenrennen (44.). "Ich bin mit meiner Performance zufrieden. Wenn ich mir anschaue, welche Leute ich hinter mir lassen konnte, unter anderem den amtierenden Zeitfahr-Weltmeister, bin ich ganz zufrieden mit Platz 16."

Allerdings seien die Bedingungen "mit Regen und Wind ziemlich grauslich" gewesen. "Man musste aufpassen, nicht zu stürzen, aber ich habe es relativ gut gemeistert", so Preidler. Sein Rio-Fazit viel positiv aus.

"Olympia hat mir getaugt, war eine coole Erfahrung. Ich habe gesehen, dass ich mit den Besten mithalten kann, dass nicht mehr viel zur Weltspitze fehlt. Der 26-Jährige gönnt sich nach den Strapazen der Tour de France und Olympia zwei Wochen Pause. Im Frühherbst tritt er noch bei einigen Eintagesrennen und im WM-Teamzeitfahren an.

Armstrong schafft Gold-Hattrick

Bei den Damen fuhr Kristin Armstrong (nicht verwandt mit Dopingsünder Lance Armstrong) zum dritten Mal in Serie zu Zeitfahr-Gold. Die US-Amerikanerin gewann einen Tag vor ihrem 43. Geburtstag knapp vor der russische Ex-Dopingsünderin Olga Sabelinskaja. Bronze ging an die Niederländerin Anna van der Breggen, die das Straßenrennen gewonnen hatte. Österreicherin war keine am Start.

Damit gingen die Radstraßenbewerbe nicht wirklich überraschend ohne rot-weiß-roten Spitzenplatz zu Ende. Im Straßenrennen war Preidler auf dem 44. Rang gelandet. Stefan Denifl hatte aufgegeben, Martina Ritter bei den Frauen den 46. Rang belegt.

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