"Bei Olympia gibt's keine leichten Gegner"

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Nach Klagenfurt ist vor Rio.

Also keine Zeit zum Durchschnaufen für Clemens Doppler und Alexander Horst. Vielleicht auch keine Zeit zum Sinnieren nach dem enttäuschenden Gruppenphasen-Aus beim Heimturnier.

Schon gar nicht, wenn die Österreicher das Olympische Beachvolleyballturnier am Samstag um 15 Uhr gleich eröffnen dürfen.

Leichter wird’s sowieso nicht.

„Bei Olympia gibt es bis auf ein, zwei Ausnahmen überhaupt keine leichten Gegner“, erklärt Doppler im Gespräch mit LAOLA1. „Mit Pool A haben wir eine schwere Gruppe erwischt. Wir haben zwei Gegner bekommen, die uns nicht liegen. Da hätte es andere Teams gegeben, die gleich stark sind, aber uns mehr gelegen wären.“

Top-Favoriten und Showmen

Zum Auftakt warten Alex Ranghieri und Adrian Ignacio Carambula. „Die Italiener sind die Showtypen der Tour. Ranghieri ist zudem der beste Blockspieler“, erwartet Horst eine interessante Partie.



Diese ist auch im zweiten Spiel (Montag, um 20:30 Uhr) garantiert. Nicht unbedingt zum Gefallen der Österreicher.

„Alison/Bruno sind das beste Team der Welt und die Top-Favoriten auf Gold“, schätzt Horst die Lokalmatadore trocken ein.

Die Bilanz spricht Bände: In den acht Aufeinandertreffen der letzten beiden Jahre konnten die Österreicher nur eines für sich entscheiden.

Auf und Ab

Gerade die letzte Niederlage macht aber Mut, als man sich vor einem Monat im Finale von Porec im dritten Satz nur hauchdünn 12:15 geschlagen geben musste.

„Kroatien kam zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben gesehen, was möglich ist, wenn wir unsere Leistung abrufen“, so Doppler.

Dass das Pendel auch in die andere Richtung schlagen kann, musste das ÖVV-Duo in Klagenfurt schmerzvoll erfahren.

„Es gibt keine Teams mehr, gegen die man sicher gewinnt oder sicher verliert. Das macht es momentan so spannend. Jeder kann gegen jeden gewinnen oder verlieren“, spricht der 35-Jährige die unfassbare Leistungsdichte auf der Tour an.

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Für Österreich gibt es keinen Grund zum Jubeln. Alex Horst und Partner Clemens Doppler scheitern überraschend in der Gruppenphase.

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Freude machen Martin Ermacora und Moritz Pristauz - die aus der Quali bis in die Zwischenrunde kommen und dort knapp an Ricardo/Andre scheitern.

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Barbara Hansel verabschiedet sich von der Beachvolleyball-Bühne - ohne Erfolgserlebnis. Die Salzburgerin scheidet mit Partnerin Steffi Schwaiger sieglos aus.

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Den Sieg schnappen sich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst.

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Auch bei den Herren schlagen die Europameister von 2015 zu: Aleksandrs Samoilovs und Janis Smedins - an seinem 29. Geburtstag - jubeln über den Turniersieg.

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Unbeliebte Startzeiten

Womit auch der vermeintlich leichteste Gegner, die Kanadier Josh Binstock und Sam Schachter (Mittwoch, 5 Uhr), keinesfalls zu unterschätzen seien. „Wir haben noch nicht oft gegen sie gespielt (Anm. zwei Mal, je ein Sieg und eine Niederlage). Sie sind ein giftiges Team“, schätzt Doppler das letzte Gruppenspiel ein.

In diesem wird nicht nur der Gegner eine Hürde sein. Der dichte Zeitplan führt zu abenteuerlichen Matchzeiten. Midnight-Sessions (Ortszeit) sind Teil des Programms, was nicht jeder Profi wohlwollend zur Kenntnis nimmt.

„Sicher nicht, weil diese späte Beginnzeit sehr unüblich ist. Auf der Tour geht’s spätestens um 21 Uhr los“, meint Horst offen. „Es wird schwierig, sich darauf einzustellen. Wir haben das eine oder andere Mal mit Flutlicht trainieren.“

Kleinmann diesmal unschuldig

Losglück sieht also anders aus. Ähnlich wie bei Olympia 2012. In London erwischten Doppler/Horst, die bereits im Kindesalter gegeneinander gespielt haben, ebenfalls die Gruppe mit einem brasilianischen (Emanuel / Alison) und italienischen Duo (Nicolai/Lupo). Die Österreicher schieden als Gruppenletzter aus.

Dies soll in Rio verhindert werden, wo die sechs Gruppensieger und -zweite sowie die zwei besten Gruppendritten im Achtelfinale stehen. Die vier übrigen Gruppendritten kämpfen in einem Playoff um die letzten beiden Achtelfinal-Tickets.

Zumal diesmal auch nicht Verbandspräsident Peter Kleinmann der Schwarze Peter zugeschoben werden kann, wie Horst lächelnd feststellt: „2012 hat Peter die Gruppen ausgelost. Danach haben wir ihm gesagt, dass er nie wieder losen darf. Nach der heurigen Auslosung hat er uns gefragt, ob es nicht wurscht gewesen wäre. Da hatte er wohl Recht.“

Gleichzeitig relativiert der 33-Jährige: „Von 24 Teams haben 23 eine realistische Chance auf eine Medaille, dazu gehören wir auch. Die Tagesverfassung entscheidet. Wir wollen das spielen, was wir können.“

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In der Wiege des Beachvolleyballs

Nicht nur platzierungsmäßig erwarten sich die beiden eine Steigerung gegenüber ihrem letzten Auftritt unter den fünf Ringen. Auch die Stimmung soll nochmals getoppt werden.

Schließlich gilt die Copacabana neben Los Angeles als Ursprungsort der bei Zusehern so beliebten Sportart. Kein Wunder, der vier Kilometer lange Strand ist prädestiniert für die Sandwühler. Doppler/Horst konnten bereits seit einem Jahr in der Wiener Trainingshalle auf dem Rio-Sand trainieren.

Doppler blickt freudig voraus: „Es wird ein Spektakel. Seit Monaten sind die Spiele ausverkauft, weil jeder Beachvolleyball auf der Copacabana sehen will. Wenn ich nicht spielen würde, würde ich es mir auf jeden Fall anschauen.“

Aus österreichischer Sicht bleibt zu hoffen, dass das Duo diese Zuschauerrolle möglichst lange hinauszögern kann.

 

Andreas Gstaltmeyr

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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