Steigt nun auch Budapest aus Olympia-Rennen aus?

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Dem IOC laufen die Bewerber für die Olympischen Sommerspiele 2024 davon. Nach Boston, Hamburg und Rom könnte nun auch die Kandidatur Budapests platzen.

In der ungarischen Hauptstadt sammelte eine Bürgerbewegung 266.000 Unterschriften gegen eine Bewerbung, wodurch ein Referendum eingeleitet werden kann.

Abseits von Budapest befinden sich noch Los Angeles und Paris im Rennen um die Ausrichtung. Die Vergabe durch das IOC erfolgt im September.

Prüfung durch die Wahlbehörde

Am Zug ist in Ungarn nun die Wahlbehörde von Budapest, die klären muss, ob die für ein Referendum notwendigen gültigen Unterschriften zustande gekommen sind. Für ein Referendum sind Unterschriften von rund zehn Prozent der rund 1,4 Millionen wahlberechtigten Hauptstädter notwendig.

Bürgermeister Istvan Tarlos hatte am Vormittag in einer Pressekonferenz erklärt, dass er im Falle einer Volksabstimmung ein Ende der Bewerbung "ernsthaft in Betracht ziehen" werde.

Einer vergangenen Woche veröffentlichten Studie zufolge würden sich bei einer Volksabstimmung fast 52 Prozent gegen Olympia entscheiden.

 

Die Momentum-Bewegung begründet ihren Vorstoß damit, dass die Kosten einer Olympia-Ausrichtung katastrophale Folgen für die ungarische Wirtschaft haben würden - und stellt sich damit gegen die Regierung. Denn der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban hat die Olympia-Bewerbung zumindest bisher zur Prestigefrage erklärt.

Momentum ist eine relativ neue politische Bewegung, die hauptsächlich von jungen Leuten mit akademischen Hintergrund getragen wird.

Mit dem Anti-Olympia-Volksbegehren tritt sie erstmals größer in Erscheinung. Die Bewegung positioniert sich auch offen gegen Orban und seine populistische Politik, die sie als schädlich für Ungarn betrachtet. "Die vergangenen 30 Tage waren eine der wichtigsten Perioden in der Geschichte der Demokratie in Budapest", erklärte Momentum-Führer Andras Fekete-Gyor.

Vorbehalte gegenüber der Olympischen Bewegung wachsen

Falls Budapest aufgibt, wäre die ungarische Hauptstadt bereits der vierte Kandidat, der aussteigt. Schon davor hatten Hamburg, Rom und Boston ihr Interesse an Olympia verloren. Bostons Projekt war im Juli 2015 aus finanziellen Gründen und aufgrund der geringen Unterstützung der Bürger gescheitert.

In Hamburg hatten sich bei einem Referendum im November 2015 51,6 Prozent gegen Olympia in der Hansestadt ausgesprochen.

Schließlich zog Rom im Oktober 2016 offiziell einen Schlussstrich, nachdem sich im September sowohl der Stadtrat als auch Bürgermeisterin Virginia Raggi gegen eine weitere Kandidatur ausgesprochen hatten.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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