Der Heilsbringer unter Beschuss

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Nicht genug, dass sich IAAF-Präsident Sebastian Coe mit dem ausufernden Doping-Skandal in Russland sowie dem damit verbundenen Ausschluss der Sport-Großmacht herumschlagen muss, droht ihm nun auch noch von anderer Seite Ungemach.

Dem Briten wird bei der nicht unumstrittenen Vergabe der Leichtathletik-WM 2021, die ohne Bewerbungsverfahren an Eugene (USA) vergeben wurde, ein Interessenskonflikt vorgeworfen.

Lamine Diack und Nachfolger Sebastian Coe

Geld aus "Nike-Town"

Es ist bekannt, dass der 59-Jährige seit Jahren Marken-Botschafter des Sportartikel-Giganten Nike ist. Dafür soll Coe neben anhaltender Kritik auch ein sechsstelliges Honorar pro Jahr beziehen.

Nun liegt der britischen BBC jedoch eine E-Mail vor, aus der hervorgehe, wie Coe mit Nike-Vertretern die Bewerbung Eugenes diskutiert und seinen Vorgänger Lamine Diack versucht haben soll, von einer schnellen Entscheidung zugunsten der Stadt zu überzeugen.

Eugene, der Hauptsitz des Branchen-Riesen, ist unter Sportlern auch als „Nike-Town“ bekannt.

Steuergeld für Bewerbung

Coe, der zum Zeitpunkt der Vergabe im April diesen Jahres noch IAAF-Vize-Präsident war, wehrt sich gegen die Anschuldigungen: „Ich habe keine Lobbyarbeit für die Bewerbung Eugenes betrieben.“

Bis zur entscheidenden Sitzung des IAAF-Councils sei der zweifache 1.500m-Olympiasieger selbst noch davon ausgegangen, dass es ein reguläres Bewerbungsverfahren geben würde. Auch Göteborg (SWE) hatte Interesse an einer Austragung bekundet.

Weiters erklärt die BBC, dass Coes Bewerbung für das Präsidentenamt im Weltverband zu einem Drittel aus Steuergeldern finanziert wurde. Rund 90.000 Euro sollen aus der öffentlichen Hand an sein PR-Team geflossen sein.

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