Carolina ringt Seattle dank Traumstarts nieder

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Die Carolina Panthers setzen sich in den Divisional-Playoffs der NFL gegen die Seattle Seahawks mit 31:24 durch und entthronen damit den NFC-Champion der vergangenen beiden Jahre.

Die Hausherren dominieren dabei vor der Pause nach Belieben und führen bereits mit 31:0. RB Jonathan Stewart gelingen zwei Touchdowns.

Nach der Pause ändert sich das Bild. Die Seahawks starten dank drei TD-Pässen von QB Russell Wilson eine tolle, aber letztlich zu späte Aufholjagd.

Im NFC-Finale empängt Carolina Arizona.

Carolina Panthers (1) vs. Seattle Seahawks (6) 31:24

SCORING:

Q1:

7:0: Jonathan Stewart - 4-Yard-Run (12:30 Minuten)

14:0: Luke Kuechly - 14-Yard-Interception-Return (11:38)

Q2:

21:0: Jonathan Stewart - 1 Yard-Run (14:22)

24:0: Graham Gano - 48-Yard-Field Goal (12:37)

31:0: Greg Olsen - 19-Yard-Pass von Cem Newton (6:26)

Q3:

31:7: Jermaine Kearse - 13-Yard-Pass von Russell Wilson (13:27)

31:14: Tyler Lockett - 33-Yard-Pass von Russell Wilson (7:40)

Q4:

31:21: Jermaine Kearse - 3-Yard-Pass von Russell Wilson (6:04)

31:24: Steven Hauschka - 36-Yard-Field-Goal (1:12)

Der NFC-Champion der vergangenen beiden Saisonen ist entthront!

Der Showdown zwischen Carolina und Seattle entwickelte sich jedoch komplett anders als erwartet. Keine Defense-Schlacht, keine Ausgeglichenheit. Vielmehr stand jede der beiden Halbzeiten in Zeichen einer der beiden Offenses.

Dank des wesentlich besseren Beginns letztlich mit dem besseren Ende für die Carolina Panthers. Seattle muss indes erstmals seit drei Jahren eine Super Bowl vor dem TV-Gerät verfolgen. Schuld ist ein Tiefschlaf des Teams von Head Coach Pete Carroll vor der Pause.

Gleich das erste Play der Partie gab den Takt vor, in welchem Rhythmus Halbzeit eins verlaufen sollte. Mit einem unwiderstehlichen Lauf brach Stewart für 59 Yards durch und konnte erst von Richard Sherman in höchster Not gestoppt werden.

Stewart und Kuechly sorgen für Blitzstart

Der Panthers-Running-Back vollendete den Drive letztlich mit einem 4-Yard-Rush in die Endzone zur frühen Führung der Gastgeber.

Ein Knalleffekt zum Auftakt! Von da an ging es Paukenschlag auf Paukenschlag - allerdings nur aus Sicht Carolinas.

Star-Linebacker Luke Kuechly fing einen in Bedrängnis verirrten Pass von Wilson ab und trug die Interception zu einer Pick-Six in die Endzone zurück.

Dieses 14:0 stand sinnbildlich für die Probleme der Seahawks. Seattles O-Line erledigte gerade in der ersten Halbzeit einen unterirdischen Job, sodass selbst ein "Befreiungskünstler" wie Wilson gegen den aggressiven Pass Rush der Panthers auf verlorenem Posten stand.

Schwaches Lynch-Comeback

Auch das Comeback von Running Back Marshawn Lynch brachte nicht den gewünschten Effekt. Gerade einmal 12 Rushing Yards standen zur Halbzeit für den goßen Schweiger unter den Ballträgern zu Buche (am Spielende waren es nur deren 20).

Den "Beast Mode" packte ausschließlich Carolina aus. Die Panthers überrannten die statistisch gesehen beste Laufverteidigung dieser Saison (im Schnitt ließ Seattle in der Regular Season nur 81,5 Rushing Yards zu), aber auch die "Legion of Boom" erwischte in der Passverteidigung schon bessere Tage. Mit Sherman ließ sich bisweilen gar der selbsternannte beste Cornerback der Liga düpieren.

So kam es, wie es kommen musste. Die Carolina-Offense hatte ihre helle Freude daran, den Score bis zur Pause nach oben zu treiben.

Gleich zu Beginn des zweiten Viertels hüpfte Stewart aus einem Yard zur 21-0-Führung über die Goalline.

Herrlicher Olsen-Touchdown

Unmittelbar danach leistete sich Wilson seine zweite Interception, Cortland Finnegan schnappte sich einen Passversuch des Seahawks-QBs. Daraus resultierte das 24:0 durch ein Field Goal von Graham Gano.

Ein herrlicher Catch von Tight End Greg Olsen nach 19-Yard-Pass von Newton zum 31:0 vollendete die Halbzeit wie aus dem Bilderbuch für Carolina.

CAROLINA PANTHERS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Cam Newton 161 (1 TD) 3
Jonathan Stewart 106 (2 TD) 5
Mike Tolbert 17
Ted Ginn 11
Cameron Artis-Payne 7 1
Greg Olsen 77 (1 TD)
Ed Dickson 22
Jerricho Cotchery 22
Corey Brown 22
Devin Funchess 12

Wobei das Schlusskapitel die Seahawks schrieben. Kurz vor der Two-Minute-Warning vergaben sie einen vierten Versuch, mit auslaufender Uhr verabsäumte es Kicker Steven Hauschka aus 55 Yards Seattle wenigstens mit einem Field Goal aufs Scoreboard zu bringen.

Das erledigte der NFC-Champion der vergangenen beiden Saisonen dafür mit einem Blitzstart in die zweite Halbzeit. Nach gutem Return von Tyler Lockett schloss Receiver Jermaine Kearse den Drive nach 13-Yard-Pass von Wilson zum 7:31 ab.

Seattle startet Aufholjagd

Der Startschuss für eine mehr als bemühte Aufholjagd. Während sich die Panthers darauf konzentrierten, möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen, erwachte der Seahawks-Angriff aus seinem Tiefschlaf.

Lockett brachte das Team aus dem Bundesstaat Washington folgerichtig nach herrlichem 33-Yard-Pass von Wilson auf 14:31 heran. Ein Rückstand von 17 Punkten zu Mitte des dritten Abschnitts? Es gibt unmöglichere Aufgaben.

Und es wurde tatsächlich noch einmal spannend. Ein gegen Ende des dritten Viertels mutig per Fake-Punt ausgespielter vierter Versuch brachte noch nicht den erhofften Erfolg, dafür schlug Seattle Mitte des Schlussabschnitts zu.

SEATTLE SEAHAWKS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Russell Wilson 366 (3 TD, 2 INT) 32
Marshawn Lynch 20 15
DeShawn Shead 17
Fred Jackson 9 23
Jermaine Kearse 110 (2 TD)
Doug Baldwin 82
Tyler Lockett 75 (1 TD)
Luke Willson 54
Kevin Smith 7

Mit einem 3-Yard-Pass bediente Wilson Kearse zum 21:31 - und zwar auf unnachahmliche Art und Weise. Schwer unter Druck vermied er einen vermeindlich sicheren Sack und schüttelte noch einen gefühlvollen Pass in die Endzone aus dem Arm.

Aus Sicht von Carolina begann nun natürlich ein wenig das Zittern. Dominierte man vor der Pause nach Belieben, stand in Halbzeit zwei noch die "Null" - und zwar da, wo sie keinesfalls stehen sollte, nämlich am eigenen Punktekonto.

Auch aus Newtons für gewöhnlich fröhlichem Gesicht war das Lachen längst verschwunden. Auch im folgenden Drive musste man punkten, aber zumindest konnte man bis dahin gut drei Minuten von der Uhr nehmen.

Kein erfolgreicher Onside-Kick

Mit 2:49 Minuten auf der Uhr und zehn Punkten Rückstand kam Seattles Offense wieder in Ballbesitz. Jetzt oder nie!

Es wurde ein Nie! Mehr als ein Field Goal von Hauschka zum 24:31 schaute nicht mehr heraus. Denn anders als im NFC-Finale des Vorjahres gegen Green Bay konnte man beim folgenden Onside Kick den Ball nicht erobern.

Dennoch muss man vor der Moral der Seahawks den Hut ziehen. Manch anderes Team hätte sich nach einer derartigen Horror-Halbzeit aufgegeben.

Jubeln durfte dennoch Carolina. Für die Panthers geht es im NFC Championship Game gegen die Arizona Cardinals, die sich am Samstag in einem epochalen Spiel für die Geschichtsbücher gegen Green Bay durchgesetzt haben.

Cardinals-Head-Coach Bruce Arians erwies sich naturgemäß als interessierter Beobachter der Partie Carolina gegen Seattle (siehe Tweet).


Peter Altmann

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