Dressler: "Ich haue gerne drauf"

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Thomas Kunert und Christoph Dressler fiebern einer Premiere entgegen: Beim Satellite in Baden (LIVE bei LAOLA1.tv) ist das Duo erstmals im Hauptbewerb eines internationalen Heim-Turniers am Start.

"Die Vorfreude ist groß, das war eines meiner drei großen Saisonziele", erklärt Blockspieler Christoph Dressler im LAOLA1-Gespräch.

Der 22-Jährige charakterisiert sich selbst so: "Ich haue gerne drauf. Schaue, dass der Punkt steckt." Zwei Wochen nach Baden wartet mit dem Conti-Cup in Stavanger, wo es um einen Olympia-Startplatz für Österreich geht, das nächste Highlight.

Mehr im LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Ihr spielt erstmals bei einem großen Turnier in Österreich im Hauptbewerb. Wie groß ist die Vorfreude?

Christoph Dressler: Auf jeden Fall groß! Wir haben uns vor der Saison zusammengesetzt und Ziele auf einem Blatt Papier festgehalten. Da war Baden eines davon. Es ist wichtig für uns, vor dem Heimpublikum zu spielen. Und auch, um den österreichischen Beachvolleyball wieder ein Stück weiterzubringen.

LAOLA1: Es war in eurer Planung also immer klar, dass ihr in Baden spielen werdet?

Dressler: Das war immer klar eingeplant. Wir haben uns darauf vorbereitet, mit unserem Mentaltrainer daran gearbeitet. Wir konnten uns das Umfeld im Vorfeld anschauen, auch trainieren. Am Center Court hatten wir Trainingseinheiten. Jetzt wird es Zeit, das herzuzeigen.

LAOLA1: Ein Highlight war gerade – die EM. Wie zufrieden bist du?

Dressler: Die EM war auch eines der großen Ziele. Spielerisch war es eine wahnsinnig gute EM von uns. Wir haben gegen drei absolute Top-Teams sehr gute Figur gemacht. Unter anderem hätten wir die Nummer 2 der Welt fast geschlagen, waren da auf Augenhöhe. Auf diesem Niveau geben Details den Ausschlag, die sind entscheidend. Um diese Details zu verbessern braucht man Jahre. Die Topspieler sind teilweise einfach zehn Jahre älter als ich. Wir haben es aus der Gruppe geschafft, das war unser Ziel, trotz schwerer Auslosung. Ich bin auf jeden Fall zufrieden und nehme das positive Gefühl mit.

LAOLA1: Von den Ergebnissen her ist es in dieser Saison ein bisschen ein Auf-und-Ab – spiegelt das die Leistungen wider?

Dressler: Generell haben wir uns von Jahr zu Jahr konstant gesteigert. Zu Beginn haben wir es noch nicht mal durch die Quali geschafft. Dann waren wir im Hauptbewerb, 17. Plätze, und jetzt waren wir schon vier, fünf Mal im Achtelfinale. Ich freue mich, dass es konstant aufwärts geht.

LAOLA1: Als junges Team ist der Weg nach oben hart. Wie geht man das an?

Dressler: Das Stichwort ist einfach: Geduld. Die braucht man als junger Spieler. Man muss es akzeptieren, wenn man es eine Zeit lang nicht in den Hauptbewerb schafft. Man muss es akzeptieren, wenn man nicht gegen die guten Teams gewinnt. Aber wenn man an sich weiterarbeitet, dann wird man das schaffen.

LAOLA1: Ein Faktor ist auch das Nationen-Kontingent. Wie wird da entschieden, welches Team wohin geschickt wird?

Dressler: Bei uns im ÖVV wird das sehr fair geregelt. Die Teams, die die besten Leistungen auf der World Tour bringen, dürfen fahren. Die mit den meisten Punkten werden vorrangig gesetzt. So hat es jeder selbst in der Hand ob er spielt oder nicht.

LAOLA1: Nach Baden kommt mit dem Continental Cup das nächste Highlight. Wie läuft die Vorbereitung auf das wichtige Turnier?

Dressler: Zunächst mussten wir es mal schaffen, als Conti-Cup-Team nominiert zu werden. Das wurde erst nach der EM bekanntgegeben. Jetzt ist es sehr intensiv. Wir haben zwei Trainingsblöcke – einer vor Baden, einer danach. Da versuchen wir, in der besonderen Vierer-Konstellation zusammenzufinden. Wir machen auch Teambuilding-Maßnahmen. Wir versuchen, uns nicht als Konkurrenten zu sehen, sondern als Team.

LAOLA1: Das ist ja das Spezielle am Conti Cup. Zunächst ist man ein Team, aber wenn es klappt, wird man ja doch wieder zu Konkurrenten um den einen erspielten Olympia-Platz.

Dressler: Das haben wir schon ganz genau geklärt. Bis zu dem Datum gibt es den Köpfen nur: Wir sind ein Team. Alles was danach kommt, wird man sehen. Jetzt konzentrieren wir uns nur auf diese Aufgabe.

LAOLA1: Ist Olympia 2016 ein Thema? Oder sagst du dir: Ich bin jung, ich bekomme noch meine Chancen?

Dressler: Es ist sicher im Hinterkopf, es gehört zu meinem drei Zielen in dieser Saison. Aber ich habe nicht so einen großen Druck wie andere Teams. Es wäre wahnsinnig schön, wenn ich es schaffe, es würde mich wahnsinnig freuen. Aber ich werde gleich motiviert weitermachen, wenn es nicht der Fall sein sollte.

LAOLA1: Wie charakterisierst du euer Team? Wo liegen eure Stärken?

Dressler: Wir sind ein athletisch-motiviertes Team. Wir arbeiten mit unserem Trainer in diesem Bereich sehr viel. Wir versuchen etwa, über olympisches Gewichtheben Sprunghöhe herauszuholen. Ich persönlich bin ein angriffslastiger Spieler, ich haue sehr gerne fest drauf. Ich schaue, dass der Punkt steckt. Thomas agiert eher überlegt, spielt seine Bälle mit viel Übersicht. Er ist schon erfahrener. Ich denke, die Kombination passt sehr gut.

LAOLA1: So wie ich das heraushöre, könnten Brouwer/Meeuwsen Vorbilder von dir sein?

Dressler: Brouwer auf jeden Fall. Er ist ein Linksspieler wie ich. Den schaue ich mir sehr gerne von den Bewegungen her an, weil ich gerne ein ähnliches Spiel wie er hätte.

LAOLA1: Gibt es konkrete Vorbilder?

Dressler: Ich habe mir angewöhnt, mir bestimmte Spieler von den Bewegungen her anzuschauen. Und auch von ihrer Einstellung. Von der Präsenz am Court finde ich Samoilovs sehr gut. Er ist technisch sicher nicht der beste Spieler, aber durch seine Athletik und den Siegeswillen macht er sehr viel. Und wie schon angesprochen Brouwer: Von seiner Geschwindigkeit, vom Armzug, vom Service kann man sich viel abschauen.

LAOLA1: Zum Abschluss die klassische Frage: Das Ziel für das Turnier in Baden?

Dressler: Wir waren mit einem unserer Sponsoren essen und er hat gemeint: Wenn wir ohne Stockerlplatz heimkommen, dann werden wir ausgepeitscht… Natürlich hat er das nicht ernst gemeint. Aber ein Stockerl wäre schon ein Traum, am Sonntag am Center Court spielen…

 

Das Gespräch führte Philipp Bachtik

LAOLA1.tv überträgt das Turnier in Baden LIVE>>>

Ein Highlight der Beachvolleyball-EM:

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