Pöltls Weg in die NBA scheint vorgezeichnet

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21,3 Punkte, 9,9 Rebounds und 2,5 Blocks pro Spiel. Jakob Pöltl hat die hohen Erwartungen in der Anfangsphase seiner zweiten College-Saison für Utah sogar noch übertroffen.

Für den NBA-Draft im Juni wird er von US-Experten mittlerweile als möglicher Top-Ten-Pick gehandelt. Der Weg in die stärkste Basketball-Liga der Welt scheint vorgezeichnet, dessen ist sich auch der 20-jährige Wiener bewusst.

NBA-Karriere in eigenen Händen

"Ich glaube, der Einzige, der mich davon abhalten kann, früher oder später in der NBA zu spielen, bin ich selbst", sagte Pöltl im Gespräch mit der APA. Aus ihm spricht das Selbstvertrauen eines Führungsspielers, zu dem er in dieser Saison geworden ist.

"Den größten Unterschied macht die Erfahrung. Und dann habe ich mich auch um einiges verbessert über den Sommer."

Pöltl hat an seinen Schwächen gearbeitet, die Freiwurfquote von 44,4 auf 66,7 Prozent gesteigert und Kraft zugelegt.

"Es gibt nicht einen Bereich, in dem ich so unglaublich viel besser geworden bin", erklärte der 2,13-Meter-Mann. "Ich habe einfach nur gelernt, wie ich meine Skills besser einsetze. Ich spiele dieses Jahr mit ein bisschen mehr Ruhe. Letztes Jahr habe ich Fehler gemacht, die ich dieses Jahr nicht mehr mache."

"Sehr froh, dass ich geblieben bin"

Im Nachhinein sei es die richtige Entscheidung gewesen, im Frühjahr auf die bereits winkenden NBA-Millionen verzichtet zu haben.

"Ich bin sehr froh, dass ich noch ein Jahr geblieben bin. Ich muss mich noch weiterentwickeln und verbessern, um in der NBA auf dem nächsten Level zu überleben", meinte Pöltl, der von seinen Teamkollegen ein ums andere Mal unter dem Korb gesucht wird.

Der Center will aber auch an seinem Mitteldistanzspiel arbeiten - und nächsten Sommer erneut viel Zeit in der Kraftkammer verbringen. "Da wird hoffentlich wieder einiges weitergehen. Das wird wichtig sein, sollte ich in die NBA gehen."

Die Chancen stehen nach dem überzeugenden Saisonstart äußerst gut. Als Top-Ten-Pick würde Pöltl bereits im ersten NBA-Jahr mehr als zwei Millionen Dollar verdienen.

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Posted by Jakob Poeltl on Saturday, December 5, 2015

"Kopf im Moment nicht bei der NBA"

Die Profiliga steht aber noch nicht im Vordergrund. "Eigentlich ist mein Kopf im Moment nicht bei der NBA", betonte Pöltl. Eine gute Saison mit Utah sei in jedem Fall hilfreich. Sieben der ersten acht Saisonpartien haben die Utes gewonnen.

Am Samstag folgt ein "unglaublich schweres Spiel" bei Wichita State, ehe eine Woche darauf der ganz große Prüfstein wartet: Meister Duke im Madison Square Garden in New York.

In der Vorsaison war Utah erst im Achtelfinale des nationalen Turniers an Duke gescheitert. "Wir müssen auf jeden Fall noch um einiges besser werden, wenn wir dorthin kommen wollen, wo wir letztes Jahr waren oder vielleicht noch darüber hinaus", meinte Pöltl.

So gut es in der Offense derzeit läuft, in der Teamdefense gebe es noch Luft nach oben. "Bis jetzt sind wir aber auf einem guten Weg."

Medieninteresse lässt Pöltl kalt

Neben dem Fokus der gegnerischen Verteidigungen ist Pöltl zuletzt auch immer mehr in jenen der US-Medien gerückt. "Das interessiert mich jetzt nicht allzu viel", sagte das Ausnahmetalent. "Ich weiß, woran ich arbeiten muss. Ich brauche nicht die Medien, um zu wissen, was ich gut mache und was nicht so gut. Das wird mir dann schnell zu viel."

Er liest nicht viel über sich selbst. Dass er mittlerweile zu den besten College-Centern gezählt wird, ist aber auch Pöltl nicht entgangen. Bei vielen Spielern fehle ihm allerdings der direkte Vergleich.

Mit Kristaps Porzingis hat erst in dieser Saison ein groß gewachsener Europäer voll in der NBA eingeschlagen. Der Lette wurde von den New York Knicks im Draft als Nummer 4 ausgewählt und wusste auf Anhieb zu überzeugen.

Pöltl hielt den 20-Jährigen, der aus Sevilla nach New York gewechselt ist, von Beginn an für unterschätzt. "Dass ich es als europäischer 'big man' in der NBA schaffen kann, habe ich aber vorher auch schon gewusst."

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