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Bergers F1-"Comeback" und Lauda auf der Nordschleife

Der frühere F1-Star und DTM-Chef steigt wieder in einen Boliden und plaudert über die DTM in der Ära nach ihm.

Bergers F1- Foto: © GEPA

Diese Schlagzeile klingt wie ein Scherz, ist aber nur nicht ganz präzise: Denn Gerhard Bergers Formel-1-"Comeback" dauert nur einige Runden in einem historischen Boliden, und der Lauda auf der Nordschleife ist Mathias, der ebenfalls zu einem kurzen F1-Abenteuer kommt.

Beide gehören zum Staraufgebot, das Red Bull Deutschland für die "Formula Nürburgring" am 9. September gewinnen konnte. Die Showruns voller Rennsportnostalgie über Nordschleife und Grand-Prix-Kurs sind in das drittletzte Wochenende der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) mit je einem Sechsstundenrennen am 9. und 10. September eingebunden. 

 

Die 30.000 Tribünenkarten für den Bereich Müllenbach, wo sich das Fahrerlager für die Showruns befinden wird, sind seit zwei Wochen ausverkauft.

Sehenswertes Staraufgebot lockt

In der Formula Nürburgring wird Gerhard Berger einen Ferrari 412 T2 pilotieren, wie er ihn auch gemeinsam mit Jean Alesi in der WM 1995 fuhr. Zweiter Ferrari im Feld ist der 312 B3, den Mathias‘ Vater Niki 1974 steuerte und den nun der Sohn bewegen darf.

Sebastian Vettel kommt ebenfalls aus der Rennpension zurück und wird den RB7, sein Weltmeisterauto aus 2011, fahren. Für Ricciardo war der RB8 aus 2012 vorgesehen. Ralf Schumacher tritt im Williams-BMW aus 2003 an. Dazu kommen einige hochkarätige Sportwagen: AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda führt einen Honda NSX GT3 vor.

BMW-Werkfahrer Philipp Eng ist mit dem BMW V12 LMR, der 1999 mit Berger als Motorsportchef, dem Einsatzteam Schnitzer und den Piloten Dalmas/Martini/Winkelhock die 24 Stunden von Le Mans gewann, unterwegs durch die "Grüne Hölle". Patrick Friesacher führt einen Toyota aus der NASCAR-Serie aus, und Bernhard Auinger kommt mit einem Porsche 911 GT2 RS auf die Nordschleife.

"Red Bull hat immer gute Projekte und unterstützte mich immer. So war es für mich einfach, ja zu sagen und bei diesem Spektakel dabei zu sein", erklärte Berger.

Berger über die DTM: "Gut entwickelt"

Zur DTM im Jahr eins nach ihm (Berger hatte Ende 2022 die Markenrechte und Organisation an den ADAC abgetreten) sagt der seit Sonntag 64-jährige Wörgler: "Das Fahrerniveau ist sehr gut. Ich freue mich, dass die Serie so gut unterwegs ist, denn für mich war wichtig, dass man sich nach einem Verkauf in die Augen schauen kann und sagen kann, es passt."

Zwar bedauert Berger, dass ein Liam Lawson oder Alex Albon nicht mehr dabei sind (beide schon oder wieder in der F1), doch wichtig sei: "Die DTM lebt weiter. Die Entscheidung damals, auf die GT3 zu setzen, war richtig. Das Feld ist voll, es gibt viele Marken und gute Zweikämpfe."

Dass sich ein Titel-Zweikampf zwischen dem Wiener Mirko Bortolotti und dem Linzer Thomas Preining abzeichnet, überrascht den früheren DTM-Boss nicht: "Ihre Stärken zeigten sich schon letztes Jahr. Bortolotti hat Ecken und Kanten und hatte 2022 im Finish viel Pech. Preining zeigte schon im Vorjahr in der zweiten Saisonhälfte, dass er extrem schnell ist und sehr viel Rennintelligenz mitbringt."

Lucas Auer musste erst "einen Rhythmus finden"

Entschieden sei aber noch nichts, meint Berger, der Porsche und Lamborghini bisher bei der Einstufung (Balance of Performance) als "gut bedient" bezeichnet.

Und zum Neffen Lucas Auer sagt Berger: "In den ersten zwei Rennwochenenden war er nach seinem schweren Unfall in Daytona im Jänner noch nicht der Alte. Er musste erst seinen Rhythmus finden, weil er doch sehr früh zurückkam. Aber mittlerweile ist er schnellster Mercedes-Pilot und macht unter den Umständen einen sehr guten Job. Vielleicht ist Mercedes bisher bei der Einstufung etwas unter die Räder gekommen."

Dass die früheren DTM-Frontrunner Lawson (verpasste 2021 den Titel im Finale nicht aus eigener Schuld) und Albon nun in der Formel 1 Schlagzeilen machen, sieht Berger als Beweis für die fahrerische Qualität in der DTM: "DTM zu fahren ist höchst anspruchsvoll. Mich freut, dass bewiesen wurde, dass man über die DTM in die Formel 1 aufsteigen oder zurückkehren kann. Albon macht im Williams einen Riesenjob, Lawson hatte jetzt seine erste Chance, zu der er ins kalte Wasser geworfen wurde. Er war im Rennen mitten drinnen, nur die Strategie passte nicht ganz. Der verdient eine echte Chance."


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