"Pokal oder Spital - das ist meine Mentalität!"

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Jack Miller hat es in Assen allen gezeigt.

Die Qualitäten des 2015 aus der Moto3 direkt in die MotoGP aufgestiegenen Australiers wurden in der Vergangenheit immer wieder infrage gestellt.

Nach dem Sensations-Sieg im Regen-Chaos verspürt der 21-Jährige Genutuung.

"So viele Leute haben an mir gezweifelt und geglaubt, dass das Projekt scheitern würde. Aber ich bin verdammt noch mal kein Idiot!", sagt Miller und ist dabei den Tränen nahe.

Kein Wunder, hat das Rennen doch enorm an seinen Nerven gezehrt.

Rossis Sturz als Warnung

Bei auftrockender Strecke schoss Miller auf weichen Reifen an die Spitze und ließ dabei die großen Stars der Szene hinter sich.

"Ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Manchmal gehen mit mir die Pferde durch", weiß er um seine Fehleranfälligkeit.

An diesem Nachmittag ging Miller kontrolliertes Risiko - mit Erfolg. Der Sturz von Valentino Rossi war ihm dabei eine Warnung: "Als Vale im Schotter lag, habe ich versucht, runterzukommen und die gleichen Rundenzeiten zu fahren." 

Alles oder nichts

Anschließend wollte sich Marc Marquez im Hinblick auf die WM keinen Kampf auf Biegen und Brechen liefern, was Miller nachvollziehen kann: "Wir wissen um seine Kämpferqualitäten, aber für ihn geht es um den Titel."

Wohingegen das Ziel des Moto3-Vizechampions von 2014 eindeutig ist: "Pokal oder Spital - das ist meine Mentalität!"

Dementsprechend emotional verlief auch die Podiums-Zeremonie in Assen ab:

Es war auch für die MotoGP ein denkwürdiges Rennen, gewann doch erstmals seit 2006 (Toni Elias) ein Pilot auf einem Privatbike, dazu war es der erste australische Sieg seit Casey Stoner vor vier Jahren.

"40 Bier intus und eine gute Zeit"

Der große Dank gilt natürlich Millers Team Marc VDS, das trotz Kritik an ihn geglaubt hat: "Ich muss mich bei allen Jungs bedanken, dass sie so sehr gezockt haben. Es ist etwas, was sich für sie auszahlt, dass es richtig war. Auch für meine Familie, die vor sechs Jahren nach Europa gekommen ist."

Dass dieser Erfolg gebührend gefeiert werden wird, ist klar. In seiner Heimatstadt Townsville auf jeden Fall: "Dort ist es gerade vier Uhr morgens, also werden alle wohl 40 Bier intus und eine gute Zeit haben."

 

Andreas Terler

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