Wolff sauer auf Formel-1-Boss

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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff regt sich über den Vorschlag von F1-Boss Bernie Ecclestone auf, der ab 2017 neben den Aggregaten von Mercedes, Ferrari, Honda und Renault auch deutlich billigere Alternativen anbieten will.

"Das begreife ich nicht. Es scheint, als ob wir komplett stur wären und die Augen verschließen würden, was in anderen Serien passiert und all den damit verbundenen Problemen", donnert Wolff.

Das Konzept einer "Balance der Performance" funktioniere in der Formel 1 nicht.

Mir scheint, als ob wir uns in Zyklen bewegen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt will man für den Straßenverkehr relevant und der Gipfel der Technologie sein und Konstrukteure anziehen. Aber wenn man vier Konstrukteure an Bord hat, heißt es, wir wollen sie nicht mehr", sagte der Österreicher am Rande des Brasilien Grand Prix.

Ecclestone sieht wieder einmal sein Lebenswerk bedroht. Mercedes & Co haben seiner Ansicht nach zu viel Macht. Dies zeige sich in der Motorenfrage. Das Hersteller-Quartett würde im Grunde bestimmen, wer Aggregate mit welcher Qualität bekommt. Ecclestone zufolge muss man sich das wie ein Kartell vorstellen. Dabei hat sich der 85-Jährige über die Jahrzehnte hinweg die Gunst der Hersteller immer wieder mit Zugeständnissen gesichert.

 

F1-Boss fühlt sich bedroht

"Wir lassen uns die Formel 1 nicht von Leuten zerstören, die glauben, den Sport in Geiselhaft nehmen zu können", schimpfte Ecclestone im Fachmagazin "Auto, Motor und Sport". "Sie denken dabei nicht an den Sport, sondern nur an sich." Als Chefvermarkter will er möglichst viel Geld mit der Rennserie verdienen. Seine Worte sind daher mit Bedacht gewählt.

Zusammen mit FIA-Chef Jean Todt will Ecclestone das Motoren-Projekt durchziehen. Der Internationale Automobil-Verband lädt seit Freitag mögliche Interessenten zu Absichtsbekundungen für die Jahre 2017, 2018 und 2019 ein. Bis zum 23. November sollen die Kandidaten ihren Willen kundtun, danach stünde eine Ausschreibung an.

Alternativ-Motor als Alternative für Red Bull?

Als von den Automobilkonzernen unabhängige potenzielle Hersteller gelten zum Beispiel Ilmor und Cosworth. Schätzungen nach dürften die neuen Triebwerke mit sechs Millionen Euro nur noch etwa ein Drittel der derzeitigen Hybridantriebe für Kundenteams kosten. Die finanzschwächeren Rennställe sollen davon profitieren.

Nun haben allerdings Mercedes, Ferrari, Honda und Renault viele Millionen Euro in die Entwicklung des zur Saison 2014 eingeführten Hybrid-Antriebs investiert. Ecclestone zufolge haben sie die Befürchtung, durch die geplanten günstigeren Motoren Konkurrenz zu bekommen. "Es gibt zulässige Gründe, der Preis ist ein zulässiger Grund", räumte Wolff ein. "Ist der Preis gut oder niedrig genug für die kleinen Teams? Diese Frage kann aufgeworfen werden, genauso ob das Motorenkonzept für die Formel 1 das Richtige ist." Kompromisse seien "der richtige Weg".

Darauf ist auch Red Bull angewiesen. Es wird nun damit gerechnet, dass nach einer neuen Einigung Renault dem viermaligen Konstrukteurs-Weltmeister auch noch für 2016 einen Antrieb liefert. Ab 2017 könnte dann der Alternativ-Motor zum Zug kommen.

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