"Die Rivalität auf der Rennstrecke wird zunehmen"

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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erwartet auch in der F1-Saison 2016 einen harten Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

"Es wird so weitergehen, dass sich die beiden nichts schenken. Das ist für das Team gut, weil es unser Auto schneller macht", so der 43-Jährige. Dass Familienvater Rosberg nicht hart oder konsequent genug gewesen sei, glaubt Wolff nicht.

Es seien letztlich verlorene Startduelle gewesen: "Daraus hat Nico sicher gelernt, das hat man schon im Saisonfinish gesehen."

Wolff begrüßt gesunde Rivalität

Deshalb sollte die Rivalität zwischen dem Briten Hamilton und dem Deutschen 2016 eine neue Dimension bekommen können. Wolff ist überzeugt: "Die Rivalität auf der Rennstrecke wird noch zunehmen, denn beide haben etwas zu beweisen. Aber das ist gut, das braucht der Sport."

Hatte Mercedes zwischendurch konsequent versucht, die beiden Streithähne zurück an die Leine zu nehmen, geht man bei den Silbernen zudem offenbar zunehmend gelassener mit dem Thema um.

"Die erste Meisterschaft war ein Stress, bei der zweiten war's schon etwas besser. Aber nachlässig darf man nicht werden und Rivalität und Kontroversen einfach tolerieren. Es geht auch immer noch darum, als Team gemeinsam vorwärts zu marschieren."

Entwicklung des 2016er-Boliden läuft nach Plan

Mercedes will 2016 so gut wie möglich aus den Blöcken kommen, um möglichst frühzeitig für 2017 arbeiten zu können.

Sollte ein Konkurrent - Wolff fiel da das in einer Übergangsphase befindliche Red Bull Team ein - 2016 deshalb quasi abschreiben, müsse man reagieren.

"Wäre alles Friede, Freundschaft, Eierkuchen, wäre es nicht die Formel 1."

Toto Wolff

"Jede Woche die du früher beginnst, ist ein Vorteil", weiß Wolff. Sein eigenes Team sieht er diesbezüglich voll im Plan. "Wir haben jetzt gerade Teile im Windkanal, die im kommenden März in Australien am Auto sein werden", betonte er Ende Dezember.

Warnung vor Red Bull Racing

Der selbst in der Winterpause mit Sticheleien in sozialen Medien fortgeführten Rivalität der erfolgreichen "Ösis" bei Mercedes mit Wolff und Niki Lauda sowie dem zuvor vier Mal in Folge Champion gewordenen Red-Bull-Team von Dietrich Mateschitz begegnet Wolff mit einem Augenzwinkern. "Wäre alles Friede, Freundschaft, Eierkuchen, wäre es nicht die Formel 1."

Sport sei nun mal die wichtigste Nebensache der Welt.

"Das muss man also mit Humor nehmen", sagte Wolff zum Dauer-Konflikt mit dem einstigen Erfolgsteam, das nach den Motoren-Wirren der Vergangenheit 2016 mit "TAG-Heuer" getauften Renault-Antrieben weitermacht.

Wolff warnt aber: "Ich traue denen immer viel zu, die können schon was. Den Fehler, Red Bull abzuschreiben, darf man nie machen."

Hoffnung auf neue Spannung

Wolff sieht Mercedes bereit für alles, was da kommt. "Im Sport ist die Skepsis über das Morgen bekanntlich größer als die Freude über das Gestern. Insofern sind wir schon jetzt mit den Gedanken nur noch in 2016", betonte der 43-jährige Österreicher.

Geblickt wird aber schon darüber hinaus. Das Reglement für 2017 muss am 1. März stehen, die Autos sollen stärker und schneller und wie die Reifen auch breiter werden, was Wolff für sehr gut hält, denn zuletzt ging das Publikums-Interesse an der Formel 1 deutlich zurück. Dazu kommen größerer Anpressdruck und damit hoffentlich auch mehr Überholmanöver.

Wolff: "Die Autos sollen nicht nur wie auf Schienen fahren."

Textquelle: © APA/LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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