Lauda will billigere Motoren der Hersteller

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Die Hoffnung stirbt zuletzt bei Red Bull Racing.

Obwohl man nur widerwillig mit Renault eine erneute Motoren-Zusammenarbeit für die kommende Saison eingegangen ist, erwartet man sich Leistungsverbesserungen, was den Antrieb betrifft.

"Es gibt mehrere Veränderungen im F1-Department von Renault, sowohl was Investitionen auf technischer, als auch auf personeller Seite betrifft. Es wurde unter anderem ein Mann von Mercedes und einer von Ilmor verpflichtet. Wir hoffen dadurch, dass wir nächstes Jahr wieder näher dran sind, immerhin waren wir 2015 teilweise langsamer als 2014", so Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei "Servus TV".

"Unsere Fahrer sind immer frei gefahren"

Der Frust sei groß gewesen nach einem Jahr, in dem zwei zweite und ein dritter Platz das höchste der Gefühle waren. "Die Frustration war groß, schon am Jahresbeginn, weil wir gesehen haben, dass bei der Motorenleistung keine Steigerung eingetreten ist. Da ging es darum, trotzdem die Motivation hoch zu halten. Gleichzeitig waren wir aber auch auf der Chassisseite bei den besten", meint Marko.

Anders die Saisonbilanz bei Mercedes. Der Vorstandsvorsitzende Niki Lauda darf sich über beide Titel freuen. Diesmal war die Sache für Lewis Hamilton aber wesentlich eindeutiger als im Vorjahr. "Er hat Nico Anfang der Saison besiegt. Erst kurz vor dem Ende ist Nico auferstanden, holte sechs Mal die Pole Position. Das war beeindruckend", ist Lauda mit beiden Fahrern seines Teams zufrieden.

Lauda sieht Rivalität entspannt

Den Vorwurf, dass Mercedes dahingehend eingegriffen hat, dass Rosberg nach dem Feststehen von Hamiltons Fahrertitel bevorzugt wurde, weist er zurück: "Diese blöden Sprüche gibt es seit dem letzten Jahr. Unsere Fahrer sind immer frei gefahren. Einmal war der eine vorne, einmal der andere. Jetzt grübelt Lewis ein bisschen, Nico hatte ein Hoch. Hoffentlich starten sie genauso in die neue Saison."

Am Ende des Tages würde Mercedes auch unheimlich von der Rivalität der beiden profitieren. "Es ist eine Idealposition für uns. Der Erfolg liegt auch darin, dass sie sich so pushen", meint Lauda und sieht die Lage damit wesentlich positiver als Teamchef Toto Wolff, der zuletzt ankündigte, das Duo auch trennen zu wollen, wenn die Zwistigkeiten kein Ende nehmen.

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#f1 Meinungsverschiedenheiten zwischen Niki Lauda und Helmut Marko im Hangar-7...

Posted by Sport und Talk aus dem Hangar-7 on Monday, December 14, 2015

Es sind Probleme, die Marko in seinem Team gerne hätte. Er sieht die Dominanz von Mercedes erwartungsgemäß als großes Problem für den Sport. "Niki übersieht, dass niemand in die Nähe seiner Autos kommt." 

Dieser entgegnet: "Was schlägst du vor? Sollen wir langsamer fahren?"

Marko: "Viel einfacher. Uns einen Motor geben!"

Der Stachel um die Abweisung von Mercedes und Ferrari scheint bei Red Bull noch tief zu sitzen. Lauda erklärt, warum es letztlich nicht mit der Zusammenarbeit klappen wollte: "Wir wollten ein Paket schnüren, dass den Interessen von allen Beteiligten gerecht wird. Das ist dann aber ins Stocken geraten, wegen eines rechtlichen Problems, weil der Renault-Vertrag noch nicht gekündigt wurde. Von Dietrich Mateschitz gingen die Verhandlungen dann nicht mehr weiter."

Marko: Furcht vor Red Bull zu groß

Daraufhin habe sich die Mercedes-Team dagagen entschieden. "Red Bull ist ein schnelles Team, da waren Überlegungen da, warum man einem Team, das vielleicht schneller fahren kann, einen Motor geben soll" Diese Meinung hätte sich aber nicht mit Laudas persönlicher Meinung gedeckt: "Je mehr Konkurrenten es gibt, desto besser wird der Sport. Ich gehe gerne ein Risiko ein", so der dreifache Weltmeister.

"Leider hat sich der Niki bei Mercedes nicht durchgesetzt", bedauert Marko. Beim Ungarn-GP, den Sebastian Vettel im Ferrari gewonnen hat, hätte Mercedes dann festgestellt, dass man mit einem Red-Bull-Chassis überlegen gewonnen hätte. Dementsprechend habe das die Front gegen eine Zusammenarbeit mit Red Bull verstärkt.

"Es ist nicht tragbar, dass Werke manipulieren, wer welchen Motor erhält. Entweder es kommt der Independent-Motor oder ein billigerer Motor von den Werken."

Helmut Marko

Ähnlich sei es mit Ferrari gelaufen, als man beim GP von Singapur der Scuderia dicht auf den Fersen war. "Irgendwo sind wir stolz, dass sie uns so fürchten, aber Rennen kann man nur mit einem Motor fahren", so Marko, der es nicht verstehen kann, wie so eine Lage zustande kommen kann: "Es ist nicht tragbar, dass Werke manipulieren, wer welchen Motor erhält. Entweder es kommt der Independent-Motor oder ein billigerer Motor von den Werken."

Lauda: Wäre der Tod für den Sport

Lauda spricht sich in dieser Causa eindeutig gegen einen extra entwickelten Motor aus, der noch dazu anders aufgebaut wäre, als das aktuelle Hybrid-System. Er hält es für vernünftig, "dass ab 2018 alle Hersteller einen Motor machen und billiger den Kunden zur Verfügung stellen". Der Independent-Motor wäre laut Lauda der Tod für den Sport: "Es kann nicht sein, dass er (Bernie Ecclestone, Anm.) in das Red-Bull-Auto einen Motor steckt, den er dann so weit aufdreht, bis er uns schlägt. Das ist Manipulation."

Die Konkurrenzsituation wird sich seiner Meinung nach auch ohne anderen Motor einstellen. Vielleicht schon im nächsten Jahr: "Ich sehe die größte Gefahr von Ferrari. Die haben zwei Leute von uns abgeworben. Aber es arbeiten alle hart. Auch das Commitment von Renault ist mit dem eigenen Team jetzt ganz ein anderes. Ich glaube schon, dass da was weitergeht."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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