Vettel: "Die Pobacken zusammenkneifen!"

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Bei Ferrari herrscht nach den großen Rückständen in den ersten beiden Trainings zum GP von Europa in Baku Rätselraten. 

"Wir müssen noch was finden. Was, da sind wir noch ein bisschen ahnungslos", erklärt Vettel ob der 1,9 Sekunden Rückstand auf Mercedes und sucht die Schuld bei sich. 

"Ich habe Zeit gebraucht, um aufzutauen und in den Rhythmus zu kommen", so der Deutsche, "eine interessante Strecke. Den richtigen Bremspunkt zu finden, ist gar nicht so einfach. Hier muss man echt die Pobacken zusammenkneifen!"


Der erste Trainingstag auf dem 6.003 Meter langen und nagelneuen Stadtkurs am Kaspischen Meer brachte wie erwartet zahlreiche Ausrutscher und Verbremser in die Notausgänge. Vor allem Kurve 15 erwies sich als tückisch.

Praktisch kein Pilot blieb auf der noch sehr rutschigen und stellenweise sehr engen und steilen Piste von Problemen verschont. Auch gelockerte Randsteine sowie der in Baku omnipräsente und am Freitag besonders heftige Wind machten den Piloten in der "Stadt der Winde" Probleme.

"Keine Power" bei Rosberg

Bei Mercedes trübte einzig Rosbergs vorzeitiges Trainingsende die Freude. Der deutsche WM-Führende musste seinen "Silberpfeil" 20 Minuten vor Ende von P2 ausrollen lassen. "Das Auto hatte keine Power mehr", berichtete Rosberg, ohne zunächst zu wissen warum.

Teamkollege Lewis Hamilton war in beiden Freitags-Sessionen Schnellster, obwohl er sich die neue Strecke weder am Simulator besonders eingetrichtert hatte, noch sie zu Fuß abgegangen war. Der Titelverteidiger kann nach seinen jüngsten Siegen in Monaco und Kanada in Baku Rosberg ablösen und als WM-Führender zum folgenden Rennen in Österreich (3. Juli) kommen.

"Wir haben es gleich perfekt erwischt", zeigte sich Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff zufrieden - vor allem mit der Performance seiner beiden Fahrer.

In Baku werden sich die Verfolger trotz der fast 30 Grad warm anziehen müssen. Helmut Marko von Red Bull fürchtete, noch gar nicht das ganze Ausmaß an Mercedes-Überlegenheit gesehen zu haben. "Sie sind auf den Supersofts keine saubere Runde gefahren", traut der Österreicher Hamilton und Rosberg noch mehr zu.

"Das Qualifying wird turbulent, das Rennen noch turbulenter"

Vor allem die zwei Kilometer lange und bis zu 350 km/h schnelle Gerade dürfte in Baku den Unterschied machen. "Fünf Mercedes führen da die Topspeed-Wertung an. Die hat es wirklich in sich", sagte Marko, der prophezeit hatte, dass die Red Bull dort 1,2 Sekunden verlieren. "Power ist nach wie vor das Entscheidende."

Bleibt dieser Trend, führt in Baku kein Weg an einem Mercedes-Sieg vorbei. "Das Qualifying wird turbulent werden, das Rennen noch turbulenter. Wir müssen schauen, ob wir uns da ein bisschen hineinmischen können", lauten die Hoffnungen Markos.

Zunächst muss Red Bull aber noch Probleme aussortieren. Barcelona-Sieger Max Verstappen (7.) kam wegen eines defekten Teils im Bereich der Kupplung nur wenig zum Fahren. Daniel Ricciardo (10.) zerstörte im ersten Training seinen RB12 bei einem Einschlag in der Mauer. Deshalb müssen am Samstag Aufhängungs-Teile eingeflogen werden.

 

Stadtkurs in Baku - auf F1-Piloten wartet eine besondere Herausforderung.

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Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo kommentiert nach der Inspektion die Ausnahme-Stelle in der Altstadt.

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"Irgendwer wird dort crashen, hoffentlich nicht ich. Unglaublich, wie eng es dort ist", so der Australier.

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Ein weiteres Merkmale ist die lange Start-Ziel-Gerade. Kommentar Ricciardo: "Dort würden wir 20 Gänge mehr brauchen."

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