"Gigi" Ludwig - eher Bremsklotz als Visionär!

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Das Schwergewicht des österreichischen Fußballs ist in Pension. Verdienterweise und Gott sei Dank!

Dass der letzte öffentliche Auftritt des ÖFB-Generaldirektors Alfred Ludwig ausgerechnet als "Glücksfee" in der Sandkiste von Klagenfurt erfolgte, sorgte nicht nur bei seinen Kritikern für ein Schmunzeln."Gigi" durfte bildfüllend die Paarungen der 2. Runde seines geliebten ÖFB-Samsung-Cups ziehen...

Ludwig hat den Verband gefühlte 70 Jahre wie seinen privaten Fußballklub geführt und sich als hartnäckiger Sesselkleber erwiesen. Bezeichnenderweise wechselte der Hauptschul-Lehrer einst von der „Kronen Zeitung“ zum ÖFB, wo er ab 1981 von der Pressestelle bis zum hoch bezahlten General aufstieg.

Ludwig diente sieben Präsidenten, verantwortete rund um die Heim-EM 2008 einen Interims-Präsidenten wie den völlig untauglichen Kurt Ehrenberger und schwärmte so lange über das ach so tolle Fünf-Sterne-Stadion im Prater bis dieses nicht einmal mehr für ein Europacup-Finale taugte. Rund um die Heim-EURO verließ er den ÖFB und wähnte sich in der Rolle des EURO-Direktors besser dotiert und aufgehoben, um aber schnell zu merken, dass er damit die Schalthebeln der Fußball-Macht aus der Hand gab.

So gesehen war die Rückkehr von der mondänen EURO-Villa in Wien-Neustift in die ÖFB-Zentrale im Bauch des Happel-Stadions nur eine Frage der Zeit. Als Generalsekretär gegangen, kehrte er als Generaldirektor zurück und war in der Folge nur mehr damit beschäftigt, seine Übergabe zu regeln und der Pension entgegenzusteuern. Wenn in diesen Tagen davon geschrieben wird, dass er sich beim ÖFB um die Einführung der EDV, einer Spielerkartei, des neuen Ticketings oder diverser TV- bzw. Sponsoren-Verträge verdient gemacht hat, dann kann man das auch so interpretieren, dass all das trotz des Herrn Ludwig und nicht wegen ihm passiert ist.

Tatsache ist, dass er in vielen Bereichen eher Bremsklotz als Visionär war. Der Weg des geringsten Widerstandes war seine Linie. Netzwerken in den VIP-Klubs und abendfüllend seine Geschichterln zum Besten zu geben, war seine große Leidenschaft. Dazu wünschen wir auch künftig viel Spaß und eine ruhige Pension.

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