Einmal kurz die Fan-Brille abnehmen, bitte!

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Mario Götze tat es 2013. Robert Lewandowski folgte ihm 2014.

Wechselt mit Mats Hummels der nächste BVB-Superstar das Lager und schließt sich in diesem Sommer dem FC Bayern an?

Ein Wechsel des 27-Jährigen deutet sich an, laut Medienberichten gibt es bereits Verhandlungen zwischen den beiden Parteien. Passend dazu eine Aussage des Innenverteidigers vor wenigen Tagen bei „Sky“: „Wenn ich die Entscheidung getroffen habe, dann werden alle verstehen, warum es so schwierig für mich ist.“

Die Rivalität zwischen den beiden Klubs ist bekannt, in den letzten Jahren wurde sie durch die Wechsel zweier Topspieler nur verstärkt. Götze gilt noch heute als „Judas“ im schwarz-gelben Fanlager.

Doch könnte man Hummels einen Wechsel an die Isar verübeln? Nein! Zumindest, wenn es auch hartgesottenen Fans gelingt, die BVB-Brille für einen kurzen Moment abzunehmen. Der FCB ist Hummels‘ Heimatverein, von 1995 bis 2008 stand er beim deutschen Branchenprimus unter Vertrag.

Der Wechsel in den Ruhrpott erfolgte, weil er keine Perspektive bei den Münchnern sah. Der Stachel saß tief, Aussagen wie „lieber ein Titel mit Dortmund als sechs mit einem anderen Verein“ waren auch ohne direkte Erwähnung an den alten Arbeitgeber adressiert.

Das Problem: Mit dem BVB hat er seit dem Double 2012 keinen großen Triumph (Europacup, Meisterschaft, Pokal) mehr gewonnen. Inzwischen ist auch der 27-Jährige zur Einsicht gekommen: „Ich will Titel gewinnen!“

Da würde es nahe liegen, die Zelte wieder im Süden Deutschlands aufzuschlagen. Die Bayern sind ein Titel-Garant, stehen kurz davor, die vierte Meisterschaft in Folge einzutüten, stehen im Pokal-Finale und gehören zum fünften Mal in Folge zu den Top-4 in der Champions League.

Hinzu kommt, dass Hummels keine neue Sprache erlernen müsste und zahlreiche Spieler aus der Nationalmannschaft bereits kennt. Mit Jerome Boateng hat er zudem schon legendäre Schlachten mit dem DFB-Team geschlagen, Abstimmungsprobleme scheinen daher ebenfalls unwahrscheinlich.

Was für den Charismaten spricht, ist seine Ehrlichkeit. Er gaukelt niemandem etwas vor, heuchelt keine „echte Liebe“, sondern spricht offen über seine Gefühlslage. Hummels kauft man ab, dass er am BVB hängt, mittlerweile aber an einem Punkt angekommen ist, noch einmal etwas Neues erleben zu wollen.

Und wer glaubt, er könne nur bei einem Verbleib zur BVB-Legende werden, der ist ohnehin am falschen Dampfer. Hummels hat sich acht Jahre für den Verein aufgeopfert und maßgeblich dazu beitragen, dass ein Mitläufer in der deutschen Bundesliga zu einem europaweit beachteten Topklub reifte.

Unbestritten gibt es aber eine Handvoll Klubs, die über dem Ruhrpott-Riesen anzusiedeln sind. Die Münchner gehören dazu. Das wussten schon Götze und Lewandowski. Und das scheint auch Hummels immer mehr zu begreifen.

 

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