Steuerbetrug: Cristiano Ronaldo wehrt sich

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Cristiano Ronaldo setzt sich in der Causa um einen möglichen Steuerbetrug zur Wehr.

Der Portugiese meldet sich über sein Management und seinen Anwalt zu den Vorwürfen zu Wort. Anwalt Antonio Lobo Xavier erklärt im portugiesischen Fernsehen, sein Mandant sei "komplett überrascht" worden. CR7 fühle sich "ungerecht behandelt".

Auch seine Agentur "Gestifute" nimmt Stellung. "Es gibt keine systematische Steuerhinterziehung", teilt das Management des 32-Jährigen mit.

Agentur will Dokumente vorlegen

Ronaldo soll seine Einnahmen aus Bild- und Werberechten für die Jahre zwischen 2011 und 2014 lediglich mit 11,5 Millionen Euro angegeben haben, in Wahrheit aber in diesem Zeitraum fast 43 Millionen Euro verdient haben. Über ein verzweigtes Firmennetzwerk soll er das Geld am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Die Staatsanwaltschaft bezichtigt den Europameister der "vorsätzlichen und bewussten Missachtung seiner Steuerpflichten in Spanien".

Die Agentur des vierfachen Weltfußballers kündigt an, Dokumente vorzulegen, die beweisen, dass Ronaldo kein System zur Steuerhinterziehung aufgebaut habe.

Sogar Reals Hausblatt zieht über Ronaldo her

Spaniens Medien und viele von der Anzeige der Staatsanwaltschaft gegen Ronaldo geschockte Fans konnte der Superstar damit aber nicht überzeugen. Sogar "AS", das Hausblatt seines Vereins Real Madrid, stellte Ronaldo schonungslos an den Pranger. "Es ist weder verständlich noch akzeptabel, dass die Stars, die Unsummen verdienen, den Fiskus umdribbeln", schrieb Blatt-Direktor Alfredo Relano. Ronaldo habe nicht nur die Finanzbehörden, sondern die gesamte Gesellschaft betrogen, schrieb indes "La Vanguardia".

14,7 Millionen Euro soll der Torjäger hinterzogen haben, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anzeige bei Gericht in Madrid feststellte. Ronaldo dürfte von dem Schritt der Strafverfolger am Dienstag am Rande des Trainings des portugiesischen Nationalteams in Oeiras bei Lissabon erfahren haben. Es dauerte jedoch einige Stunden, ehe seine Entourage am späten Dienstagabend den Konter startete.

Manager Jorge Mendes ließ über sein Unternehmen Gestifute in Lissabon mitteilen, es habe "keine Betrugs- und keine Verschleierungsabsicht" vorgelegen. Auch sei - anders als von den spanischen Behörden behauptet - kein Unternehmensgeflecht zur Hinterziehung von Steuern geschaffen worden. Der Spieler sei vielmehr seinen gesamten Steuerpflichten in Spanien, zu denen die im Ausland erzielten Werbeeinnahmen nicht gehörten, nachgekommen.

Gefängnis droht

Ronaldos Anwalt Antonio Lobo Xavier versicherte im Interview des TV-Senders "SIC Noticias", sein Klient sei "Opfer einer Ungerechtigkeit". Das Thema der Bildrechte sei eine derart "komplizierte Materie", dass man bei Irrtümern nicht den Spieler, sondern allenfalls die Berater zur Rechenschaft ziehen müsse.

Im Jubelrausch nach dem Gewinn von Meisterschaft und Champions League trifft die Anzeige Ronaldo vermutlich schwer. Auf Fotos ist der 32-Jährige, der sonst gern mit seinen Kollegen herumalbert und Späße macht, mit sehr ernster, ja besorgter Miene zu sehen. So etwa auf der Titelseite des Massenblattes "Correio da Manha", das in großen Lettern Alarm schlägt: "Ronaldo von Gefängnis bedroht". In der Tat: Der Verband der Steuerexperten des Finanzministeriums in Madrid (Gestha) teilte mit, der Spieler könne für sieben Jahre hinter Gitter wandern.

"CR7" - oder "CR14,7", wie mehrere spanische Zeitungen Ronaldo umtauften - soll laut Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2014 Millioneneinnahmen "bewusst" am Fiskus vorbeigeschleust haben. Für den Steuerbetrug habe er im Jahr 2010 - ein Jahr nach seinem Wechsel von Manchester United zu Real - auf den Britischen Jungferninseln und in Irland ein Unternehmensgeflecht geschaffen. Ob es zum Prozess kommt, entscheidet nun der Ermittlungsrichter.

Wenn er auf die Anklagebank muss und verurteilt wird, muss Ronaldo hoffen, dass er das Glück seines sportlichen Erzrivalen Lionel Messi hat. Der Argentinier vom FC Barcelona wurde jüngst wegen Hinterziehung von 4,1 Millionen nur zu 21 Monaten verurteilt. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten fast immer zur Bewährung ausgesetzt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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