AC Milan: Ein Welt-Klub außer Dienst

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Jahrelang sonnte sich die AC Milan im Glanz ihrer Erfolge.

Kein Wunder, zählte der Verein doch zu den besten und erfolgreichsten der Welt.

Als „Klub mit den meisten internationalen Titeln weltweit“ rühmten sich Eigentümer Silvio Berlusconi und Geschäftsführer Adriano Galliani jahrelang, doch davon kann keine Rede mehr sein.

Milan ist nicht nur diesen Rekord los (al Ahly Kairo ist inzwischen die Nummer eins), sondern längst nur noch ein Schatten seiner selbst.

Vom einstigen Stammgast der Champions League ist in der Königsklasse nichts mehr zusehen, in dieser Saison droht sogar ein historischer Negativ-Rekord. In der Serie A kamen die Lombarden nicht über den enttäuschenden siebenten Platz hinaus und verpassten die Qualifikation für das internationale Geschäft.

Coppa Italia als letzter Strohhalm

Als letzter Strohhalm bleibt die Coppa Italia. Dort treffen die Rossoneri am Samstagabend (20:45 Uhr, LIVE bei LAOLA1.tv) im Stadio Olimpico zu Rom auf Serien-Meister Juventus Turin. Misslingt die Mission Cup-Sieg, müsste Milan zum dritten Mal en suite den Europacup als Zuschauer verfolgen.

Auch die titellose Durststrecke, die inzwischen fünf Jahre anhält, würde damit prolongiert. Umso wichtiger ist das Spiel daher für alle Beteiligten. Nach der erschreckend schwachen Vorstellung im letzten Liga-Spiel gegen die Roma (1:3) raschelte es im Blätterwald.

Saison Trainer Serie A Coppa Europacup | Saison Trainer Serie A Coppa Europacup
01/02 Ancelotti Rang 4 HF HF (UEFA-Cup) | 09/10 Leonardo Rang 3 VF AF (UCL)
02/03 Ancelotti Rang 3 Sieg Sieg (UCL) | 10/11 Allegri Rang 1 HF AF (UCL)
03/04 Ancelotti Rang 1 HF VF (UCL) | 11/12 Allegri Rang 2 HF VF (UCL)
04/05 Ancelotti Rang 2 VF F (UCL) | 12/13 Allegri Rang 3 VF AF (UCL)
05/06 Ancelotti Rang 3 VF HF (UCL) | 13/14 Seedorf Rang 8 VF AF (UCL
06/07 Ancelotti Rang 4 HF Sieg (UCL) | 14/15 Inzaghi Rang 10 VF -
07/08 Ancelotti Rang 5 AF AF (UCL) | 15/16 Brocchi Rang 7 mind. F -
08/09 Ancelotti Rang 2 AF R3 (UEL) |

„Ihr habt nicht die nötige Würde, ihr habt keine Eier“, schrie Interims-Trainer Cristiano Brocchi, der nach der Demission von Sinisa Mihajlovic vom Primavera- zum Chefcoach befördert wurde, in der Kabine.

„Die Roma hatte ein Freundschaftsspiel, sie haben ja nicht mal schwitzen müssen, um euch zu schlagen“, ließ er seinem Frust freien Lauf. In 20 Jahren im Profifußball habe er noch nie eine solche Truppe erlebt.

Der 40-Jährige hat kein leichtes Sein in der Mode-Metropole. Die Ansprüche sind nach wie vor riesig, die Lücke zur Wirklichkeit ist aber um nichts geringer. Milan ist Mittelständler in Italien, das ist bei einem Blick auf die Ergebnisse der letzten Jahre Fakt.

Milan seit Jahren in der Krise

Die Plätze sieben, zehn und acht in der Meisterschaft sind keine Momentaufnahme, sondern das Resultat jahrelanger Misswirtschaft und Fehlplanung. Vom Star-Ensemble, das noch vor wenigen Jahren Europa im Sturm eroberte, ist nichts mehr übrig.

Kein Wunder, dass sich immer mehr Fans vom Verein abwenden und selbst Klub-Legenden der Mannschaft ein fatales Zeugnis ausstellen. „Ich bin furchtbar enttäuscht von den Leistungen der Spieler. Da sind Leute dabei, die es nicht verdienen, das Milan-Trikot noch länger zu tragen“, rechnete Alessandro Costacurta mit seinen Nachfolgern ab.

Der heute 50-Jährige ist mit 618 Pflichtspiel-Einsätzen die Nummer zwei in der ewigen Bestenliste Milans hinter Paolo Maldini und eine von zahlreichen Legenden (siehe Diashow), die sich in den letzten 25 Jahren ihren Allerwertesten für den Verein aufgerissen haben.



Vom Erbe der „Invincibles“ – jener Mannschaft, die 1991/92 in der Meisterschaft ungeschlagen blieb – oder der goldenen Generation in den 2000er Jahren, als Kaka, Andrea Pirlo, Gennaro Gattuso, Alessandro Nesta sowie die Urgesteine Maldini und Costacurta zweimal die Champions League für sich entschieden , ist nur noch wenig übrig.

Die Erinnerungen an diese Zeiten leben zwar weiter, angesichts der seit Jahren währenden Krise verblassen sie aber zusehends. Die Forderungen nach einem Total-Umbruch nehmen zu, vor allem die Klubführung wird für die Misere verantwortlich gemacht.

Berlusconi als Feindbild der Fans

„Berlusconi raus“ oder „Galliani raus“-Rufe und –Plakate sind längst ständiger Begleiter bei Heimspielen, der Hashtag #SaveACMilan macht inzwischen auch schon seit mehr als einem Jahr die Runde. Geändert hat sich freilich wenig.

Lang, lang ist's her, als der AC Milan zuletzt die Champions-League-Trophäe stemmen durfte. Bild 1 von 86
Der letzte Triumph datiert aus dem Jahr 2007, damals war die Mannschaft gespickt mit Superstars. Bild 2 von 86
Auch beim legendären Finale 2005, als Milan gegen Liverpool trotz 3:0-Halbzeitführung noch im Elfmeterschießen verlor, gaben sich Legenden die Klinke in die Hand. Bild 3 von 86
Nicht zu vergessen das Jahr 2003, als Milan auf Europas Thron Platz nahm. Von Baresi bis van Basten, von Maldini bis Shevchenko - diese Stars kickten in den letzten 25 Jahren für Milan. Bild 4 von 86
Von 1978 bis 1997 schnürte Franco Baresi die Profi-Schuhe für Milan und wurde zur Legende. Dreimal gewann er Champions League bzw. Meisertcup (in Folge als Champions League bezeichnet). Bild 5 von 86
Sechs Mal wurde der One-Club-Player, der als einer der besten Liberos aller Zeiten gilt, italienischer Meister. Seine Rückennummer 6 wird nicht mehr vergeben. Bild 6 von 86
Roberto Donadoni stand zwischen 1986 und 1996 sowie von 1997 bis 1999 bei den Rossoneri unter Vertrag und holte insgesamt 18 Trophäen. Bild 7 von 86
Der spätere italienische Teamchef zog im Mittelfeld die Fäden und gehörte zu "Gli Immortali" (Die Unsterblichen) sowie zu "Gli Invincibili" (Die Unbesiegbaren). Bild 8 von 86
Mit großen Erwartungen holten die Milan-Bosse Rivaldo 2002 vom FC Barcelona, diesen wurde der Brasilianer jedoch nie gerecht. Bild 9 von 86
Zwar gewann er die Champions League und den Pokal, doch nach etwas mehr als einem Jahr kehrte er Italien schon wieder den Rücken. Bild 10 von 86
Gemeinsam mit Gullit und van Basten bildete Frank Rijkaard ein magisches Oranje-Trio, das Europa in Angst und Schrecken versetzte. Bild 11 von 86
Zwischen 1988 und 1993 gewann er mit Milan alles, was es zu gewinnen gibt, darunter zwei Europacup-Titel. 1992 wurde er zu Italiens Fußballer des Jahres gewählt. Bild 12 von 86
Nach zwei Jahren bei Lazio wechselte Mauro Tassotti 1980 zu Milan und blieb den Teufeln bis heute treu. Als Spieler bestritt er knapp 600 Pflichtspiele für den AC (Platz fünf in der ewigen Bestenliste). Bild 13 von 86
Dabei gewann er alle großen Titel - national wie international. Nach Ende der aktiven Karriere wechselte er ins Trainergeschäft und war seither in diversen Positionen bei Milan tätig. Bild 14 von 86
Marco van Basten gehört zu den besten Torjägern, die je in Diensten der Rossoneri standen. Er war Teil des magischen Trios mit Gullit und Rijkaard und spielte von 1987 bis 1993 bei Milan. Bild 15 von 86
Der Niederländer gewann nicht nur alle großen Teampokale, er wurde auch Weltfußballer und Europas Fußballer des Jahres sowie Serie-A und Europacup-Torschützenkönig. Bild 16 von 86
Mit George Weah beschäftigte Milan einen weiteren Weltfußballer. Die Auszeichnung bekam er gleich in seiner ersten Saison, insgesamt spielte er von 1995 bis 2000 in Italien. Bild 17 von 86
Afrikas "Fußballer des Jahrhunderts" geann mit Milan zwei Meisterschaften und bildete in der Meister-Saison 1998/99 ein Sturm-Duo mit ... Bild 18 von 86
... Oliver Bierhoff. Der Deutsche kam als amtierender Torschützenkönig der Serie A und blieb bis 2001. Bild 19 von 86
Abgesehen vom Scudetto blieben ihm weitere Trophäen mit dem AC verwehrt. Bild 20 von 86
Sechs Jahre - von 1992 bis 1998 - verbrachte Dejan Savicevic in Mailand. Dank seiner herausragenden Spielintelligenz wurde ihm der Spitzname "Il Genio" verpasst. Bild 21 von 86
Zwar war er häufig verletzt und kam auf weniger als 100 Einsätze, doch führte er Milan 1994 zu einem 4:0-Kantersieg im CL-Finale gegen den FC Barcelona. Bild 22 von 86
Clarence Seedorf kam 2002 von Inter und wurde trotzdem zur Legende. Der Niederländer blieb zehn Jahre und gewann alle großen Titel. Bild 23 von 86
Durch seinen CL-Sieg 2003 wurde er zum ersten Spieler, der diesen Titel mit drei Teams abstaubte. Er kam 2014 als Trainer zurück, wurde jedoch nach wenigen Monaten entlassen. Bild 24 von 86
Die linke Abwehrseite beackerte Serginho von 1999 bis 2008 in 185 Pflichtspielen, in denen er 18 Treffer für Milan erzielte. Bild 25 von 86
Auch der Brasilianer gewann alle großen Titel, darunter Champions League (2x), Scudetto (1x) und Coppa Italia (1x). Bild 26 von 86
Noch heute schwärmen die Fans von Andriy Shevchenko, der von 1999 bis 2006 und dann noch einmal als Chelsea-Leihgabe von 2008 bis 2009 bei Milan spielte. Bild 27 von 86
Unvergessen sein Elfmeter gegen Juve im CL-Finale 2003, der Milan den Titel bescherte. Der Ukrainer wurde 2004 Europas Fußballer des Jahres und zweimal Serie-A-Torschützenkönig. Bild 28 von 86
In Milans Jugend groß geworden, spielte Demetrio Albertini von 1988 bis 2002 (1990/91 an Padua ausgeliehen) für die Rossoneri und war unermüdlicher Antreiber im Mittelfeld. Bild 29 von 86
Neben unzähligen Titeln war die Saison 1991/92, in der Milan in 58 Pflichtspielen unbesiegt blieb, ein echtes Highlight während seiner Zeit in der Lombardei. Bild 30 von 86
Nach 18 Jahren - eines davon wurde er ausgeliehen - verließ Massimo Ambrosini 2013 die Rot-Schwarzen. Bild 31 von 86
Gegen Ende seiner Zeit in Mailand wurde er Kapitän, im Laufe der Jahre gewann er u.a. zweimal die Champions League. Bild 32 von 86
Auch Roberto Baggio war zwei Jahre lang - 1995 bis 1997 - Teil der Milan-Historie. Im ersten Jahr wurde er Meister, danach folgte der Absturz. Bild 33 von 86
Milan war im Umbruch und verpasste als Titelträger im Folgejahr die Europacup-Startplätze. Baggio war nur noch Ersatzspieler und verließ den Verein wieder. Bild 34 von 86
Der letzte große Name, der für Milan kickte, ist Mario Balotelli. Das "Enfant Terrible" wurde 2013 mit vielen Vorschusslorbeeren versehen, wurde den Erwartungen aber nicht immer gerecht. Bild 35 von 86
"Super-Mario" war vor allem im Nachtleben super. Auf dem Feld schwankte er zwischen Genie und Wahnsinn und stach dennoch aus der Masse. Nach eineinhalb Jahren ging er nach Liverpool. Bild 36 von 86
Offiziell spielte Zvonimir Boban elf Jahre (1991-2002) für Milan, davon wurde er allerdings zwei ausgeliehen. Nichtsdestotrotz war er einer der prägenden Teamköpfe in den 90ern. Bild 37 von 86
Boban gewann mit den Rossoneri viermal die Meisterschaft, einmal die Champions League sowie einen Europäischen Supercup. Bild 38 von 86
Fest angestellt war David Beckham bei Milan nie, doch ihm gefiel die Leihe 2009 so gut, dass er ein Jahr später erneut für kurze Zeit - während der Pause in der MLS - nach Italien kam. Bild 39 von 86
Auch in der Lombardei zeigte der Engländer sein Können - vor allem bei Freistößen, Titel gewann er in der Kürze der Zeit allerdings keine. Bild 40 von 86
Wäre er nicht 1986/87 an Monza ausgeliehen worden, hätte Alessandro Costacurta während seiner kompletten Karriere, die bis 2007 dauerte, nur für Milan gespielt. Bild 41 von 86
Er bildete eine Weltklasse-Abwehr mit Maldini und Baresi und gehört mit fünf Champions-League-Siegen zu den erfolgreichsten Teilnehmern aller Zeiten. Bild 42 von 86
2004/05 wurde Hernan Crespo vom FC Chelsea ausgeliehen und wäre beinahe mit der CL-Trophäe belohnt worden, hätte Milan das Finale gegen Liverpool nicht noch aus der Hand gegeben. Bild 43 von 86
Crespo erzielte elf Treffer in 28 Spielen, ehe er weiterzog - zum Lokalrivalen Inter, der ihn ebenfalls auslieh. Bild 44 von 86
Cafu wurde nicht nur mit Brasilien zweimal Weltmeister, sondern gewann auch im Vereinsfußball so gut wie alle wichtigen Titel. Bild 45 von 86
Vor allem mit Milan, wo er von 2003 bis 2008 fünf Jahre verbrachte, reüssierte er im großen Stil und holte Champions League, Scudetto und Klub-WM. Bild 46 von 86
Von 2000 bis 2010 (ausgeliehen 2001/02) besschäftigte Milan Torhüter Dida. Für Landsmann Kaka ist er der beste Keeper der jüngeren Vergangenheit. Bild 47 von 86
Objektiv gesehen gehört er zu den erfolgreichsten. Neben dem WM-Pokal mit Brasilien stemmte er mit Milan 2x die CL-Trophäe und gewann Coppa und Scudetto. Bild 48 von 86
Ein weiterer Weltmeister, der mit Milan große Erfolge feierte, ist Marcel Desailly. Von 1993 bis 1998 war er nicht aus dem Mittelfeld der Rossoneri wegzudenken. Bild 49 von 86
Der Franzose gewann alle bedeutenden Titel, traf im CL-Finale 1994 gegen Barca (4:0) und wurde beim AC verdientermaßen in die "Hall of Fame" aufgenommen. Bild 50 von 86
Als Gianluca Zambrotta 2012 den AC Milan verließ, hatte er Tränen in den Augen. Vier Jahre gab der Außenverteidiger alles für die Rot-Schwarzen. Bild 51 von 86
Der Italiener gewann einen Meistertitel sowie einen Supercoppa-Pokal. Bild 52 von 86
Von 2009 bis 2012 hielt Thiago Silva die Abwehr des ACM dicht und wuchs zu einem der besten Innenverteidiger der Welt heran. Bild 53 von 86
Für die in Finanzprobleme geratenen Rossoneri, mit denen der Brasilianer einmal Meister und Supercup-Sieger wurde, war er nicht mehr zu halten und wechselte zu PSG. Bild 54 von 86
Jaap Stam galt zu aktiven Zeiten als eisenharter Verteidiger und durfte sein Können zwischen 2004 und 2006 beim AC Milan abrufen. Bild 55 von 86
Titel mit den Italienern blieben ihm verwehrt, als Highlight steht die CL-Finalteilnahme 2005 gegen Liverpool zu Buche. Bild 56 von 86
Zehn Jahre, 2002 bis 2012, verkörperte Alessandro Nesta Weltklasse im Milan-Trikot. Gegen Ende seiner Zeit in der Lombardei wurde er jedoch immer verletzungsanfälliger. Bild 57 von 86
Der Weltmeister mit Italien gewann u.a. zweimal die Champions League und Meisterschaft. Bild 58 von 86
Alexandre Pato gehört zu den zahlreichen Brasilianern, die Milan von einem Engagement überzeugen konnte. Er wirbelte von 2007 bis 2012 in der Offensive. Bild 59 von 86
Zunächst als Wunderkind gepriesen, blieb er mit Fortdauer in seiner Entwicklung stehen. Er gewann in Italien immerhin einen Scudetto. Bild 60 von 86
Mittelfeld-Genie Andrea Pirlo streichelte von 2001 bis 2011 in Diensten Milans den Ball und war die Schaltzentrale im Spiel der Rot-Schwarzen. Bild 61 von 86
Pirlo gewann alle großen Titel, darunter Coppa, Scudetto und Champions League und wurde während seiner Milan-Zeit auch noch Weltmeister mit der Squadra Azzurra. Bild 62 von 86
Auch Ronaldinho gehört in die Liste der Superstars, die das Milan-Trikot überstreifte - von 2008 bis Jänner 2011. Bild 63 von 86
Zwar konnte er an seine Glanzzeiten aus Paris und Barcelona nicht anschließen, fügte seiner Trophäensammlung aber immerhin einen Meistertitel hinzu. Bild 64 von 86
Im Jänner 2007 gab Milan die Verpflichtung von Ronaldo bekannt. Il Fenomeno kam von Real und war in der CL nicht spielberechtigt, sodass der Verein ohne ihn den Titel holte. Bild 65 von 86
In der Folgesaison wurden seine Leistungen immer schwankender, zudem war er häufig verletzt. Im Sommer 2008 entschieden sich die Milan-Bosse, den Vertrag nicht mehr zu verlängern. Bild 66 von 86
Sebastiano Rossi gehört zu den wenigen Torhüter-Legenden, die für Milan zwischen den Pfosten standen. 240 Pflichtspiele bestritt er zwischen 1990 und 2002. Bild 67 von 86
Rossi gewann mit den Rossoneri fünf Meisterschaften und stand beim 4:0-CL-Final-Sieg gegen Barca auf dem Platz. Bild 68 von 86
Nach sieben Jahren bei der Fiorentina wagte Rui Costa 2001 das Abenteuer Milan. Fünf Jahre blieb er und wurde dabei zum Titelhamster. Bild 69 von 86
Champions League, Meisterschaft, Coppa Italia und den UEFA Super Cup gewann er. Bild 70 von 86
Daniele Massaro ging zwischen 1986 und 1995 (ausgeliehen 1988/89) für Milan auf Torejagd. Nachdem er den Klub wieder verließ, standen 51 Buden zu Buche. Bild 71 von 86
Bedeutender sind jedoch die zahlreichen mit Milan errungen Titel, darunter zwei Europacup-Siege und vier Scudetti. Bild 72 von 86
Sieben Jahre Milan-Jugend, 24 Jahre Milan-Profis. Er ist wohl - gemeinsam mit Baresi - DIE Milan-Legende schlechthin. Bild 73 von 86
Paolo Maldini hätte überall spielen können, sein Herz schlug aber Rot-Schwarz. Der Abwehrrecke gewann u.a. fünf CL-Titel und sieben Scudetti. Bild 74 von 86
Von 1997 bis 2001 und dann noch einmal 2002/03 spielte Leonardo für die Lombarden. Seine Titelausbeute umfasst einen CL-Sieg sowie den Gewinn der Coppa. Bild 75 von 86
Maßgeblich beteiligt war er an den Verpflichtungen von Kaka und Pato, sodass er 2008 als Technischer Direktor engagiert wurde. 2009 bestellte man ihn zum Trainer, nach einem Jahr trennten sich die Wege wieder. Bild 76 von 86
Kaka ist der letzte Weltfußballer, den Milan hervorbrachte. Diese Trophäe gewann der Brasiliener 2007. Insgesamt spielte er sieben Jahre (2003-09, 2013/14) in der Serie A. Bild 77 von 86
Kaka war als CL-Torschützenkönig maßgeblich am Titelgewinn 2007 beteiligt, zudem gewann er u.a. einen Scudetto sowie zweimal den UEFA Super Cup. Bild 78 von 86
Zlatan Ibrahimovic ist einer der wenigen Akteure, die die "Big Three" Italiens - Juve, Inter und Milan - auf ihrer Agende stehen haben. Bild 79 von 86
In Rot-Schwarz kickte er von 2010 bis 2012, 42 Tore in 61 Spielen schauten dabei ebenso heraus wie ein Meistertitel. Bild 80 von 86
Als Juve-Star 2001 gekommen, musste sich Filippo Inzaghi den Respekt der Fans erst erarbeiten. Bei seinem Abschied elf Jahre später war er längst ein Held. Bild 81 von 86
"Super-Pippo" erzielte beide CL-Finaltreffer gegen Liverpool beim 2:1-Endspielsieg 2007. Nach seiner aktiven Karriere wurde er Primavera-Coach, im Sommer 2014 sogar zum Cheftrainer befördert. Bild 82 von 86
An der Seite von Rijkaard und van Basten wurde Ruud Gullit 1987 und 1989 bester Fußballer der Welt. Seine große Milan-Zeit währte von 1987 bis 1993. Bild 83 von 86
Dabei gewann er alle großen Pokale. Zwar kehrte er 1994 noch einmal kurzzeitig zurück, seine große Zeit hatte er allerdings bereits hinter sich. Bild 84 von 86
Bissiger als Gennaro Gattuso, genannt Rino, war wohl kein Milan-Spieler in den letzten 25 Jahren. Der Mittelfeld-Abräumer verkörperte Kampf und Einsatzwillen wie kein Zweiter. Bild 85 von 86
Er spielte von 1999 bis 2012 in Diensten Milans und gewann alle wichtigen Titel. Zudem gelang es ihm in dieser Zeit, auch den WM-Pokal in die Höhe zu stemmen. Bild 86 von 86

Im Gegenteil: Eingefleischte Fans gewinnen den Eindruck, man drehe sich im Kreis. Kein Wunder, gab es doch von Seiten Berlusconis zuletzt lediglich leere Versprechen. Ein Verkauf an „Mr. Bee“ Teachaubol galt als besiegelt, eine Einigung wurde bereits verkündet.

Über Monate hinweg zogen sich die Detail-Verhandlungen, bis letztlich der Deal platzte. Der thailändische Investor zog sich zurück, der erhoffte Aufschwung blieb aus. Für den Verein ein Schlag in die Magengrube.

Präsident Berlusconi kündigte an, den Etat seines seit Jahren defizitären Spielzeugs um rund 50 Millionen Euro zu kürzen, wie italienische Medien berichteten. Inzwischen gibt es einen neuen Hoffnungsträger.

Saison Gesamt-Zuschauer Schnitt Ausverkauft
2010/11 1.024.521 53.922 2
2011/12 931.372 49.020 2
2012/13 839.378 44.178 0
2013/14 757.615 39.874 0
2014/15 696.107 36.637 2
2015/16 677.787 35.673 0

Jack Ma will Milan-Anteile erwerben

Eine Investorengruppe um Jack Ma, seines Zeichens reichster Chinese, bekundete Interesse, Gespräche über einen Verkauf – 720 Millionen Euro für 70 Prozent der Anteile werden kolporiert - sollen laufen. Der Haken an der Sache: Berlusconi ist zwar bereit, Anteile an seinem Klub abzugeben, stellt jedoch schwer erfüllbare Machtansprüche.

Mit dem Posten des Ehrenpräsidenten will sich der streitbare Ex-Ministerpräsident Italiens nicht zufrieden geben, der 79-Jährige beharrt darauf, weiterhin ein Mitspracherecht bei allen wichtigen Entscheidungen zu haben.

Das wiederum schreckt potenzielle Investoren ab, die den Klub von Grund auf umkrempeln und in eine neue Richtung lenken wollen.

Im Clinch mit den Fans liegt der Klub-Patron auch aufgrund des geplatzten Stadion-Neubaus. Nach monatelangen, zähen Verhandlungen bekam Tochter Barbara, die mit dem Projekt betraut war, den Zuschlag.

San Siro bleibt die Heimstätte

Eine 48.000 Zuschauer fassende Arena sollte auf dem Expo-Gelände sinnbildlich den Neuanfang der AC darstellen. Der Verein selbst veröffentlichte ein Video, das die neue Heimstätte veranschaulichen sollte.

Geplant war, San Siro 2018 den Rücken zu kehren. Doch wie so oft folgte die Kehrtwende – die mindestens genauso sinnbildlich für das Milan der letzten Jahre steht. Offiziell hieß es, der Cavaliere sei „zu verliebt“ in das alte Stadion und könne sich deshalb nicht davon trennen.

Dabei hatte man mit „Emirates“ einen mehr als potenten  Finanzier an der Angel, der bereit war, den Lombarden unter die Arme zu greifen. „Ich bin verliebt in San Siro und es wird noch schöner. Es gibt eine Menge Veränderungen auf der Haupttribüne, wir präparieren das Stadion für das Champions League Finale“, erklärte er.

Damit sei zwar ein Traum seiner Tochter geplatzt, „aber sie versteht, dass wir einen Schritt zurück gehen mussten.“ Die 31-Jährige, die gemeinsam mit dem nimmermüden Statthalter Galliani seit Jahren die Geschicke des Klubs lenkt, mag damit vielleicht einverstanden sein, die Fans sind es nicht.

Coppa-Sieg wäre nur ein Anfang

Ein Gros spricht sich mittlerweile für einen raschen Wechsel der Vereinsführung aus und sehnt einen neuen Besitzer herbei. „Wir sind seit fünf Jahren die Lachnummer im europäischen Fußball“, erklärte Edoardo Boriano, der auf der Jahreshauptversammlung als Aktionärs-Vertreter sprach, und fügte an: „Dieser Witz ist nicht mehr lustig.“

Ein erster Schritt in eine bessere Zukunft wäre der Gewinn der Coppa Italia. Im Endspiel gilt man gegen Serien-Meister Juventus zwar als klarer Außenseiter, doch die Hoffnung auf eine Überraschung, die mit dem Einzug in die Europa-League-Gruppenphase auch mehrere Millionen Euro in die leeren Klubkassen spülen würde, lebt.

„Einige der Spieler sind noch nie in einem Cup-Finale gestanden. Es könnte auch ihre einzige Chance bleiben“, hofft Brocchi, dass seine Mannen über sich hinauswachsen und eine weitgehend verkorkste Saison auf den letzten Drücker retten.

Auf lange Sicht wird das allerdings nicht reichen, um Milan wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Der 18-fache Meister braucht neue Kräfte am Ruder, vor allem aber frisches Geld, um national wieder mit Juventus oder der Roma mithalten zu können.

Berlusconi will, dass der Verein „in gute Hände kommt, die Milan eine großartige Zukunft garantieren“. Er sollte sich beeilen, denn aktuell leben die Rossoneri nur noch von ihrer ruhmreichen Vergangenheit.

Christoph Nister

 

Das Finale der Coppa Italia LIVE bei LAOLA1.tv - Samstag, 20:45 Uhr

DU BIST GEFRAGT: WÄHLE DEINE GRÖßTE MILAN-LEGENDE!


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